Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Die Stadt, in der es mich nicht gibt (Band 2)

Rezension von Christel Scheja

 

„Die Stadt, in der es mich nicht gibt“ erzählt von Satoru Fujinuma, der die Fähigkeit besitzt, durch die Zeit zu reisen. So kann er immer wieder Unglücke und Verbrechen aufhalten, bei denen sonst Menschen sterben müssten. Doch als er bei einem dieser unbewussten Einsäte selbst schwer verletzt wird, kommt er ins Grübeln.

 

Schwer im Magen liegt ihm dabei auch, dass ein junger Mann kurz vor seiner Hinrichtung steht, den er selbst gut kennt, und der vor gut zwanzig Jahren mehrere Kinder umgebracht haben soll unter anderem auch eine Klassenkameradin von Satoru. Er hat das Gefühl, dass einiges nicht zusammenpasst und so vielleicht ein Unschuldiger sterben wird.

Ehe er sich versieht findet er sich in der Vergangenheit wieder, sein dreißigjähriger Geist schlüpft in seinen zehnjährigen Körper, was für einiges an Chaos sorgt, denn der junge Mann muss sich erst einmal wieder in der Zeit zurecht finden, in der er selbst noch ein unschuldiger Junge mit vielen Ideen war.

Außerdem muss er den Grundschüler so spielen, wie er damals war, was auch nicht immer leicht ist. Dennoch schafft er es und kann endlich Kontakt mit Hinazuki aufnehmen, dem Mädchen, dass als zweite sterben wird. Früher war sie für ihn nur eine komische Außenseiterin, die sich absichtlich von allen abgesondert hat, nun kommt er nach und nach hinter ihre Geheimnisse und ihr trauriges Schicksal. Und er entdeckt überraschende Gemeinsamkeiten zwischen ihnen.

Doch die Zeit brennt unter den Nägeln, denn der Tag nähert sich, an dem Hinazuki verschwunden ist...

 

Nachdem der erste Band den Helden und seine besondere Fähigkeit vorstellte, ihn zusätzlich aber auch noch in eine Sinnkrise stürzte, geht mit dem zweiten Manga die Geschichte von „Die Stadt, in der es mich nicht gibt“ erst richtig los. Nun, da Satoru in der Vergangenheit gelandet ist, hat er einiges zu tun.

Er darf keinen Verdacht erregen, genießt gleichzeitig aber auch die Zeit, in der alles auch für ihn noch viel schöner und fröhlicher war, so wie das Zusammenleben mit seiner Mutter. Dann gilt es auch noch das Wissen über die Zukunft zu nutzen, um seine Klassenkameradin zu retten, doch dazu muss er erst einmal ihr Vertrauen gewinnen. Das kostet natürlich auch einige Zeit und beginnt die Vergangenheit zu verändern, da seinem Beispiel andere folgen und sie die Außenseiterin in die Klasse integrieren.

Doch kann es das Schicksals des Mädchens wirklich verhindern? Die Geschichte beantwortet die Frage natürlich noch nicht in diesem Band, ist aber dennoch spannend genug, um den Leser zu beschäftigen. Wie schon zuvor setzt die Künstlerin auf die leisen Töne, die Andeutungen und Hinweise. Auch die phantastischen Elemente bleiben eher subtil – aber sie sind vorhanden. Die Handlung lebt vor allem durch die Figuren und ihre Interaktion, verzichtet bewusst auf Action und bringt durch realistische Ereignisse zum Nachdenken.

So gesehen sollte man nicht viel Dramatik erwarten, wohl aber eine Geschichte, in der viel mehr zwischen den Zeilen zu lesen als offen zu erkennen ist.

 

Auch wenn „Die Stadt, in der es mich nicht gibt“ nun ein wenig Fahrt aufnimmt und die eigentliche Geschichte beginnt, setzt die Künstlerin doch weiterhin auf eine ruhige Handlung, die sich ganz auf die sympathischen Charaktere konzentriert und erzählt die Erlebnisse ihres Helden lieber mit glaubwürdigen Gefühl, als alles dramatisch zu übersteigern. Spannung entsteht durch die kleinen Entwicklungen in und zwischen den Figuren nicht durch äußerliche Ereignisse, so dass Fans solcher Geschichten sehr zufrieden sein werden.

 

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:

botMessage_toctoc_comments_9210
Platzhalter

Buch:

Die Stadt, in der es mich nicht gibt (Band 2)

Autor und Künstler: Kei Sanbe

Boku dake ga inai machi Vol. 2, Japan, 2013

Aus dem Japanischen von Gandalf Bartimäus

Großtaschenbuch mit zwei Farbseiten, 196 Seiten

Tokyopop, Hamburg, erschienen August 2014

ISBN-10: 3842010257

ISBN-13: 978-3842010253

 

Erhältlich bei: Amazon

Empfehlen:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 23.11.2014, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:39