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Dixit von Jean-Louis Roubira

Rezension von Bine Endruteit

 

Das Spiel des Jahres 2010 heißt Dixit. Diesmal kommt nicht auf strategisches Denken oder Glück an, sondern auf die eigene Fantasie. Das Spiel enthält insgesamt vierundachtzig Karten, die jede für sich ausgesprochen fantasievoll und wie kleine Kunstwerke gestaltet sind. Egal welche Karte man sich ansieht, sie lädt sofort zum Träumen ein und lässt im Kopf des Betrachters Geschichten entstehen oder beschwört Erinnerungen herauf. Es gibt keine eindeutigen Abbildungen wie den Hund, die Katze und die Maus, sondern man sieht immer eine Verknüpfung von unterschiedlichen Dingen, die in ihrer Art etwas surrealistischen hat. Und genau deswegen fällt es auch nicht besonders schwer, etwas zu jedem Bild zu sagen und das ist die eigentliche Aufgabe bei Dixit.

 

Spielidee:

Jeder Spieler bekommt sechs Karten auf die Hand. Es wird reihum gespielt. Wer dran ist, muss sich zu einer seiner Karten eine Aussage ausdenken. Was man sagt, kann alles mögliche sein, es ist egal, ob man nur ein einziges Wort zum besten gibt, einen Ausschnitt aus einem Lied oder Gedicht, ein Sprichwort oder den Satz, der einem eben gerade einfällt. Die Karte, die man damit beschrieben hat, legt man verdeckt vor sich ab und anschließend gibt auch jeder der Mitspieler eine seiner Handkarten dazu, von der er meint, dass sie zur Aussage passen könnte. Alle Karten werden vom Erzähler, also dem Spieler, der an der Reihe ist, verdeckt angenommen, gemischt und dann gemeinsam in einer zufälligen Reihenfolge aufgedeckt. Nun kann keiner mehr sehen, welche Karte von wem kommt, aber alle können die jeweiligen Bilder betrachten. Die Spieler müssen nun raten, welche die Karte des Erzählers ist und legen dazu eine Nummer ab, die der gewählten Karte entspricht. Der Erzähler und die Spieler bekommen Punkte, wenn sie das richtige Bild ausfindig gemacht haben, allerdings nur dann, wenn nur ein paar von ihnen richtig lagen. Haben nämlich alle richtig oder alle falsch gelegen, gibt es keine Punkte für den Erzähler. Man darf seine Aussage also nicht zu eindeutig gestalten, aber auch nicht zu abstrakte Formulierungen verwenden.

 

Rezension:

Man benötigt ein paar Spielrunden, um ein Händchen dafür zu bekommen, wie man seine Aussage am besten formuliert und tatsächlich kommt es natürlich auch darauf an, ob man seine Mitspieler bereits lange kennt oder mit Menschen um einen Tisch sitzt, die man vorher noch nie gesehen hat. Das macht einen großen Unterschied darin, wie gut man die Aussagen dem richtigen Bild zuordnen kann. Dadurch das alle gleich oft dran sind ist das Spiel aber in jedem Fall fair und ausgeglichen.

 

Dixit eignet sich für Spieler jeden Alters, der Hersteller empfiehlt ein Mindestalter von acht Jahren. Kinder brauchen vielleicht ein wenig länger, um zu entdecken, wie sie ihre Aussagen formulieren müssen, um Punkte zu bekommen, das trainiert aber die Fantasie und das Denken auf der Metaebene. Am besten funktioniert das Spiel unter gleichaltrigen, doch auch eine bunte Mischung unter den Generationen kann Spaß machen.

 

Das Besondere bei Dixit ist, das es nicht unbedingt darauf ankommt zu gewinnen. Schnell entwickelt man einfach Spaß daran, sich etwas zu einem Bild auszudenken und zu sehen, wie die Mitspieler darauf reagieren. Dadurch, dass die Bilder abstrakt sind und zahlreiche Auslegungsmöglichkeiten bieten, kommt man nach so gut wie jeder Runde ins Gespräch, weil man von jedem wissen möchte, warum er gerade diese Karte ausgewählt hat und was der Erzähler mit seiner Aussage gemeint hat. Ohne komplizierte Regeln schafft Dixit es, die Spieler stundenlang zu fesseln. Hat man es bereits mehrfach gespielt, wird man natürlich immer wieder Karten in der Handhalten, die man bereits kennt. Dadurch wird die Kreativität zusätzlich gefördert.

 

Fazit:

Dixit hat den Titel "Spiel des Jahres 2010" durchaus zu Recht erhalten. Es ist ein ungewöhnliches Spiel, das leicht zu lernen ist, die Kommunikation und Kreativität fördert und außerdem Spaß macht.

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MEDIUM:

Dixit

Autor: Jean-Louis Roubira

Asmodee, erschienen im Mai 2009

ISBN-10: B001OH9EDW

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 01.12.2010, zuletzt aktualisiert: 16.02.2018 17:50