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Die vierte Schlinge von Beverly Connor

Reihe: Diane Fallon, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Anders als in ihrem ersten Abenteuer „Sterbliche Hüllen“ ist die forensische Anthropologin Diane Fallon nicht mehr ganz so abgeneigt, auch kriminalistische Untersuchungen vorzunehmen, auch wenn ihr Hauptaugenmerk immer noch auf der Führung des naturkundlichen Museums liegt, die sie vor einiger Zeit übernommen hat.

Doch nun existiert neben den üblichen Untersuchungen auch ein kriminaltechnisches Labor in dem Gebäude, was nicht wenige der stillen Geldgeber etwas aufbringt. Doch Diane hat dank des Stifters freie Hand in der Verwendung der Gelder.

 

Immerhin erweist sich das Labor als vorteilhaft, als sie eines Tages zu einem schauerlichen Tatort gerufen wird. Schon seit mehreren Wochen hängen drei Leichen von einem Ast und sind kaum noch als Menschen zu erkennen, da die Witterung sie ausgetrocknet hat. Diane nimmt die Untersuchung der Toten vor, zwei jungen Frauen und einem etwa gleichaltrigen Mann, die auf bestialische Art und Weise hingerichtet zu sein scheinen. Sie verwundert nur, dass noch eine vierte Schlinge vom Baum hängt. Hat es noch ein viertes Opfer gegeben? Und wenn ja, warum hängt es nicht dort? Hat der Mörder es sich anders überlegt, oder ist es vielleicht sogar entkommen?

Diane beschließt den ziemlich rat- und hilflosen Sheriff zu unterstützten, weil sie nun auch neugierig ist. Wer versteht so gut Knoten zu knüpfen? Ist vielleicht jemand am Werk, der berufs- oder hobbymäßig damit zu tun hat?

Die Untersuchung der Leichen bringt weitere Erkenntnisse und Überraschendes zu Tage, denn einer der Toten hat Rohdiamanten verschluckt, und ein Mann, der mit der Obduktion zu tun hatte, kommt ebenfalls ums Leben.

Das macht den Fall nicht leichter, sondern um so komplizierter, denn ganz offensichtlich scheint man es jetzt nicht mehr nur mit einem, sondern zwei Mördern mit höchst unterschiedlichen Interessen zu tun zu haben.

 

Wie auch schon der erste Band so ist auch „Die vierte Schlinge“ recht gut zu lesen, und die Autorin fängt die Stimmung sehr schön ein. Spannend und akkurat geschildert sind auch die Untersuchungen Dianes, die immer mehr Informationen über die Toten ans Licht bringen und leicht verständlich aufbereitet wurden.

Allerdings verliert der Roman in der zweiten Hälfte etwas an Spannung und Dynamik, denn die klare Linie verschwindet, als der zweite Mörder ins Spiel kommt. Anstatt den Fall erst einmal aufzulösen und die eigentlichen Motive des ersten Täters aufzuklären konzentriert sich die Autorin zu sehr auf die zweite Handlungsebene um die Diamanten und überhaupt nicht mehr auf die erste, die dann nur noch nebenbei abgehandelt wird. Zwar löst sich am Ende alles auf, zurück bleibt aber ein leichtes Gefühl der Unzufriedenheit, das so nicht hätte sein müssen.

 

„Die vierte Schlinge“ besitzt zwar sehr spannende und atmosphärische Momente, kann aber als Roman nicht wirklich bis zum Ende überzeugen, weswegen man den Roman nicht unbedingt kennen muss, wenn man sich eine Enttäuschung ersparen will.

Eure Meinung:


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Buch:

Die vierte Schlinge

Reihe: Diane Fallon, Bd. 2

Autorin: Beverly Connor

Broschiert, Taschenbuch, 494 Seiten

Knaur, erschienen Mai 2007

ISBN: 978-3-426-63399-1

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Michael Bayer

Titelbild von Finepic

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 20.07.2007, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 16:18