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Die Welt wär besser ohne dich von Sarah Darer Littman

Rezension von Christel Scheja

 

Die in Connecticut lebende Autorin Sarah Darer Littman hat früher als Finanzanalystin und Bäuerin gearbeitet, ehe sie sich dem kreativen Schreiben zuwandte und darin auch unterrichtete. In Die Welt wär besser ohne dich nimmt sie sich eines hochaktuellen Themas an: Cybermobbing.

 

Lara hatte es nie einfach. Bis in die Mittelstufe hinein hänselten sie die Mitschüler aufgrund ihres Gewichts und dem daraus resultierenden Aussehen. Und auch jetzt noch, in der Oberstufe wird sie schief angesehen, obwohl sie deutlich abgenommen hat und sogar bei den Cheerleadern aufgenommen wurde.

Aber richtige Freunde hat sie immer noch nicht. Dafür scheint sie in Facebook nun einen netten Jungen gefunden zu haben, der sie mehr als versteht. So vertraut sie Christian auch viel von ihren Gefühlen und Träumen, ihren Hoffnungen und Ängsten an.

Deshalb erschüttert es sie um so mehr, als sich das Blatt eines Tages wendet, denn die letzten Worte von ihm verändern alles: „DU BIST SO ÄTZEND. DIE WELT WÄR BESSER OHNE DICH. UND TSCHÜSS, LOSERIN!!!“ stürzen Lara in einen Schockzustand, in dem sie nur noch eines will – sterben. Vor allem als auch noch andere Klassenkameraden nachsetzen.

Ihr Selbstmordversuch wird entdeckt, sie gerettet, aber sie hat weiterhin nicht den Willen leben zu wollen, denn diese Worte haben eine tiefe Narbe hinterlassen. Auch als sie erfährt, dass „Christian“ ein Fakeprofil ist, kann das nicht viel ändern. Vertrauen hat sie zu niemandem mehr.

 

„Die Welt wär besser ohne dich“ nimmt sehr genau auseinander, was passieren kann, wenn nur wenige Worte ein Leben zerstören. Cybermobbing ist und bleibt ein Problem, seit auch die Teenager das Medium Internet als das ihre entdeckt haben und nun offen vor aller Welt zeigen, wes Geistes Kind sie sein können, wenn sie ein Opfer gefunden haben.

Die Autorin nimmt sich die Zeit, die Geschehnisse akribisch aufzurollen. Wie kommt es dazu, dass sich Lara das Leben zu nehmen versucht? Warum reagiert sie so empfindlich darauf und sucht sich keine Hilfe?

Aber nicht nur das Opfer steht im Mittelpunkt, sie spürt auch dem Täter nach und beschreibt, wer das Fake-Profil erstellt hat und aus welchen Gründen, Lara in die Falle gelockt und schließlich unter Schock gesetzt wird.

Natürlich bedient sie dabei gängige Klischees, andererseits sind auch diese nicht von der Hand zu weisen und bestätigen sich in der Realität immer wieder.

Und letztendlich hat das auch seine Auswirkungen auf das Umfeld. Eltern und Lehrer, Mitschüler und Geschwister, sie alle bekommen die Folgen der drei unbedacht geäußerten Sätze deutlich zu spüren.

Der Roman ist nahe an der Wirklichkeit geschrieben, weckt natürlich in erster Linie Mitgefühl mit dem Opfer, aber vergisst auch nicht, alles andere miteinzubeziehen und die Leser so aufzurütteln, damit sie selbst nicht in die gleiche Falle geraten wie Lara und derjenige, der ihr das alles angetan hat.

Einfühlsam geschrieben aber doch nüchtern, wenn es um die Fakten geht – Der Roman hat jedenfalls das Potential aufzuwühlen und zum Nachdenken anzuregen, ohen dabei mit dem erhobenen Zeigefinger zu wedeln.

 

Fazit:

Damit gehört »Die Welt wär besser ohne dich« zu den wichtigen Neuerscheinungen des Jahres 2016, ein Buch das unterhaltsam aber auch ernst ein Thema bearbeitet, mit dem sich viele Jugendliche irgendwann konfrontiert werden sehen. Ob sie es nun wollen oder nicht – zum Täter, Opfer und auch Mitläufer wird man heute sehr schnell, wenn man nicht aufpasst.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Die Welt wär besser ohne dich

Autorin: Sarah Darer Littman

Ravensburger, Januar 2016

Gebunden, 383 Seiten

Übersetzerin: Franziska Jäkel

ISBN-10: 3473401358

ISBN-13: 978-3473401352

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-Asin: B017CHYIWE

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 17.12.2016, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59