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Die Zeit der Sieben von Aileen P. Roberts

Reihe: Thondras Kinder, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Aileen P. Roberts ist nicht wie man denken mag wieder eine neue Autorin aus dem englischsprachigen Raum, sondern das Pseudonym der Deutschen Claudia Lössl, unter dem sie schon mehrere Romane im Eigenverlag veröffentlicht hat, die begeistert angenommen wurde. Die Duologie um „Thondras Kinder“ ist damit ihr Einstand bei einem großen Publikumsverlag.

 

Vor vielen tausend Jahren wählte der Kriegsgott Thondra sieben Gefährten aus, die in seinem Namen gegen das Böse streiten und Siege davon tragen sollten, und dies nicht nur einmal. In den kommenden Jahrhunderten wurden sie immer dann wieder geboren, wenn die Not am größten wurde und sich die Finsternis über dem Land ausbreitete. Doch auch wenn sie Kriege beenden konnten und das Licht verteidigen, so gelang es ihnen niemals, einen vollständigen Sieg davon zu tragen, weil immer wieder Verrat und von außen gesäte Zwietracht ihre Reihen lichteten.

Und da seit ihrem letzten Auftauchen gut tausend Jahre vergangen sind, scheint auch der Gott es aufgegeben zu haben, sie wieder unter die Menschen zu senden. Dennoch haben die Zauberer von Camasann es nicht aufgegeben, durch die Lande zu ziehen und nach Kindern zu suchen, die durch besonderes Geschick im Umgang mit den Waffen auffallen. Denn unter ihnen könnte durchaus ein Auserwählter sein, der durch eines der sieben magischen Schwerter, die Thondras Kindern einst gehört haben, erkannt wird.

Zudem wollen sie dem grausamen und machthungrigen König Scurr zuvor kommen, der gar kein Interesse daran hat, dass die Sieben wieder zusammen finden – plant er doch, die anderen Königreiche unter seine Knute zu zwingen.

In diesen Zeiten wächst der junge Steppennomade Ariac heran. Obwohl er eigentlich sein Volk nicht verlassen will, spürt er doch, dass der Abschied schneller kommen könnte, als ihm lieb ist. Und richtig – die Zauberer erkennen in ihm das Potential und nehmen ihn mit sich. Doch da er einen Volk entstammt, dass die meisten anderen als primitive Barbaren ohne Kultur betrachten, hat er keinen leichten Stand. Allein das Bauernmädchen Rijana, das aus einem lieblosen Elternhaus gerettet wird, freundet sich mit ihm an. Doch ehe sich das seltsam innige Band zwischen den beiden vertiefen kann, werden sie durch einen Überfall von König Scurrs Leuten auseinander gerissen.

Während das Mädchen sicher zur Schule gelangt, in der sie die nächsten Jahre verbringen soll, um alles mögliche neben dem Kampf zu lernen, wird Ariac in das Trainingslager des brutalen Königs verschleppt. Er will einen willfährigen Diener aus ihm machen und so erwarten den jungen Steppennomaden Jahre der Pein. Als er sich dann auch noch als einer der Auserwählten erweist, versucht Scurr ihn auf seine Seite zu bringen.

Denn auf Camasann erweisen sich nun auch andere als Thondras Kinder – unter anderem ein junger Pirat, ein Königssohn und nicht zuletzt Rijana.

 

Stoffe wie diese bieten Potential für große Zyklen und werden immer wieder gerne gelesen, da im Vordergrund der Geschichten zumeist das Zueinanderfinden der Gefährten steht. Auch Aileen P. Roberts legt ihren Schwerpunkt darauf und nicht unbedingt auf den Kampf, den die jungen Helden ausfechten müssen.

Damit ein wenig Spannung in das Buch kommt, baut sie immer wieder überraschende kleine Wendungen und die daraus resultierenden Probleme ein. Die vordergründige Action kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass auch die Entwicklung der Helden recht oberflächlich bleibt.

Zwar konzentriert sie sich auf Rijana und Ariac, geht bei der Beschreibung ihres Lebenswegs nicht unbedingt näher auf die Figuren ein. Zwar wird immer wieder betont, wie viel der junge Steppenkrieger erdulden muss, aber man nimmt nicht wirklich Anteil an seinen Qualen. Ebenso wenig nimmt man anfangs die recht inaktive Rijana ernst. Das bessert sich erst in der zweiten Hälfte des Buches, als gerade die Hauptpersonen dazu gezwungen werden, die Initiative zu ergreifen.

Alles in allem verläuft die Handlung sehr geradlinig und überrascht nur an wenigen Stellen. Der Roman ist zwar flüssig geschrieben, aber gerade erfahrene Leser werden wenig finden, was sie nicht schon kennen oder voraus ahnen können. Dazu kommt das offene Ende, da sich viele Konfrontationen vermutlich erst im zweiten Band ergeben werden.

 

„Die Zeit der Sieben“, der erste Band von „Thondras Kinder“ ist ein solide geschriebener Fantasy-Abenteuerroman, der vor allem junge Fantasy-Leser begeistern dürfte. Erfahrene Leser werden allerdings die Handlung und die Figuren zu schnell leid, um wirklich von der Geschichte gefesselt zu werden.

 

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Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 2 von 2.

Laura
Freitag, 14. August 2009 14:18 Uhr
Super spannend geschrieben, mit allem, was das Fantasyherz begehrt, interessante Helden, die nicht zu perfekt sind, magische Wesen wie Elfen, Zwerge, Waldlinge und Seenymphen, finstere Herrscher und eine magische Welt!
Mittlerweile eines meiner Lieblingsbücher.

Katja
Freitag, 07. August 2009 19:24 Uhr
Tolles Buch, vielen Dank für den Tipp auf Fantasyguide. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Besonders mochte ich Ariac und Rudrinn, den Piraten, obwohl man bisher noch nicht soo viel über ihn erfährt.
Die Zeit der Ausbildung in den verschiedenen Schulen hat mir gut gefallen. Rijanas und Ariacs Flucht hat mich mitgerissen. Ich freue mich schon auf den 2. Teil!

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Die Zeit der Sieben

Reihe: Thondras Kinder, Bd. 1

Autorin: Aileen P. Roberts

broschiert, 600 Seiten

Goldmann, erschienen Juni 2009

Titelbild von Chris Strong

ISBN-10: 3442470579

ISBN-13: 978-3442470570

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 25.07.2009, zuletzt aktualisiert: 13.07.2019 19:34