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Die Traummeister von Jo Zybell

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Grauenhafte Kreaturen überfallen die Insel der Luxinen und verschleppen einige der elfenhaften Bewohner in ihr düsteres Reich. Auch der Vater der jungen Algyra gerät in ihre Gewalt. Die junge Wasserluxine macht sich auf den Weg, ihn zu finden und das Rätsel ihrer verschwundenen Artgenossen zu lösen.

 

»Unsterbliche« nennen Menschen die scheuen Bewohner der sagenhaften Insel Aysalux. Der grausame Zwerg Ac'man jagt die Stärksten der Luxinen, um sie als Schlüssel der Macht über ein riesiges Reich zu missbrauchen. Die Luxinen werden auch von den »Traummeistern« bedroht, die sie von der Erde tilgen wollen und sich dafür goldfarbener Ungeheuer bedienen. Viele Feinde also, viele Gefahren, denen sich die junge Wasserluxine Algyra aussetzt, als sie aufbricht, das Reich der Goldenen zu finden und die Verschleppten zu retten. Mit ihren Gefährten trifft sie auf eine verhängnisvolle Allianz und am Ende auf eine verborgene Welt, die keiner für möglich hielt.

 

Rezension:

Jo Zybell gehört zu den Stammautoren der Crossover-Serie Maddrax und konnte gerade mit Heft 299 Das letzte Duell ein Zyklusfinale abliefern. Aber auch das längere Format liegt ihm, wie etliche MX-Romane und der 2010 erschienene Fantasy-Roman Die Tochter der Goldzeit beweisen.

Sein neuester Roman Die Traummeister bietet eine komplett eigenständige Fantasywelt. Die Luxinen sind elfenähnliche Wesen, die sich weniger durch äußere Merkmale als Rasse definieren, sondern durch das Beherrschen der klassischen Elemente Wasser, Luft, Erde und Feuer. Es gibt sie in unterschiedlichen Welten und einige können sogar zwischen diesen wandeln.

Die Handlung steigt in eine ereignisreiche Periode der Luxinen ein. Durch Zitate aus einer weitreichenden Chronik wird diese Tragweite dem Leser näher gebracht und so erleben wir den Überfall auf eine Luxinensiedlung als den Beginn tragischer Verwicklungen.

Gewohnt, aufgrund ihrer Fähigkeiten und Langlebigkeit weder Feinde noch Gefahren fürchten zu müssen, haben die Luxine massive Probleme, diesem Überfall etwas entgegen zu halten. Jedoch gibt es unter den Luxine eine besonders agile und aufmüpfige Frau, die zudem noch die Königstochter ist. Auch hat Algyra bei dem Überfall ihren frischen Geliebten verloren - Ombaryon wurde mit einigen anderen Luxinen von den Angreifern entführt.

Schon bald mach sich die eigenwillige Frau auf, ihren Geliebten zu suchen und die Hintergründe des Überfalls zu klären, denn auch andere Luxinenstämme wurden wiederholt überfallen ...

 

Zybell entwirft eine komplexe Geschichte über mehrere Generationen und Völker hinweg, die er als Schauplatz einer klassischen Queste benutzt. Algyra sucht dabei nicht nur herauszufinden, wie sie zu Ombaryon steht, sie wandelt auch auf den Spuren ihrer eigenen Familiengeschichte. Letztlich sucht sie so auch ihre eigene Identität, selbst wenn sie als Unsterbliche bereits etliche Jahrhunderte auf dem Buckel hat. Diese Selbstfindung und das Überdenken eigener Positionen bewegt Zybell auch bei den Nebenfiguren. Er gibt ihnen zum Teil sehr dramatische Lebensläufe, die ihre Motivationen erklären und der Handlung schlüssige Konflikte bieten.

Andererseits wird das ganze dadurch etwas unübersichtlich und voll, vielleicht sogar für den Autor selbst, da einige Konflikte aufgebaut, aber nicht mehr gelöst werden, etwa die Rivalität zwischen Ombaryon und Renyan. Es gibt politische Kämpfe bei den Luxinen, die zum Gesellschaftssystem nicht zu passen scheinen. So besitzt der König etwa die Macht, seinen Konkurrenten auf jahrelange Missionen zu senden, wirkt aber recht unentschlossen, als ihm erneut Gefahr für seine Herrschaft droht. Ähnliche Inkonsequenzen in den Figuren, etwa beim Underdog Janis oder dem Traummeister Jesama machen es dem Leser schwer, das Handeln der Figuren nachvollziehen zu können.

Der interessanteste Part des Romans betrifft die Versklavung der Luxinen und Ombaryons Kampf gegen die Traummeister - hier ist die Nähe zu Maddrax zu spüren. Ideen und Ausführung sind hier an Spannung kaum zu übertreffen, leider kann das Finale diese Spannung nicht halten, sodass man von der absehbaren Auflösung enttäuscht wird. Auch erscheint Algyras Reise im Nachhinein als zu lang und belanglos. Zybell gelingt es nicht, den magischen Zauber des Neuen, den er in den ersten Kapiteln aufbaut, über die profanen Kämpfe hinweg aufrecht zu erhalten.

 

Fazit:

»Die Traummeister« ist eine über weite Strecken unterhaltsame Fantasyreise mit etlichen neuen Elementen, aber auch Längen und Schwächen in der Figurenentwicklung.

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Buch:

Die Traummeister

Autor: Jo Zybell

Taschenbuch, 575 Seiten

Hoffmann und Campe, 7. Juni 2011

 

ISBN-10: 3455403123

ISBN-13: 978-3455403121

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:

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Erstellt: 08.08.2011, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35