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Doctor Strange: Der Eid

Rezension von Ingo Gatzer

 

Rezension:

Rechtzeitig zur Premiere des zweite Kinofilms zu Doctor Strange bringt Panini in der Reihe Must-Have einige klassische Bände zu Marvels Meistermagier erneut heraus. Dazu zählt auch Doctor Strange: Der Eid. Die von Brian K. Vaughan erdachte und von Marcos Martín bebilderte Geschichte erschien erstmals 2006.

 

Dr. Strange ist zwar der mächtigste Magier des Marvel-Universums. Doch auch er ist nicht unverwundbar. Das muss der Zauberer am eigenen Leib erfahren, als er bei einem Überfall lebensgefährlich verwundet wird. Die auf verletzte Superheroen spezialisierte Night Nurse kämpft um sein Leben. Doch Stephen Strange bleibt keine Zeit sich lange auszuruhen, da der Dieb ein mächtiges Elixier gestohlen hat. Von diesem hängt nicht nur das Schicksal seines Freundes und Dieners Wong, sondern dass der ganzen Welt ab.

 

Brian K. Vaughan (Ex Machina, Y: The Last Man) beginnt sein Werk mit einem Augenzwinkern, indem er den Smalltalk von Superheroen in einer Superheldenklinik zum Besten gibt. Aber schon nach dieser launigen ersten Doppelseite sorgt er mit dem Auftritt des schwer verletzten Stephen Strange für ein Ausrufezeichen. Dessen Vorgeschichte flechtet der Vaughan wenig später geschickt ein – nicht störend für Kenner und dennoch hilfreich für Neueinsteiger. Auch danach sorgt das Einflechten von Rückblicken für Dynamik. Zudem schafft es der Autor, die Relevanz der Ereignisse und damit die Spannung sukzessive zu steigern. Erst scheint nur der Magier selbst, dann auch sein Diener bedroht – und schließlich geht es um das Schicksal der ganzen Menschheit. Passend zum Titel zwingt er seine Hauptfigur, sich zwischen zwei geleisteten Eiden zu entscheiden. Allerdings wirken einige Elemente etwas merkwürdig bis skurril. Dazu zählt etwa ein Mordanschlag mit der Pistole Adolf Hitlers oder der Charakter der auf die Superheldenbehandlung spezialisierten Night Nurse, die sich plötzlich nicht mehr um Verletzte kümmert, sondern lieber selbst zur Heldin wird. Das zeigt wenig innerfiktionale Glaubwürdigkeit und überstrapaziert die aus den 60ern stammende Figur dann doch etwas zu sehr.

 

Marcos Martín (Batgirl: Das erste Jahr, Batman: Das Beben) gelingt eine ansprechende zeichnerische Umsetzung. Dabei beweist der Spanier besonders bei der Gestaltung der Hauptfigur seine Klasse. Den lässt er nämlich durch Gestik und Mimik immer wieder unterschiedlich aussehen. So werden Emotionen von A wie Arroganz bis Z wie Zorn auf einen Blick sichtbar. Auf dem gelungenen und etwas expressionistisch angehauchten Cover wirkt der Magier sogar etwas diabolisch. Zudem zeigt Martín immer wieder Panels seitenfüllend, lenkt so den Blick auf besondere Höhepunkte oder variiert das Paneldesign. Mit Liebe für Details sind seine Zusammenfassungen geraten, die jeweils die wichtigsten Ereignisse der vorigen Folgen – ursprünglich war »Doctor Strange: Der Eid« ein Fünfteiler – rekapitulieren. Statt simpler Texte zeigt Marcos Martín hier etwa die Seite eines magischen Buches, eine Krankenakte oder ein vertrauliches Memorandum. Das erleichtert die Immersion. Lediglich bei der Darstellung einer Feuersbrunst leistet der Spanier keine optimale Arbeit.

 

Wie bei Veröffentlichungen in der Reihe »Marvel Must-Have« üblich, gibt es reichlich Bonusmaterial. Das reicht von Skizzen über Cover bis hin zu Anmerkungen, einem Blick hinter die Kulissen sowie Informationen über die Timeline. Kurzum: Ein echter Mehrwert sowohl für langjährige Fans als auch für Neueinsteiger.

 

Fazit:

»Doctor Strange: Der Eid« ist nicht perfekt, hat sich das Prädikat »Marvel Must-Have« jedoch redlich verdient und eignet sich hervorragend, um vor dem neuen Kinofilm in die richtige Stimmung zu kommen.

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Eure Meinung:

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Comic

Doctor Strange: Der Eid

Original: Doctor Strange: The Oath #1-5, 2006

Autor: Brian K. Vaughan

Zeichner: Marcos Martín

Panini, März 2022

gebundene Ausgabe, 136 Seiten

Übersetzer: Marc-Oliver Frisch

 

ISBN-10: 3741626368

ISBN-13: 978-3741626364

 

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Erstellt: 05.05.2022, zuletzt aktualisiert: 21.05.2022 16:07