Carl Barks’s Donald Duck Vol. 1 1942–1950
 
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Carl Barks’s Donald Duck. Vol. 1. 1942–1950

Disney Comics Library

 

Rezension von Ingo Gatzer

 

Für viele ist Micky Maus das klassische Aushängeschild von Walt Disney. Doch dem etwas eindimensionalen Helden hat in der Publikumsgunst immer wieder eine andere Figur den Rang abgelaufen: Donald Fauntleroy Duck. Der fand erstmals 1931 Erwähnung und hatte drei Jahre später seinen ersten Auftritt als Nebenfigur. Die ersten längeren Geschichten, deren Zentrum der Antiheld in Entengestalt bildet, entstanden jedoch erst ab 1942 unter der Feder des legendären Comic-Schöpfers Carl Barks. Viele davon finden sich in Carl Barks’s Donald Duck Vol. 1 1942–1950.

 

Bei dem erstaunlichen Band handelt es sich um eine gebundene und mit Lesebändchen versehene Hardcover-Prachtausgabe, die satte 39,5 × 28 Zentimeter misst und gewichtige 4,30 Kilogramm auf die Waage bringt. Dank eines Umfangs von 636 Seiten ist hier reichlich Lesespaß für Duck-Fans enthalten. Den Schwerpunkt bilden dabei die klassischen und praktisch durchweg farbigen Comic-Geschichten. Da hier immer fünf bis acht Panels auf einer Seite zu finden sind, präsentieren sich die Zeichnungen angenehm groß. Die umfangreichen Storys um Donald und Co. flankieren immer wieder kürzere Comic-Strips.

 

Doch wie gut können Comic-Bilder aussehen, die durchweg mehr als 75 Jahre auf dem Buckel haben? Erstaunlich gut und farbenfroh. Das liegt vor allem daran, dass der Taschen-Verlag nicht das Original-Artwork einfach nur nachkoloriert hat, sondern auch ursprüngliche (Farb-)Fehler sorgsam mit modernen Retuschiertechniken ausgebügelt hat. Dadurch sieht die Optik besser als jemals zuvor aus$– ohne dabei den Charme des Originals einzubüßen.

 

Die einzelnen Storys haben nichts von ihrem Reiz verloren und viele wirken erstaunlich modern. Dabei dreht sich selten die Handlung allein um Donald Duck. Bemerkenswert ist etwa die Geschichte Christmas on Bear Mountain, in der Carl Barks Scrooge McDuck – deutschen Lesern besser bekannt als Dagobert Duck – erstmals einführt und Entenhausen um einen interessanten Charakter bereichert.

Hier und auch sonst treiben besonders Donald Ducks Neffen die Handlung voran. In zahlreichen Storys wie Lost in the Andes, Donald Duck and the Mummy’s Ring oder Donald Duck Finds Pirate Gold geht es um aufregende Abenteuer an exotischen Orten und Schätze, wobei die Komik nicht zu kurz kommt. Dabei geraten Carl-Barks’ Werke sukzessive facettenreicher und die Hintergründe realistischer.

Die einzige Geschichte, die wirklich komplett enttäuscht, ist das – zum Glück nur 13 Seiten – kurze Abenteuer The Firebug, das der Autor auch mit dem ungewöhnlichen Schluss nicht retten kann. Ansonsten werden Duck-Kenner möglicherweise ein bestimmtes Zombie-Abenteuer vermissen. Bei der Fülle an im Band enthaltenen Geschichten dürfte das aber kaum eine Rolle spielen.

 

Die alten und neu aufgemachten Storys aus der Feder von Carl Barks bilden zwar den Hauptteil des Bandes. Doch Fans erhalten für ihr Geld noch mehr. Dazu gehört ein langer und mit Fachwissen gespickter Essay von Jim Fanning. Der Disney-Historiker widmet sich nicht nur Donald Duck, sondern auch Carl Barks. Dabei wirft er auch einen aufschlussreichen Blick auf die Zeit der Entstehung und die Produktionsbedingungen. Zahlreiche Fotografien und Zeichnungen begleiten die umfangreichen Ausführungen. Ein echter Augenschmaus sind in diesem Zusammenhang Abdrucke von detailreichen Ölmalereien, die Barks Jahrzehnte später anfertigte – etwa zu The Terror of the River oder Luck of the North.

 

Es gibt eigentlich nur zwei Dinge, die Duck-Fans vom Kauf dieses Prachtbands abhalten könnten. Das eine ist der reguläre Preis von 175 Euro. Wer allerdings versucht, die klassischen Comics nachzukaufen, dürfte kaum billiger dabei wegkommen – und müsste dann zudem auf das XL-Format mit einigen spektakulären Duck-Doppelseiten, die bessere Optik der Panels und das umfangreiche Bonusmaterial verzichten. Das andere ist die Tatsache, dass der komplette Band nur in englischer Sprache vorliegt. Immerhin sind die Texte in den Sprechblasen – trotz einiger idiomatischer Redewendungen – auch mit einfachem Schulenglisch gut verständlich. Leider ist keine ähnlich prachtvolle Ausgabe mit den kongenialen Übertragungen von Erika Fuchs ins Deutsche in Sicht. Da es zu dieser kaum kommen dürfte, stellt dieses Band wohl auch für deutsche Duckianer das realisierbare Optimum dar.

 

Fazit

»Carl Barks’s Donald Duck.Vol. 1 1942–1950« bietet eine abenteuerliche, abwechslungsreiche und toll aufgemachte Nostalgie-Reise in die goldene Zeit der Donald-Duck-Comics. Ducktastisch!

 

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Comic:

Carl Barks’s Donald Duck. Vol. 1. 1942–1950

Disney Comics Library.

Autor: Carl Barks und Jim Fanning

Zeichner: Carl Barks

Sprache: Englisch

gebundene Ausgabe, 636 Seiten

TASCHEN Verlag, 2025

 

ISBN-10: 3836596369

ISBN-13: 978-3836596367

 

Erhältlich bei Amazon

 


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Erstellt: 06.11.2025, zuletzt aktualisiert: 06.12.2025 15:39, 25410