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Die Zombies von Oz von Christan Endres

Rezension von Christel Scheja

 

Frank L. Baums Roman „Der Zauberer von Oz“ gehört zu den wenigen großen amerikanischen Kinderbuchklassikern, die gleichrangig neben vielen britischen Werken stehen und hat bewiesen, dass nicht nur die Engländer Maßstäbe setzen können. Bekannter ist vermutlich die Musicalverfilmung aus dem Jahr 1939, die auch heute noch regelmäßig im Fernsehen gezeigt wird.

Christian Endres konzentriert sich aber mehr auf das ursprüngliche Werk, interpretiert es neu und bringt es mit Elementen aus der modernen Phantastik in Verbindung, vor allem den seit einigen Jahren sehr beliebten Zombies.

 

Das Buch „Die Zombies von Oz“ versammelt eine Novelle und mehrere Kurzgeschichten unter dem Buchdeckel. Die lange Titelgeschichte setzt mit der Rückkehr von Dorothy nach Kansas ein. Doch dort ist nichts mehr, wie es einmal war. Die Farm ist zerstört, ihre Familie tot und unheimliche Gestalten machen die Gegend unsicher.

Ein geheimnisvoller Fremder namens Frank rettet Dorothy und ihren Hund Toto im letzten Moment. Auch er scheint mit dem Zauberland Oz vertraut zu sein, benutzt er doch den Ballon des Zauberers.

Sie versuchen vor den Zombies zu fliehen, die sich wie die Pest über Kansas ausbreiten. Doch kann Oz wirklich eine Zuflucht sein? Oder hat der Keim auch dort schon Wurzeln geschlagen?

Andere Geschichten gehen genauer auf Dorothys Gefährten wie den Blechmann, die Vogelscheuche und den Löwen ein, die sich auch einmal von einer anderen Seite zeigen, stellen die junge Miss Gale als verruchtes Luder dar oder transportieren die Elemente der Geschichten in der Geschichte in ein anderes Setting.

 

Heraus kommt eine bunte Mischung von phantastischen Geschichten, die mit der magischen Welt von Oz spielen. Christian Endres behandelt das Werk zwar mit Respekt erlaubt sich aber auch plakative Eingriffe, um den allgemeinen Lesergeschmack zufrieden zu stellen.

So hat das ganze am Ende nicht mehr viel mit der ursprünglichen Geschichte zu tun und ist schon gar nicht mehr kindgerecht, da einige Stories erschreckend nüchtern und realistisch sind, andere verkehren die Märchenelemente gar in blutigen Horror.

So bietet gerade die Titelgeschichte das, was sich der Leser von Zombie-Stories wünscht – das nüchterne und an den Western angelehnte „Roadmovie“ schlägt immer wieder ein blutiges Gemetzel und verzichtet darauf, zu moralisieren oder gar philosophieren.

Immerhin drehte es sich nicht nur um die lebenden oder wandelnden Toten – die anderen Geschichten bieten dann noch ein wenig Abwechslung vom Zombie-Splatter und zeigen, dass auch das Märchenland voller Abgründe sein kann.

Allen Storys ist jedoch gemein, dass entweder die Figuren oder das Setting im weitesten Sinne mit Oz zu tun haben und die Originale noch halbwegs wieder zu erkennen sind, so dass auch Liebhaber des Buches auf ihre Kosten kommen. Besonders das ausführliche Vorwort dürfte sie zufrieden stellen.

 

Alles in allem folgt „Die Zombies von Oz“ aber doch dem Trend der letzten Jahre, Klassiker der Weltliteratur in Horror-Romane umzuschreiben. Christian Endres bietet interessante Interpretationen von „Der Zauberer von Oz“, die gut unterhalten, wenn man sich auf ein wenig Splatter und diel Spielfreude des Autors einstellen kann.

 

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Die Zombies von Oz

Autor: Christian Endres

Broschiert, 251 Seiten

Atlantis, erschienen November 2010

Titelbild von Volkan Baga

ISBN-10: 3941258338

ISBN-13: 978-3941258334

Erhältlich bei: Amazon

Kindle-Edition

ASIN: B005UH85HS

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 21.04.2012, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 16:18