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Die Untoten von Veridon von Tim Akers

Rezension von Christel Scheja

 

Tim Akers hat sich mit der Stadt Veridon einen Schauplatz geschaffen, der sich nicht wirklich zuordnen lässt. Zwar hat das Setting relativ moderne Züge, enthält aber auch ordentliche Fantasy-Elemente. Letztendlich lässt sich die Reihe um den Protagonisten Jacob Burns am ehesten dem Steampunk zurechnen.

 

Jacob Burns hat es nicht einfach. Konnte er zuletzt seinen Lebensunterhalt noch als Pilot verdienen, so sieht das inzwischen ganz anders aus. Sein letztes Abenteuer führte ihn zurück in seine Heimatstadt und in ein Nest voller Intrigen, das ihn fast den Kopf kostete. Nun ist er nicht mehr nur der enterbte Sproß einer alten adligen Familie, sondern auch ein gesuchter Mann und entgültig Verbannter.

Das Leben ist schwer geworden, da sich selbst seine zwielichtigen Freunde von ihm distanzieren und sich deutlich von ihm fernhalten. So bleibt ihm nichts anderes übrig, einen Auftrag zu übernehmen, der ihm selbst Magenschmerzen bereitet. Seltsame Vorkommnisse erschüttern die dunklen Teile Veridons. Es scheint, als würden sich die Toten aus den Gräbern erheben und wieder herumlaufen.

Schon bald zeigt sich, dass die Gerüchte mehr als wahr sind. Tatsächlich machen Verstorbene die Stadt unsicher. Doch wer hat sie wieder zum „Leben“ erweckt und warum?

Als sich Jacob Burns genauer in der Stadt umsieht, muss er feststellen, dass eine ganze Menge Leute in die Sache verwickelt sind, die er sehr gut kennt, unter anderen auch sein Vater. Allerdings sind einige davon ihm nicht gerade wohlgesonnen und das lassen sie ihn auch schon bald spüren.

 

Es gibt noch viele Seiten von Veridon zu entdecken – und Tim Akers eröffnet neue Wege in dieser Stadt, die mehr Geheimnisse bergen als man zunächst dachte. Wieder vermischen sich nicht nur im Setting Steampunk-Elemente und Fantasy miteinander, was sich an einem Gegner mit Frankenstein-Allüren und der dichten Mythologie der Stadt zeigt.

Wieder sind es Vermächtnisse der Vergangenheit, die das Leben des Protagonisten beeinflussen und in Gefahr bringen. Zwar muss man den ersten Band nicht kennen – Fans werden aber doch feststellen können, das einige Entwicklungen aus „Das Herz von Veridon“ weitergesponnen werden oder Konsequenzen haben.

Jacob Burns hat zwar seine Lektionen nicht vergessen, aber er braucht auch erst einmal gewisse Zeit, um sich in den neuen Intrigennetz zu orientieren und selbst aktiv zu werden. Bis dahin ist er eher ein Getriebener, der nur reagieren kann und kaum eine Handhabe hat, um sich zu wehren.

Mit List und Verstand, einer gehörigen Prise Mut und Unverfrorenheit schlägt er sich durch die temporeiche Geschichte, die immer wieder mit neuen Überraschungen aufwartet. Dabei kommt zwar gelegentlich der Hintergrund zu kurz, aber Tim Akers hält die Fäden trotzdem sicher in der Hand und sorgt dafür, dass es keine Logiklöcher gibt. Bei den Figuren orientiert er sich weiterhin an den Gestalten des Crime Noir, entwickelt sie aber dennoch weiter, so dass deren Verhalten nicht immer vorhersehbar ist.

 

Alles in allem kann auch „Die Untoten von Veridon“ überzeugen. Das actionreiche Steampunk-Abenteuer nutzt Hintergrund und skurrile Handlungselemente, um die Geschichte selbst wendungsreich zu machen. Vor allem die Fans düsterer Thriller werden ihren Spaß haben, bekommen sie doch neben Intrigen auch handfeste Auseinandersetzungen und düstere Geheimnisse geboten.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Die Untoten von Veridon

Autor: Tim Akers

broschiert, 334 Seiten

Bastei Lübbe, erschienen Januar 2012

Übersetzung aus dem Englischen von Martin Krug

Titelbild von Luis Melo

ISBN-10: 340420686X

ISBN-13: 978-3404206865

Erhältlich bei: Amazon

Kindle-Edition

ASIN: B008NW1LPA

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 19.02.2013, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35