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Die Tricks der Pflanzen

Rezension von Christel Scheja

 

Viele glauben, das Pflanzen am unteren Ende der Nahrungskette und des Lebens stehen und kaum Strategien entwickeln können, um ihr Überleben zu sichern. Aber das täuscht, denn viele von ihnen haben, Wege entwickelt, die noch überraschender sind als die spektakulärsten Kämpfe in der Tierwelt, etwas, was auch schon Charles Darwin erstaunte und genauer nachforschen ließ. Die Dokumentation „Die Tricks der Pflanzen“ lässt sich von seinen Entdeckungen inspirieren.

 

Lange Zeit hielt man fleischfressende Pflanzen für eine Unmöglichkeit, konnte sich nicht vorstellen, dass diejenigen, die von allen anderen verzehrt wurden, auch zurückschlugen. Aber Pflanzen wie der Sonnentau und die Venusfliegenfalle belehrten Forscher und Laien eines besseren. Am bekanntesten sind wohl die Pflanzen, die mit klebrigen Sekreten Fliegen und andere Insekten an sich fesseln um sie dann nach und nach aufzulösen und langsam zu verzehren. Sie werden zu „Tödlichen Fallen“

Aber gerade in den Regenwäldern Amerikas und Asiens gibt es genügend Pflanzen, die andere Wege gefunden haben, um an ihre Nahrung zu kommen, einige von ihnen gehen sogar eine Symbiose mit Tieren ein, lassen Mückenlarven in sich leben, ernähren sie mit anderen gefangenen Insekten und nutzen dann den Stickstoff aus den Exkrementen der Maden.

Wie sorgen Pflanzen für ihre Fortpflanzung. Bekannt ist, dass viele Pflanzen Nektar anbieten, damit Insekten und Vögel ihre Pollen von Blüte zu Blüte tragen. Während sich einige Nachtschattengewächse zu Spezialisten entwickelt und eine Tierart fest an sich gebunden haben, sind andere Orchideenarten Meister der Täuschung – sie locken zwar munter an, geben aber dann keinerlei Belohnung. Andere äffen die Duftstoffe des anderen Geschlechts nach – sie sind Meister der „genialen Verführungen“.

 

Als Aufhänger dienen die Erkenntnisse, die Charles Darwin in seine bahnbrechenden Werke einarbeitete, denn immer wieder wird Bezug auf den großen Forscher genommen – angemerkt, was er anstieß und welche seiner Thesen heute widerlegt sind. Ein weit größerer Teil der Dokumentation ist aber den Pflanzen selbst gewidmet. Über die fleischfressenden Vertreter ihrer Art, die bereits viele kennen und in anderen Sendungen einiges erfahren haben, wird nur wenig erzählt, viel mehr widmen sich die Macher denen Arten, die man hierzulande nicht so kennt, weil sie nur in tropischen und subtropischen Regenwäldern heimisch sein können.

In interessanten Aufnahmen wird gezeigt, wie die Kannenpflanzen arbeiten, wie sie es schaffen, sich vor den Regenfällen zu schützen oder überschüssiges Wasser abtropfen zu lassen. Interessant sind diejenigen, die mit einer Insektenart – seinen es nun Mückenlarven oder Ameisen eine Symbiose eingehen, dafür aber alles andere als Beute betrachten.

Noch erstaunlicher sind aber die Pflanzen, die für ihr Weiterbestehen und die Hilfe durch Vögel und Insekten nicht einmal eine Belohnung anbieten – wie sie trotzdem weiterbestehen können, wird sehr amüsant in Szene gesetzt.

Alles in allem weiß die Dokumentation ein gutes Gleichgewicht zwischen Bildern und Beschreibungen zu bewahren. Die Aufnahmen vertiefen die Erklärungen und öffnen die Augen für die kleinen und gar nicht einmal so langweiligen Tricks der Pflanzen, die man in dieser Weise noch nie gesehen hat.

Bild und Ton sind auf der Höhe der Zeit, Extras gibt es allerdings keine, was aber bei der Länge der beiden Folgen auch nicht viel ausmacht, die mit gut 53 min die üblichen 45 min ordentlich überschreiten.

 

 

Fazit:

 

Wer mehr über die frechen „Tricks der Pflanzen“ erfahren möchte, die nicht mit den allseits bekannten Verfahrensweisen arbeiten, der sollte ruhig einen Blick in die ansprechend gestaltete Dokumentation werfen, die bereits bekannte Dinge mit vielen neuen Erkenntnissen und ungewöhnlichen Hinweisen vermischt und von Inhalt wie auch Bildgestaltung auf der Höhe der Zeit ist.

 

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DVD:

Die Tricks der Pflanzen

Regisseure: Steve Nicholls

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Polyband/WVG, 28. Februar 2014

Produktionsjahr: 2013

Spieldauer: 100 Minuten

 

ASIN: B00G5WULEW

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 02.03.2014, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01