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Die Wale von Atlantis – Auf der Suche nach Moby Dick

Rezension von Christel Scheja

 

Dokumentation einmal anders. Jean-Christophe Jeauffre verbeugt sich tief vor den Klassikern der abendländischen Abenteuerliteratur des 19. Jahrhunderts. Als bekennender Fan von Jules Verne und Co. lässt er sich von dessen Romanen inspirieren und leiten. Seine Filme sollen auf Orte und Begebenheiten aufmerksam machen, die in der Gesellschaft fast vergessen zu sein scheinen oder bedroht sind.

 

„Die Wale von Atlantis – Auf der Suche nach Moby Dick“ führt den Forscher und seine Crew auf dem Dreimaster hinaus auf das weite Meer und in den stürmischen, kalten Norden des Atlantik.

Sie besuchen nicht nur das letzte große Walressort, das dort liegt, und suchen direkten Kontakt mit den großen Säugern, sondern wandeln auch auf den Spuren von Herbert Melville und anderen.

Sie zeigen, welchen Stellenwert der Walfang für die Menschen bis in das frühe 20. Jahrhundert hatte. Wie die Menschen und Werkzeuge beschaffen sein mussten, um gegen die Gefahren, die sie auf hoher See erwarteten, zu bestehen. Und nicht zuletzt auch gehen sie auf die literarischen Werke ein und berichten, woher die Schriftsteller der damaligen Zeit dies alles wissen konnte.

Viele Themen werden in der knappen Stunde gestreift. Das ganze entpuppt sich schnell als eine Mischung aus Natur- Geschichts- und nicht zuletzt Gesellschaftsdokumentation.

 

Man merkt, dass Jean-Christophe Jeauffre mit Leidenschaft bei der Sache ist und den Zuschauer gerne in seine Geschichten mit hinein ziehen möchte. Aus diesem Grund setzt er auf die Bildgewalt seiner Aufnahmen, stimmungsvolle Musik und gut dosierte Informationen. Es geht ihm tatsächlich nicht darum, tiefergehende Kenntnisse zu vermitteln, sondern bewusst auf schützenswerte Orte aufmerksam zu machen, daran zu erinnern, dass gerade heute der Schutz der großen Meeressäuger von immenser Wichtigkeit ist.

Dabei versucht er den Zuschauer mit einem mystisch verklärten, manchmal ein wenig pathetischen Handlungsverlauf in den Bann zu schlagen. Das ganze wirkt gelegentlich phantastisch angehaucht, verlässt aber nicht wirklich die Realität. Dennoch bildet alles eine Einheit.

Genießen kann man die Dokumentation allerdings nur, wenn man sich darauf einlassen kann und nicht irgendwann von der Musik und den Texten genug hat, weil sie zu eindringlich wirken. Letztendlich wird man mit einer Fülle von Bonusmaterial getröstet. Christopher Lees markante Stimme kann man allerdings nur in der englischen Fassung genießen, der deutsche Sprecher geht eher in der Musik unter.

 

 

Fazit:

 

Alles in allem ist „Die Wale von Atlantis“ eine atmosphärisch gestaltete Dokumentation, die vor allem durch schöne Bilder, die mystische Erzählweise und nicht zuletzt die Musik punkten kann. Der Informationsgehalt bleibt leider eher gering.

 

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DVD:

Die Wale von Atlantis – Auf der Suche nach Moby Dick

Regisseur(e): Jean-Christophe Jeauffre

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

FSK: Freigegeben ab 6 Jahren

Studio: Koch Media GmbH - DVD

Erscheinungstermin: 5. Oktober 2012

Produktionsjahr: 2007

Spieldauer: 55 Minuten

ASIN: B0090VULIQ

 

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 08.11.2012, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01