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Dieb der Dämmerung von James Barclay

Reihe: Der Bund des Raben Bd. 1

Rezension von Ingo Gatzer

 

Rezension:

Es klingt zu schön um wahr zu sein: Ein neues Buch von James Barclay, das von den Abenteuern des Raben, also der Söldnertruppe, mit welcher der britische Fantasyschriftsteller seinen Durchbruch geschafft hat, handelt. Doch wenn etwas zu schön klingt, um wahr zu sein, dann ist es oft auch leider nicht nicht wahr. So wie hier. Heyne hat nämlich "Zauberbann" und "Drachenschwur", die beiden ersten 2004 bzw. 2005 erschienen Bände des Zyklus "Die Chroniken des Raben", der Originalversion entsprechend zusammengefügt und das Ergebnis neu betitelt. Wer also diese Reihe bereits gelesen hat, kann hier beruhigt aufhören zu lesen. Für alle anderen, wird es hingegen nun richtig interessant.

 

Sie sind die beste Söldnergruppe von ganz Balia: der Rabe. Doch ihre nächste Mission entscheidet über Wohl oder Wehe des ganzen Kontinents. Denn im Westen hat sich das wilde Volk der Wesmen erhoben und plant eine Invasion. Unterstützt werden die kriegerischen Kreaturen dabei von den fürchterlichen Wytchlords. Die Potenaten und magischen Kollegien des Kontinents stellen hastig Truppen auf, um der Bedrohung zu begegnen. Aber wenn der Rabe und der mysteriöse Magier Denser bei ihrer Aufgabe, welche sie direkt in die Höhle des Löwen führt, scheitern, ist selbst bei einem Sieg der Armee Balias Schicksal besiegelt.

 

Warum James Barclays Erstlingswerk so erfolgreich war, dass er sich fortan vollständig auf die Schriftstellerei konzentrieren konnte, wird bei der Lektüre schnell klar: Der Roman lässt sich flüssig ist von der ersten Seite an mitreißend. Im Verlauf der Handlung gelingt es dem Autor dann auch noch - abgesehen von kleinen strategischen Pausen - das Spannungsniveau fast kontinuierlich bis zum Finale zu steigern. Dadurch wird das Buch schnell zum "pageturner", so dass man es kaum aus der Hand legen möchte.

 

James Barclay gelingt es, eine interessante und stimmige Welt zu kreieren, in der etwa Magie und Kriegsführung realistisch verbunden sind. Der Wechsel zwischen verschiedenen Perspektiven und Erzählsträngen sorgt zudem immer wieder für Abwechslung. Einiges, was zunächst nur so etwas wie eine "nette Idee" zu sein scheint, entwickelt sich nach einer überraschenden Wendung schließlich zum integrativem Bestandteil des Plots.

 

"Dieb der Dämmerung" überzeugt aber auch durch seine meist interessanten und verschiedenartigen Charaktere. Dazu gehört etwa der Magier Denser, dessen Methoden durchaus fragwürdig erscheinen und der in Xetesk, dem rücksichtslosesten aller magischer Kollegien ausgebildet wurde. Aber auch der rätselhafte Anführer des Raben, der Unbekannte Krieger, dessen Namen nicht einmal seine Mitstreiter kennen, zählt dazu.

 

Allerdings bleiben andere Figuren im Vergleich dazu, wie beispielsweise die Rabenkrieger Richmond oder Sirendor Larn, etwas blass. Zudem kann es der von James Barclay geschaffenen Kosmos hinsichtlich Komplexität, Ausgefeiltheit und Tiefe nicht mit den Schöpfungen von Tolkien, Martin oder Erikson aufnehmen.

 

Fazit:

Genrefans, welche noch nicht das Vergnügen hatten, James Barclays "Die Chroniken des Raben" zu lesen, erhalten mit "Dieb der Dämmerung" den Auftakt eines hochklassigen Fantasyepos zu einem überaus attraktivem Preis. Alle anderen sollten hoffen, dass der britische Fantasyautor schnell wieder produktiv wird oder Heyne sich um die Rechte und Übersetzung von James Barclays Roman "Light Steeler" bemüht.

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Eure Meinung:

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Roman

Dieb der DämmerungL

Originaltitel: Dawnthief

Reihe: Der Bund des Raben Teil 1

Autor: James Barclay

Verlag: Heyne

Erscheinungsdatum: 3. Mai 2010

Taschenbuch - 719 Seiten

ISBN-10: 3453527283

ISBN-13: 978-3453527287

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 04.09.2010, zuletzt aktualisiert: 18.06.2021 20:59