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Die Worte der Schöpfung von David Forbes

Reihe: Die Osseria-Saga, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Der 1965 im südlichen Pennsylvania geborene und heute noch dort lebende Autor David Forbes arbeitete über fünfzehn Jahre im Bankenwesen, ehe er freier Schriftsteller wurde. In Deutschland ist bisher nur „Der Magierprinz“ erschienen. der erste Band seiner „Die Osseria-Saga“, in der er erstmals in eine magische Welt entführt, aus der die großen und mächtigen Magier seit vielen Jahrhunderten verschwunden sind. Die letzten Menschen mit Zauberkräften haben sich in eine besondere Festung zurückgezogen und halten von dort aus Ausschau nach Talenten.

Das Erstaunen ist groß, als sich zeigt, dass das Königshaus von Khedesh gleich doppelt gesegnet zu sein scheint, denn zwei Kinder des Herrschers besitzen magische Kräfte und einer von ihnen - der junge Kronprinz Gerin Atreyano – ist sogar ein Bernsteinmagier. Mit einer gezielten Ausbildung kann er mächtiger werden als alle anderen bekannten Magier der Welt zusammen. Schon einmal hat er seine Kräfte einsetzen müssen, um zu verhindern, das Khedesh von den Feinden aus dem Nachbarreich Neddar überrannt werden konnte und ein großes Übel vernichtet, dass er in seiner Unwissenheit selber freigesetzt hat.

 

In „Die Worte der Schöpfung“ hat Gerin immer noch mit den Erinnerungen und seinen Schuldgefühlen in Bezug auf den Tod seiner jüngsten Schwester Restel zu kämpfen, deren Opfertod seinen Sieg über das Böse erst ermöglicht hat.

Zudem entwickelt sein Vater – aufgestachelt durch Verwandte und seine eigene Furcht - Argwohn gegen seinen Magier-Sohn, denn er scheint sich unwohl bei dem Gedanken zu fühlen, dass ihm jemand nachfolgen wird, der vermutlich für Jahrhunderte den Thron innehaben dürfte, wenn er nicht von selbst abdankt. Und die Geschichte hat gezeigt, das aus Magiern auch Tyrannen werden können.

Doch dann gibt es Gerüchte, dass sich eine riesige Armee den Küsten von Khedesh nähert. Von einem Schiffbrüchigen erfährt Gerin, dass die Invasoren nichts Gutes im Sinn zu haben scheinen, denn sie scheinen nicht auf Reichtum und Macht aus zu sein, was Menschen leicht uneins machen kann, sie wollen etwas ganz anderes. Und der Bernsteinmagier scheint eine besondere Rolle in den Plänen der bisher unbesiegten Havalqua zu spielen. Denn sie sonst ist ihnen Gerins Gesicht bekannt.

Ehe er sich versieht bekommt der junge Mann die Macht der Feinde zu spüren. Denn längst haben sich ihre Spione in das Land eingeschlichen und warten nur auf einen günstigen Augenblick, um den Kronprinzen in ihre Gewalt zu bringen.

Dieser sucht derweil nach Aufzeichnungen und Artefakten, die ihn dabei unterstützen könnten, die Feinde aufzuhalten. Dabei besitzt das Szepter des Königreiches sein besonderes Interesse, denn es ist voller Magie, die nur ein Bernsteinmagier geschaffen haben kann. Doch ausgerechnet jetzt will sein Vater das Artefakt, dass zu den Insignien des Königreiches gehört, nicht heraus geben.

 

Auch „Die Worte der Schöpfung“ erweist sich als Fantasyroman guter alter Schule, in der es immer wieder überraschende Entwicklungen und Wendungen gibt, so dass sich die Spannung des Buches langsam aufbaut. Nachdem sich Gerin jetzt seiner Macht bewusst geworden ist, verhält er sich wesentlich verantwortungsvoller und umsichtiger, wie er immer wieder unter Beweis stellt. Allerdings ist der Schaden schon angerichtet, denn einige Adlige und vor allem sein Vater trauen ihm nicht mehr über den Weg. In dieser unsicheren Zeit kommt auch noch ein Feind dazu, den man nicht unterschätzen sollte. Zwar bedient sich Forbes hier einiger Handlungsmuster aus „Dune – Der Wüstenplanet“, aber die geringen Parallelen dürften nur erfahrenen Lesern wirklich auffallen.

Ansonsten bleibt er seiner Line treu, die Magie in den Vordergrund der Geschichte zu stellen und mehr als nur ein willfähriges Werkzeug aus ihr zu machen, denn es erweist sich nun, das es noch viel größere Geheimnisse zu entdecken und erkunden gilt, die eng mit den Invasoren zusammen hängen könnten. Und trotz seiner Macht ist Gerin auch weiterhin kein Superheld. Überhaupt erweisen sich die Figuren auch wieder als sehr lebendig und glaubwürdig, selbst die Feinde werden ausführlich beleuchtet, damit man die Gründe für ihr Vorgehen besser versteht.

Dass alles wird in eine spannende Handlung verpackt, die zwar viel beschreibt, aber auch durch Dialoge und wohl platzierte Action abwechslungsreich wird. Im Gegensatz zum Vorgängerband endet dieser wesentlich offener und lässt einige Fragen offen, die auf den nächsten Band neugierig machen.

 

Nach „Der Magierprinz“ bietet auch „Die Worte der Schöpfung“ episches Fantasy-Abenteuer, auch wenn es diesmal weniger Schlachten zu führen als Geheimnisse zu ergründen gilt. Vor allem die Leser die Geschichten voller Magie und interessant ausgearbeiteten Charakteren mögen, werden gut unterhalten.

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Die Worte der Schöpfung

Reihe: Die Osseria-Saga, Bd. 2

Autor: David Forbes

broschiert - 603 Seiten

Blanvalet, erschienen April 2009

Übersetzung aus dem Englischen von Caspar Holz

Titelbild von Hilden Design und Chih-Han Hsu

ISBN-10: 3442244773

ISBN-13: 978-3442244775

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.05.2009, zuletzt aktualisiert: 02.08.2019 12:28