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Die Stimme der Welt von Henri Loevenbruck

Reihe: Gallica, Bd. 3

Rezension von Christel Scheja

 

Schon in seiner ersten Trilogie ließ machte Henri Loevenbruck keinen Hehl daraus, dass er als Hintergrund seiner Welt quasi nur eine leicht verändertes Europa benutzte und sich vor allem aus dem reichhaltigen Sagenschatz der Kelten bediente. In seiner zweite Saga „Gallica“ ist das noch deutlicher zu merken.

Hintergrund sind die Konflikte im zwölften Jahrhundert, die den Grundstein für den hundertjährigen Krieg und die Erbfeindschaft zwischen Frankreich und England legte – Länder die bei ihm etwas anders heißen aber nichtsdestoweniger zu erkennen sind.

 

In den Wirren, die Könige und Adlige, fanatische Glaubenskrieger und machtgierige Druiden entfesselt haben, ist es allein an Bohem, das Gleichgewicht zu wahren und das letzte bisschen an Magie zu retten, das der Erde noch innewohnt. Durch das Erbe seiner Mutter, der Druidenkönigin Alea, ist er dazu fähig zwischen den Welten zu wandeln und denen, die nach Schutz suchen, den Weg nach Djar zu ebenen.

Auf der anderen Seite fühlt er sich durch seine Freunde und die Menschen, die er ganz besonders liebt, an die Erde gebunden. Und so beschließt er seinen Teil dazu zu tun, um das Chaos zu beenden und die letzten Gefahren zu beseitigen.

Während die „Nebel“, also die magischen Fabelwesen, in Djar in Sicherheit sind, beginnen die Menschen zu leiden und zu sterben. Eine seltsame Seuche grassiert unter ihnen, gegen die es kein Heilmittel zu geben scheint. Bohem versucht ihnen zu helfen und bringt sich dabei selbst in Gefahr, denn noch immer trachten geheimnisvolle Druiden aus Gaelia nach seinem Leben und versuchen die Milizen Christi seiner habhaft zu werden.

Das kümmert die mächtigen Herren und Damen weniger, denn der junge König Emmer Ginsterhaupt ist nach Gallica gekommen, um die Ansprüche seiner Frau, der Herzogin von Quitenien auf das Reich Gallica durchzusetzen. Doch ein offener Krieg würde tiefe Wunden in das bereits stark geschwächte Land zu reißen.

Trotzdem schlägt sich Bohem auf seine Seite, denn am Hofe der Herzogin weilt die Frau, der sein Herz gehört, und ihre Absichten scheinen reiner als die des Königs Livain zu sein...

Doch ist das wirklich die richtige Entscheidung?

 

In „Die Stimme der Nebel“, dem abschließenden Band der „Gallica“ Trilogie führt der Autor alle Handlungsfäden zusammen. Noch einmal wird die Macht und Magie der alten Zeit herauf beschwören, um einen höchst menschlichen Konflikt zu beenden. Dabei wird auch der Held am Ende vor eine schwere und entgültige Wahl gestellt.

Erneut bietet der Autor dabei eine bunte Mischung aus politischen Intrigen zwischen den Mächtigen der Zeit und den magisch-märchenhaften Abenteuern von Bohem und seinen Freunden.

Allerdings dürften die meisten Leser inzwischen den Faden verloren haben, da die Zahl der Nebenfiguren bereits unüberschaubar geworden ist und es die ständigen Sprünge immer noch schwerer machen der Handlung zu folgen.

Wie in den vorhergehenden Teilen sind dagegen die Intrigen des Königs von Gallica und seiner Gegenspieler eher unausgegoren und oberflächlich. Auch bei vielen von Bohems direkten Feinden weiß man bis zum Ende nicht wirklich, was sie eigentlich erreichen wollen. Mehr halbherzig als konsequent führt der Loevenbruck diese Teile zusammen. Immerhin ist die Figurenzeichnung etwas besser geworden, gerade was Bohem betrifft. Er wirkt menschlicher und vielschichtiger als am Anfang, man kann sich besser in ihn hinein versetzen und ihn verstehen. Doch dass kann die langatmige Handlung auch nicht mehr wirklich retten.

 

„Die Stimme der Welt“ ist zwar ein passender Abschluss des „Gallica“-Zyklus, erweist sich aber als sehr langatmig und stellenweise sogar verwirrend. Das Buch besitzt zwar eine angenehm gestaltete märchenhaft-poetische Atmosphäre, bleibt aber ansonsten recht unbefriedigend, gerade was die Auflösung angeht, da es nur wenige wirklich überraschende Wendungen gibt und auch die Zusammenführung der Handlungsstränge eher konstruiert wirkt.

Eure Meinung:


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Die Stimme der Welt

Reihe: Gallica, Bd. 3

Autor: Henri Loevenbruck

Broschiert, 512 Seiten

Blanvalet, erschienen März 2009

Übersetzung aus dem Französischen von Maike Claußnitzer

Titelbild von Marta Dahlig

ISBN-10: 3442266025

ISBN-13: 978-3442266029

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 29.08.2009, zuletzt aktualisiert: 18.07.2019 19:45