Seit ihre Eltern ermordet wurden, als sie 6 war, lebt die mittlerweile 13-jährige Fiora bei ihrem Onkel, einem Schneider. Nach einem Zwischenfall müssen sie fliehen. Fiora wird von der Widerstandsorganisation »Die Unbestechlichen« in ihre Akademie gebracht. Dort findet sie nicht nur Freunde.
Lauren Magaziner geht in ihrer Jugend-Fantasy-Abenteuer-Reihe einige für dieses Genre sehr ungewöhnliche Wege. In der Handlungswelt dieser Geschichte gibt es normale Menschen und Zaubermächtige, was in der Fantasy natürlich nichts Ungewöhnliches ist. Allerdings sind die Zaubermächtigen hier eindeutig die Antagonisten. Die Menschen ohne Zauberkraft, zu denen auch die Protagonistin gehört, sind hier die Guten, was in diesem Genre schon ein klares Alleinstellungsmerkmal ist. Handlungsort ist aber keine utopische fremde Welt, sondern unsere eigene in der Zukunft.
Rund 100 Jahre vor der Handlung übernahmen die Zaubermächtigen die Macht und unterdrücken seither die normalen Menschen. Auch das ist nicht gerade typisch für dieses Genre. Dazu kommt, dass jeder Mensch durch ein Ritual jederzeit selbst Zauberfähigkeiten erlangen könnte, was die Mehrheit jedoch strikt ablehnt.
All das zeigt wohl schon, wie außergewöhnlich diese Welt angelegt ist. Verglichen damit ist das Leben in der Akademie schon beinahe typisch für derartige Literatur. Die Frage, wieso die große Mehrheit der Menschen auf magische Fähigkeiten verzichtet und alle, die das anders sehen, als Feinde betrachtet, bleibt in diesem Band praktisch vollkommen offen. Bald kommt die Protagonistin sogar in Verdacht, die Akademie zu sabotieren. Interessante Charaktere und die offenen Fragen wecken definitiv die Lust, Fioras Abenteuer weiterzuverfolgen.
Die Autorin belässt ihren erzählerischen Fokus durchgehend auf ihrer jungen Protagonistin.