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Die Verwandlung von Jennifer Armintrout

Reihe: Blutsbande Band 1

Rezension von Carina Schöning

 

„Die Verwandlung“ ist der Debütroman der jungen Amerikanerin Jennifer Armintrout und zugleich der Auftakt ihrer spannenden Reihe „Blutsbande“. Der zweite Teil „Besessen“ ist vom Verlag für Herbst 2008 angekündigt worden.

 

Dr. Carrie Ames traut ihren Augen nicht als mitten in ihrer Nachtschicht ein fast völlig zerstückelter Mann in die Notaufnahme angeliefert wird. Trotz ihrer langen und harten Ausbildung ist die junge Ärztin völlig geschockt von dem lebenden Etwas auf dem Operationstisch und muss sich plötzlich übergeben. Ihre Kollegen amüsieren sich sehr über die sonst so toughe und selbstbewusste Carrie und auch der Chefarzt Dr. Fuller hat nur noch ein müdes Lächeln für seinen Schützling übrig und empfiehlt ihr schnellstens einen Jobwechsel.

Doch Carrie will ihre Angst besiegen und geht heimlich auf Entdeckungstour in die Leichenhalle. Dort stellt sie erstaunt fest, dass die Überreste fehlen und stattdessen ein Krankenpfleger zerstückelt auf dem Boden liegt? Ehe sie sich versieht, greift etwas an und Carrie fällt in einen langen Schlaf…

 

Als sie aufwacht, stellt sie erschrocken fest, dass sie einen unstillbaren Hunger nach Essen und Zigaretten hat. Hinzu kommt eine unnatürlich starke Lichtempfindlichkeit der Augen und der Haut. Erst nach und nach kommt ihr die Vermutung, was in dieser Nacht geschehen ist und was der Patient wirklich mit ihr gemacht hat.

 

Durch einen Internetchat erfährt sie die Adresse eines alten Antiquitäten und Esoterikladen. Nathan, der sympathische Besitzer führt sie ein in die dunkle Welt der Vampire und ihre brutalen Gepflogenheiten. Carrie muss ihre Essgewohnheiten nun auf Blut umstellen und die Regeln der „Bewegung“ befolgen. Alternativ kommt sie sofort auf die Liste der „bösen“ Vampire und wird dann von Nathan und seinem sterblichen Ziehkind Ziggy gejagt und getötet.

Die Blutsbande verbinden sie mit ihrem gewalttätigen Schöpfer Cyrus und entwickeln eine unnatürliche Verbundenheit mit ihm. Andererseits findet sie auch Gefallen an dem gutaussehenden und charismatischen Nathan. Hin und her gerissen zwischen ihren Gefühlen, rettet sie schließlich Nathan das Leben und zieht mehr oder weniger freiwillig zu Cyrus in seine Stadtvilla. Nichts ahnend, dass beide eine gemeinsame Vergangenheit verbindet und die geheimnisvolle Sylvesterfeier der Vampire ansteht. In dieser Nacht werden alle menschlichen Diener bis auf zwei getötet. Diese beiden werden zu Vampiren gemacht und einer davon dient dem mächtigen „Souleater“ als Nahrung. Dieses Jahr hat Cyrus ausgerechnet Nathans Ziehkind Ziggy und seine Langzeit-Geliebte Dahlia auserwählt.

 

„Die Verwandlung“ ist ein düsterer Vampirroman mit einigen Horrorelementen und einem guten Schuss Erotik und Sex. Die Handlung ist aus der Sicht der eifrigen Ärztin geschrieben und kommt anfangs zwar recht schnell in Fahrt, verliert dann aber im Mittelteil leider zunehmend an Spannung. Im Mittelpunkt des Romans steht ganz klar Carries Schicksal und ihr Umgang damit. Das schnell entstehende Gefühlchaos ist zwar ganz nett gemacht, aber für meinen Geschmack insgesamt doch etwas zu dick aufgetragen. Einige Passagen sind dann auch recht zäh und langatmig geworden.

Zum Ende hin steigt die Spannung jedoch wieder an und eine interessante Wendung im Roman ermöglicht Carrie letztendlich doch das eigene Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Die Handlung ist abwechslungsreich und auch einige kurze Actionszenen sorgen für zusätzliches Tempo. Dabei sind die Figuren insgesamt recht realistisch gestaltet und agieren durchaus nachvollziehbar. Cyrus und Nathan wirken eher stereotyp, aber besonders die Hexe Dahlia und der mysteriöse Souleater machen neugierig auf den nächsten Band der Reihe. Kleines Manko an dem Roman ist leider, dass gerade die Hauptfigur Carrie nicht immer durch Entschlossenheit oder Logik glänzt und stellenweise wirklich nur nervig und unsympathisch wirkt.

An einigen wenigen Stellen blitzt auch der fein ironische und schwarze Humor der Autorin hervor. Wenn zum Beispiel Carrie über die gängigen Vampir und Gothic Klischees stolpert oder förmlich ihr Herz in einer Box verschenkt.

Sprache und Erzählstil sind für ein Debüt schon recht gut. Einige Passagen wirken noch etwas holprig, aber darüber kann man leicht hinweg sehen.

 

Insgesamt ist Jennifer Armintrouts gelungenes Debüt „Die Verwandlung“ trotz den kleineren Schwächen durchaus spannend und unterhaltsam. Ihre Welt der Dunkelheit ist zwar nicht unbedingt neu und originell, kann aber trotzdem durch interessante Figuren und düsterem Setting Vampirfans gefallen.

 

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Die Verwandlung

Reihe: Blutsbande Band 1

Autor: Jennifer Armintrout

Deutsche Erstausgabe 2007

Amerikanische Original Ausgabe 2006 „Blood Ties Book 1 – The Tuning“

Übersetzung Martha Windgassen

Mira Taschenbücher/ Cora Verlag

Taschenbuch, 460 Seiten

ISBN 978-3-89941-448-6

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 12.02.2008, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 16:18