Doch wie gut können Comic-Bilder aussehen, die durchweg mehr als 75 Jahre auf dem Buckel haben? Erstaunlich gut und farbenfroh. Das liegt vor allem daran, dass der Taschen-Verlag nicht das Original-Artwork einfach nur nachkoloriert hat, sondern auch ursprüngliche (Farb-)Fehler sorgsam mit modernen Retuschiertechniken ausgebügelt hat. Dadurch sieht die Optik besser als jemals zuvor aus$– ohne dabei den Charme des Originals einzubüßen.
Die einzelnen Storys haben nichts von ihrem Reiz verloren und viele wirken erstaunlich modern. Dabei dreht sich selten die Handlung allein um Donald Duck. Bemerkenswert ist etwa die Geschichte Christmas on Bear Mountain, in der Carl Barks Scrooge McDuck – deutschen Lesern besser bekannt als Dagobert Duck – erstmals einführt und Entenhausen um einen interessanten Charakter bereichert.
Hier und auch sonst treiben besonders Donald Ducks Neffen die Handlung voran. In zahlreichen Storys wie Lost in the Andes, Donald Duck and the Mummy’s Ring oder Donald Duck Finds Pirate Gold geht es um aufregende Abenteuer an exotischen Orten und Schätze, wobei die Komik nicht zu kurz kommt. Dabei geraten Carl-Barks’ Werke sukzessive facettenreicher und die Hintergründe realistischer.
Die einzige Geschichte, die wirklich komplett enttäuscht, ist das – zum Glück nur 13 Seiten – kurze Abenteuer The Firebug, das der Autor auch mit dem ungewöhnlichen Schluss nicht retten kann. Ansonsten werden Duck-Kenner möglicherweise ein bestimmtes Zombie-Abenteuer vermissen. Bei der Fülle an im Band enthaltenen Geschichten dürfte das aber kaum eine Rolle spielen.