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Die Versailles Verschwörung von Eric Meyer u. Christine Kerdellant

Rezension von Martin Hammerschmidt

 

Seit Dan Brown mit seinen Mysterythrillern ein Erfolg nach dem anderen gelandet hat, versuchen nun viele Autoren auf seinen Zug aufzuspringen und geschichtliche Tatsachen so in moderne Handlungen einzubinden, dass der Leser sich leicht von der Realität täuschen lassen kann.

Ebenso in dem vorliegenden Roman; „Die Versailles Verschwörung“. Hier schaffen es die beiden Autoren Christine Kerdellant und Éric Meyer das Internet, den Sonnenkönig Ludwig XIV und seinen Gartenarchitekten Le Nôtre in einem Thriller in Verbindung zu setzen.

 

Dan Barett ist der reichste Mann der Welt. Er ist einer der Hauptmitbegründer des Softwarekonzerns, Controlware, dessen Betriebssystem auf über 95% aller Computer in der ganzen Welt installiert ist. Seit seiner Kindheit ist er ein Fan von allen möglichen Rätseln und Geheimnissen, die er ausfindig machen kann. Als er in Versailles einem Landschaftsgärtner begegnet und dieser ihn auf die zahlreichen Ungereimtheiten in den Gärten von Versailles aufmerksam macht, ist seine Neugier geweckt. Sofort macht er sich auf die Suche nach der Lösung des Rätsels. Mit Hilfe einer schwedischen Kuratorin und einem französischen Schriftsteller macht er sich auf Suche nach den Geheimarchiven in denen sich die ursprünglichen Pläne von Le Nôtre, dem Gartenarchitekten Ludwigs des XIV, aus dem Jahr 1662 befinden sollen. Pläne, welche die ursprüngliche Gestaltung der Gärten darstellen sollen. Während seiner Recherchen stößt er dabei auf eine unfassbare Aussage eines Historikers, der behauptete, Le Nôtre habe in den Gärten von Versailles den Beweis der Existenz Gottes versteckt.

Emma Shannon ist eine knallharte Unternehmerin, die zu einem Kongress in die Normandie fährt, um sich dort lautstark für die Rechte der Frauen einzusetzen. Als sie dort ankommt, weiß sie nicht, dass Internetpiraten bereits die Kontrolle über das weltweite Internetnetz erlangt haben und dies seit mehreren Tage komplett außer Gefecht setzen. Nachdem die Störung anscheinend behoben ist, bricht die eigentliche Katastrophe erst aus. Emma bekommt mit, wie eine ihrer Kolleginnen Opfer eines Mordanschlags wird und erhält anschließend anrufe, dass weitere Morde im Zusammenhang mit einem Medikament gesehen sind. Damit jedoch nicht genug, scheinen Terroristen nicht nur das Internet unter Kontrolle zu haben, sondern auch sämtliche Atom-, Strom- und Wasserkraftwerke. Überall auf der Welt spielen sich Horrorszenarien wie aus einem Katastrophenfilm ab. In Marseille explodiert eine Chemiefabrik und löscht fast die gesamte Stadt von der Landkarte. In New York herrscht massiver Stromausfall und in Hongkong ist das Grundwasser verseucht.

Emma und ihr Kollege Piere stoßen bei ihren Recherchen nach den Ursachen dieser Katastrophen auf eine Möglichkeit, den Terroristen Einhalt zu gebieten.

Um ihren Plan in die Tat umzusetzen, müssen sie sich jedoch in den Kopf von Dan Barett hineinversetzen, der anscheinend die Lösung zu den globalen Problemen in den Gärten von Versailles versteckt hat.

Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

 

Der Roman ist in zwei unterschiedliche Handlungsstränge unterteilt. Die erste und gegenwärtige Handlung kreist um Emma, Pierre und den weltweiten Katastrophen. Die zweite Handlung hingegen ist ein Bericht, bzw. ein persönliches Schreiben Baretts an Emma, in dem der Verlauf von Baretts Entdeckungen bezüglich seinen Anstrengungen das Rätsel der Gärten von Versailles zu lösen, geschildert wird.

Der Roman tröpfelt die ersten 50 Seiten etwas vor sich hin, bevor fast parallel die Spannung in beiden Handlungen aufgebaut wird. Diese Spannung kann sich jedoch nicht über die restliche Länge des Buches ziehen und flaut nach und nach immer mehr ab. Zwar sind die einen oder anderen Höhepunkte in der Mitte des Buches als Hallo-Wach-Effekt eingebaut, wirklich Spannung können diese jedoch nicht erzeugen. Als Leser fiebert man dem Wettlauf gegen die Zeit in der sich Emma und Pierre befinden mit, allerdings fehlt dabei ein richtiges Spannungselement. Der Roman ist schön und flüssig zu lesen, keine Frage. Aber das gewisse Etwas, was einen Thriller dann wirklich hochinteressant macht, fehlt in der kompletten Mitte des Buches.

Dies gilt bei beiden Handlungen. Letztendlich geschieht in beiden Handlungssträngen nach einiger Zeit praktisch dasselbe. Die Protagonisten sind auf der Suche nach Geheimkammern in Versailles.

Am Schluss hingegen, wenn die Erzählung um Dan Barett vorbei ist, scheinen die beiden Autoren alles an Spannung nachholen zu wollen, was sie im Laufe des Romans vernachlässigt haben. Hier trifft endlich die lang ersehnte Wende ein und rundet in Roman meines Erachtens noch einigermaßen gut ab.

Die Protagonisten sind sehr verworren ausgearbeitet. So ist es für den Leser immer sehr schwierig nachzuvollziehen, was in der folgenden Szene in den Köpfen der Charaktere vorgeht und generell fällt es schwer, sich mit ihnen zu identifizieren.

Die Erkenntnisse, die im Buch vorgestellt werden, bis hin zur Formel zur Beweis Gottes sind hingegen äußerst gut dargelegt und lassen den Leser auch nach dem Roman noch einige Zeit darüber nachdenken.

 

Als Fazit bliebt somit festzuhalten, dass hier ein Thriller vorliegt, dessen Gesamtbild ganz in Ordnung ist. Für Fans von rasanten Thrillern, unzähligen Wendungen und einem hohen Tempo ist „Die Versailles Verschwörung“ nicht geeignet. Denjenigen jedoch, die sich gerne mit historischen Rätseln, interessanten geschichtlichen Hintergründen und „Schatzsuchen“ befassen, ist dieses Buch durchaus zu empfehlen.

 

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MEDIUM:

Die Versailles Verschwörung

Autor: Eric Meyer u. Christine Kerdellant

Taschenbuch: 576 Seiten

Verlag: Goldmann TB (11. Februar 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3442465265

ISBN-13: 978-3442465262

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 18.09.2009, zuletzt aktualisiert: 04.02.2019 15:57