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Die verlorene Wahrheit von Dawn Cook

Reihe: Die Bücher der Wahrheit, Bd. 3

Rezension von Christel Scheja

 

„Die verlorene Wahrheit“ ist bereits der dritte Band der Tetralogie „Die Bücher der Wahrheit“. Dawn Cook setzt anders als viele ihrer Mitautoren nicht auf eine epische und weitausholende Geschichte, sondern konzentriert sich auf wenige Figuren und einen komplexen magischen Hintergrund, der sich den Helden wie den Lesern nur nach und nach erschließt.

Hier geht es nicht um große Schicksale oder den Kampf des Guten gegen das Böse, sondern allein um die Entscheidungen weniger, die das Leben anderer Menschen und Wesen in ihrem Umkreis maßgeblich beeinflusst haben.

 

Vor nicht all zu langer Zeit wussten weder das Bauernmädchen Alissa, noch der Barde Strell, das sie ihr Weg einmal zusammen in das Hochland und in eine alte verlassene Festung führen würde. Noch haben sie an die Existenz von Magie außerhalb alter Sagen und Legenden geglaubt. Doch inzwischen ist das anders.

Strell und Alissa haben das Vermächtnis der Bücher der Wahrheit geborgen und es ist ihnen mit viel List und Geschick gelingen , den abtrünnigen Hüter Bailic endlich zu besiegen und zu vertreiben. Inzwischen kennen sie das Geheimnis der Festung und die junge Frau musste sich der Erkenntnis stellen, dass sie selbst genug von dem Blut und den Gaben der alten Meister in sich trägt, da sie überraschend die Gestalt eines der geflügelten Raku annehmen kann und ihre magischen Kräfte ständig stärker werden.

Damit sie und ihre Gaben nicht zu einer Gefahr für sie und die anderen werden, beginnt sie mit dem Meister zu üben, der unter den Namen Nutzlos auf der Festung gefangen war. Mehr als einmal schlägt Alissa dabei über die Stränge, sie versucht den Kurs ihrer Ausbildung zu bestimmen oder beschleunigen und sorgt für Chaos in der Festung.

Dann verschwindet sie eines Tages überraschend.

Strell, der Barde und Kunsthandwerker versucht mit Nutzlos und dem alten Bewahrer Lodesh, mit dem er sich inzwischen ein wenig angefreundet hat, ihre Spur wieder zu finden, denn offensichtlich hat ein fehlgeleiteter Bann die junge Frau aus dieser Zeit und diesem Raum gerissen.

Derweil findet sich Alissa in der fernen Vergangenheit wieder, als die Feste noch voller Leben war und einige der Personen, die sie in ihrer Zeit kennen gelernt hat, noch sehr jung und vom Wesen her ganz anders waren. Sie erfährt dinge, die für ihr weiteres überleben wichtig sein könnten, doch dafür muss sie um jeden Preis in die Zukunft zurückkehren. Leider steht sie sich dabei wie so oft selbst im Weg.

 

Anders als in vielen anderen Fantasy-Romanen ist die Magie in „Die verlorene Wahrheit“ und den anderen Romanen der Tetralogie nicht nur ein nützliches Werkzeug, über das man keine Gedanken verschwenden muss, sondern das Hauptthema der Geschichte. Die Reise in die Vergangenheit zeigt, wie eng das Schicksal der Figuren miteinander verknüpft ist, und welche Bedeutung sie vermutlich noch haben werden. Den auch in Strell steckt mehr als nur ein schlichter Barde und Kunsthandwerker. Auch seine Familie ist mit der Feste verbunden als er bisher wusste.

Wieder funktioniert die Vielschichtigkeit der Figuren, die immer wieder eine neue Seite ihres Ichs zeigen, wenn man nicht mehr damit rechnet Durch die vielen kleinen Alltäglichkeiten und die eher zarte und sich langsam weiter entwickelnden Liebesgeschichte und die Rivalitäten unter den Helden entsteht zudem eine stimmige und warmherzige Atmosphäre, die man nur noch selten findet.

Wie auch schon in den voran gegangenen Bänden ergeben die Lösungen der vielen kleinen Rätsel ein großes, das am Ende in eine neue Richtung weist und neugierig auf den Abschluss der Tetralogie macht.

 

Kann Fantasy intelligent und immer wieder überraschend sein ohne dabei schwerfällig literarisch und langweilig zu werden? Ja, denn mit „Die verlorene Wahrheit“ beweist Dawn Cook, dass sie wieder einmal Tiefgang mit einer unterhaltsamen und spannenden Handlung verbinden kann.

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Die verlorene Wahrheit

Reihe: Die Bücher der Wahrheit, Bd. 3

Autor: Dawn Cook

Original: Forgotten Truth, USA 2003

Klappbroschur, 476 Seiten

Blanvalet, erschienen Oktober 2008

Übersetzung aus dem Englischen von Katharina Volk

Titelbild von Martha Dahlig

ISBN-10: 3442265789

ISBN-13: 978-3442265787

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 30.10.2008, zuletzt aktualisiert: 13.07.2019 19:34