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Die Südsee

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

Mit ihrer Dokumentationen „Unser blauer Planet“ und „Planet Erde“ hat sich die BBC mittlerweile selbst einen Standard gesetzt, den auch weitere Serien und Reihen aus diesem Hause einhalten sollten, wenn sie genau so erfolgreich sein wollen wie die oben genannten Reihen, die weltweit für Furore sorgten und viele Zuschauer an den Bildschirm fesselten. Auf ähnlichen Pfaden wandert nun auch die sechsteilige Serie „Die Südsee – ein Ozean, tausend Inseln“ aus dem Jahr 2009.

 

Die größte zusammenhängende Wasserfläche ist ohne Zweifel der Pazifik. Hier gibt es keine größeren zusammenhängenden Landmassen, nur eine Unzahl von Inseln und winzigen Eilanden, manche davon mit Leben besiedelt, andere nicht mehr als karge Felsen. Und gerade durch ihre Abgeschiedenheit bieten sie Entfaltungsmöglichkeiten für Spezies, die sich an keinem anderen Ort der Welt entwickeln konnten und zeigen den Forschern, wie erfindungsreich die Evolution sein kann.

 

 

Folge 1: „Ein Ozean von Inseln“

stellt die Südsee im Allgemeinen vor. Von wo bis wo erstreckt sich der Lebensraum, durch welche klimatischen Besonderheiten wird sie geprägt, und welches sind die herausragendsten Orte oder Lebenwesen. Was ist mit dem Meer selbst?

Und wo haben sich Menschen eine Heimat geschaffen – mit welchen Folgen.

 

Folge 2: „Reif für die Insel“

geht genauer auf die menschliche Besiedlung der Inseln ein. Wann und wie fanden zuerst Menschen den Weg zu den Eilanden und wie bewerkstelligten sie das. Wo leben noch heute Nachfahren dieser Einwanderer und wo sind sie ausgestorben? Welche Folgen hatte das für die Inselparadiese?

Aber auch ein Blick auf die Tierwanderungen wird geworfen, denn oft ist rätselhaft, wie manche Vögel und Tierarten die einsamsten Atolle erreichen konnten.

 

Folge 3: „Blaue Welten“

widmet sich ganz der Welt unter der Meeresoberfläche – den Riffen und ihren Bewohnern, den Fischen, Krabben und absonderlichen Wesen, den man am Meeresgrund begegnen kann. Und was ist mit den Langstreckenspezialisten, die es auch schaffen manchmal monatelang abseits der Eilande zu leben?

 

Folge 4: „Ein Meer von Vulkanen“

beschäftigt sich mit dem Entstehen und Untergang der Inseln? Gerade im Süden des Pazifik gibt es unzählige aktive Vulkane, die Landmassen schaffen, aber auch wieder zerstören, die im Laufe der Jahrmillionen wieder im Meeresboden versinken und das Land mit sich reißen. Auch die Korallenriffe schaffen kleine Inseln. Und oft sind es Meeresvögel, die diese Orte als Brutplätze nutzen und durch ihren Guano erst den Närboden für die Pflanzen schaffen, deren Samen und Sporen heran getragen werden. Auch die Kokospalme tut ihr übriges dazu, um sich auszubreiten.

 

Folge 5: „Fremd im Inselparadies“

beschreibt, wie die einzigartigen Tierarten entstanden und sich aus nur wenigen Exemplaren entwickelten, die auf die abgelegenen Eilande verschlagen wurden. Sie zeigten, wie die ökologischen Nischen und Gegebenheiten Fleisch- zu Pflanzenfressern machen konnten und Fledermäuse dazu brachten, die Funktion von Mäusen zu übernehmen. Sie zeigen Krabben, die die Fähigkeit entwickelten, auf Bäume zu klettern und bizarre Vögel, die sich ungehindert ausbreiten konnten, weil sie keine natürlichen Feinde hatten – bis der Mensch kam. Auch die durch fremde Tiere ausgelöste Zerstörung von intakten Ökosystemen wird kurz thematisiert

 

Folge 6: „Zerbrechliches Paradies“

beschäftigt sich mit dem Raubbau den die Menschen in den vergangenen Jahrhunderten auf den Inseln und mit dem Meer betrieben und geht auch auf die Auswirkungen des Klimawandels ein. Es werden auch Projekte angesprochen, die eine weitere Zerstörung aufhalten oder zumindest verlangsamen soll.

 

 

Wie nicht anders zu erwarten, wird man von den Bildern regelrecht erschlagen. Es ist schon beeindruckend, riesige Wellen nicht von oben, sondern die Brecher fast schon in Zeitlupe von unter unterhalb der Meeresoberfläche zu beobachten, durch blühende Korallenriffe zu tauchen und einen Blick auf die bunte Tier- und Pflanzenwelt fast unberührter Inseln oder jenseits der Touristenzentren zu werfen. Die Landschaft ist traumhaft, so dass man aus dem Staunen nicht mehr heraus kommt, aber gleichzeitig wird einem auch bewusst, dass man sie ja nicht betreten sollte, um sie nicht noch weiter zu zerstören.

Die Dokumentation geizt nicht mit spektakulären Naturaufnahmen zu Lande und zu Wasser, erzählt von den kleinen Haken, die die Evolution geschlagen hat, um Tieren das Überleben auf den Inseln zu ermöglichen, aber auch von den kleinen Wundern des Lebens, sei es nun bei der Entstehung des Lebens oder der Inseln selbst. Und wer schon einmal wissen, woher der weiße und feine Sand vieler tropischer Traumstrände stammt, wird auch das erfahren und nicht schlecht überrascht sind.

Die Dokumentation lässt in erster Linie die mit stimmungsvoller Musik unterlegten Bilder sprechen – die Texte ergänzen mit interessanten Infos, kompakten Erklärungen und nicht zuletzt kleinen Anekdoten.

Immer wieder werden auch auf die Veränderungen und den Umweltschutz eingegangen, ohne jedoch eine Wertung abzugeben. Die als Extras beigefügten Filmtagebücher verraten ein wenig über die Dreharbeiten.

 

 

Fazit:

 

Alles in allem ist „Die Südsee“ atemberaubend und unaufdringlich zugleich, eine Dokumentation, die man sich immer wieder ansehen kann ohne dabei der wunderschönen Bilder überdrüssig zu werden. Wer also schon von „Planet Erde“ begeistert war, wird es von dieser sechsteiligen Serie nicht minder sein.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230205181532578cbadd
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DVD:

Die Südsee

GB 2009

Original: One Ocean - Thousand Islands, BBC,

Regisseur(e): Huw Cordey, Chiara Bellati, Mark Brownlow, Jonathan Clay

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Bildseitenformat: 16:9

Umfang: 2 DVDs

Spieldauer: 300 Minuten (6 Episoden a ca. 50 min)

Extras: Filmtagebücher zu jeder Folge (ca. 60 min)

FSK: 0

Polyband & Toppic Video/WVG, 30. Oktober 2009

 

ASIN: B002JN8CQ0

 

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 10.01.2010, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01