Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Die Wächter der Zeiten von Sara Douglass

Reihe: Im Zeichen der Sterne Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Mit „Die Wächter der Zeiten“ setzt Sara Douglass ihre neue Saga „Im Zeichen der Sterne“ fort. Vierzig Jahre nach den Ereignissen um den Kampf des Sternenmannes gegen den finsteren Gorgrael herrscht Caelum der Sternensohn mit der Macht des Sternentanzes über das Land Tecendor. Es scheint eine Epoche des Friedens und Glücks für alle Völker zu sein, vor allem für die so lange geächteten Awaren und Ikarier.

Nur wenige Misstöne trüben die gute Stimmung. Da ist einmal Fürst Zared, der endlich auf die Stimmen der unzufriedenen Menschen in seinem Volk hört und sich zum neuen König von Achar ausruft – ein Titel, der eigentlich Caelum gehört. Und zum anderen scheint Drago, Caelums jüngerer Bruder, es nicht aufgegeben zu haben, gegen den Erstgeborenen zu intrigieren. Das geht sogar so weit, dass er seine eigene Zwillingsschwester umbringt und mit einem kostbaren Artefakt aus der Festung der Familie flieht. Jenseits des Sternentores hofft er Möglichkeiten zu finden, die ihm seine verlorene Macht wiedergeben. Doch jenseits der magischen Barriere lauert ein noch größeres Übel und in seiner Unwissenheit ebnet der Flüchtling gefährlichen Dämonen und einer alten rachsüchtigen Seele den Weg nach Tecendor.

Der Sternensohn und seine Gefährten stehen den neuen Gefahren hilflos gegenüber, denn der Sternentanz erlischt und mit ihm ihre Magie. Doch anstatt nach neuen Wegen zu suchen, richten sie ihren Hass alleine gegen Drago, den sie als Wurzel allen Übels ansehen.

Nur wenige erkennen, dass gerade in ihm die letzte Hoffnung des Landes liegt. Der Zweitgeborene von Axis und Aschure ist durch die Hölle gegangen um geläutert wiedergeboren zu werden. Erst nachdem er den Tod überwunden hat, tritt sein wahrer Charakter in den Vordergrund und er macht sich auf eine Reise, durch die er in die Geheimnisse des Landes eingeweiht wird: Es dient als Kerker für den uralten und mächtigen Queteb, der kurz davor steht, sich zu befreien. Nur wenige können ihn bannen, die Nachfahren des Wächters, der so lange gewartet hat, um einem geeigneten Erben das Vermächtnis zu übergeben. Drago versteht, doch er zögert davor die ihm zustehende Macht anzunehmen.

Es liegt nun an den alten Mächten des Landes und Faraday, die sich an seine Seite gestellt hat, ihn davon zu überzeugen, dass falsche Bescheidenheit gegenüber Caelum nicht mehr angebracht ist. Denn die Dämonen breiten sich wie eine Plage über Tecendor aus und bereiten alles für die Rückkehr ihres Herrn und Meisters Qeteb vor, der das Land entgültig zerstören wird.

 

Sara Douglass holt für ihr episches Abenteuer wieder einmal sehr weit aus und versprüht ein wahres Feuerwerk an Magie, mystischen Ritualen und exotischen Kreaturen. Ihre Charaktere durchleiden grausame Qualen oder müssen sich ihren eigenen Schwächen und dunklen Gelüsten stellen. Dabei werden vor allem die früheren Helden gründlich demontiert. Axis und Aschure sind nicht länger die gerechten Vorkämpfer für das Gute, vor allem Caelum zeigt sein wahres Gesicht als schwacher Feigling. Der Fokus richtet sich auf Drago, der alle negativen Charakterzüge abgelegt hat, und nun als verkannter Retter der Welt langsam seine Anhänger gewinnt. Selbst das verschlossene Herz von Faraday, die nach all ihren Enttäuschungen mit Axis der Liebe abgewandt hat, öffnet sich wieder ein wenig für ihn.

Dabei schwankt die Autorin interessanterweise zwischen handfesten Actionszenen in denen manchmal sogar Blut oder Gedärme spritzen und arg kitschigem Liebesgesäusel. So wirkt der ein oder andere Held im Eifer des Gefechtes schon einmal „sinnlich“ und die Aussprachen zwischen den Figuren drehen sich oft um starke Gefühle wie Lust und Leidenschaft. Männer dürfen auch an unpassenden Stellen weinen und zarte Seelen zeigen.

Durch rasche Schauplatzwechsel wird zwar Spannung geschaffen, da man wissen möchte, wie dieser oder jener Held entkommt, oder was die Bösen schon wieder anstellen, die vielen Handlungsebenen verwirren allerdings auch manchmal.

„Die Wächter der Zeiten“ leidet etwas unter der Krankheit vieler zweiter Bände – es passiert nicht wirklich etwas Bahnbrechendes, da nur die Weichen für den Abschlussband gestellt werden. Da man nun schon den ersten Band kennen sollte, ist ein Neueinstieg nicht mehr möglich.

 

Insgesamt bietet „Die Wächter der Zeiten“ wieder einmal episch-romantische Fantasy wie sie im Buche steht, viele Beziehungskisten und Intrigen spielen sich vor einer exotischen Kulisse mit Magie und Göttern ab. Spannung wird durch epische Kämpfe oder mit Gefühlen gepflasterte Leidenswege erzeugt. Kurzweilige, wenn auch nicht tiefer gehende Unterhaltung ist damit garantiert, wenn auch Kitsch ein wenig mag.

Eure Meinung:


Keine Einträge
Keine alten Kommentare vorhanden.

Zum Seitenanfang

Platzhalter

Die Wächter der Zeiten

Reihe: Im Zeichen der Sterne. Bd. 2

Autorin: Sara Douglass

Paperback, 780 Seiten

Piper, erschienen September 2006

ISBN 3-492-70043-8

Übersetzung aus dem australischen Englisch von Hannes Riffel und Sara Schade.

Titelbild von Maximilian Meinzold

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 12.10.2006, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35