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Doctor Who – Der erste Doktor: Das Kind von den Sternen

Rezension von Christel Scheja

 

Weiter geht es mit der Erstveröffentlichung der allerersten „Doctor Who“- Folgen in deutscher Sprache. Polyband hat sich nun des Serials angenommen, dass die Saga prägen und ihr erste große Erfolge bescheren sollte. Denn mit „Die Daleks“ verbanden die Macher Klischee und Innovation und schufen damit unvergessliche Bösewichte, die weit mehr als andere glubschäugige Monster werden sollten

Polyband folgt der ersten „Revisitations“-Box und präsentiert nun die zweite Digipack-Edition, die den mit der ersten erschienenen Schuber füllen soll. Wie immer gibt es auch ein Booklet mit ergänzenden Informationen zur Episode, das Digipack selbst wurde sehr ansprechend gestaltet.


Nach ihrem Abenteuer in der Steinzeit gelangen der Doctor, Susan, Ian und Barbara auf eine ihnen gänzlich fremde Welt. Zunächst wundern sie sich nur über die seltsame Umgebung, dann realisieren sie allerdings, dass sie auf einer Welt gelandet sind, die vor langer Zeit Schauplatz einer nuklearen Katastrophe geworden ist.

Doch da ist es bereits zu spät. Sie finden allerdings eine Stadt mit noch seltsameren Bewohnern, die sich selbst „Daleks“ nennen und sie zunächst für Feinde halten, für Angehörige der „Thals“, die in den versteinerten Wäldern leben.

Doch nach und nach kommt die Wahrheit ans Licht und das schreckliche Geheimnis der Stadtbewohner, die nur eines im Sinn haben, ihre immer noch humanoiden Gegenspieler, die mittlerweile jeder Gewalt abgeschworen haben, zu vernichten …


Mit diesem Serial werden die Grundlagen für einen Mythos geschaffen, der auch über die Serie hinaus bekannt wurde. Die Daleks gehören zu den ikonischen Monstern der Science Fiction, was allerdings nicht nur an ihrem auffälligen Äußeren liegen mag. Denn so lächerlich die herumfahrenden „Pfefferstreuer“ auf den ersten Blick auch sein mögen, sie haben es in sich.

Mit ihrem wahren Aussehen haben die Bewohner des Planeten Skaro nicht nur ihre Menschlichkeit, sondern auch ihre Moral verloren. Ihre mutierten Körper sind Ausdruck ihrer verdorbenen Seelen und des Wahnsinns, der sie zu beherrschen scheint. Denn schon in diesem ersten Serial wird deutlich, was die Daleks ausmacht – auf der einen Seite extremes, an Paranoia grenzendes Misstrauen gegenüber jedem fremden, auf der anderen Seite auch der Wunsch alles unter ihre Kontrolle zu bringen. Sie sind diejenigen, die aus dem Krieg nichts gelernt haben, ihre Gegenspieler schon.

Es mag sein, dass sich Autor Terry Nation bei den Daleks von den Schrecken der Nazizeit hat prägen lassen, aber die mutierten Khaleds sind auch ein Spiegel der Zeit, haben viel von dem, was man auch den Machthabern des Ostblocks und der restlichen kommunistischen Länder nachsagte, gerade weil die Stadtbewohner eher als Gemeinschaft, denn als Individialisten agieren.

Die Erzählweise ist für die Zeit typisch. Jede der einzelnen Episoden endet mit einem Cliffhanger, der am Anfang der nächsten Folge natürlich wieder aufgegriffen wird. Die Handlung kommt nur gemächlich voran – man redet viel in den einzelnen Szenen – der Doktor diskutiert eine ganze Weile mit den Daleks und die Flucht genau so wie das spätere Eindringen in die Stadt werden in die Länge gezogen. Das ist für heutige Sehgewohnheiten etwas anstrengend, ähnlich wie die teilweise gravierende Naivität der handelnden Figuren, so dass man sich schon bewusst auf diese alte Folge einlassen muss.

Wie auch schon im ersten Serial werden die damals gängigen Rollenmuster bedient, gerade Susan und Barbara sind in einer eher passiven Funktion, die Damen in der Not, die beschützt und gerettet werden müssen. Der Doktor bleibt der Intellektuelle, der schon allein aus körperlichen Gründen nicht kämpft und Ian wie immer der Mann der Tat, der kämpfen und und gefährliche Situationen geraten darf.

Wer aber über diese altersbedingten Schwächen hinweg sehen kann erlebt eine interessante Geschichte, in der es nicht nur um reine Unterhaltung geht. Die Daleks mögen zwar auf den ersten Blick Monster sein, aber sie haben auch eine interessante Geschichte und scheinen anfangs sogar bereit dazu zu sein, auf den Doktor zu hören. Aber natürlich gewinnt ihre Bösartigkeit.

Amüsant ist auch zu sehen, wie leicht die Daleks anfangs zu besiegen sind, denn ihre Panzerungen sind lange noch nicht so vielseitig, wie man denken mag, sie machen die mutierten Humanoiden tatsächlich zu Gefangenen.

Im Großen und Ganzen regt die Geschichte auch ein wenig zum Nachdenken an, weil sie damals wie heute vor Augen führt, was ein Krieg aus fühlenden und denkenden Wesen machen kann. Pazifisten, die das Grauen nie wieder miterleben und einen friedlichen Wiederaufbau in Angriff nehmen wollen und diejenigen, die nichts aus der fast vollständigen Vernichtung gelernt haben, sondern nur noch eines wollen … Rache und Dominanz. Dabei ist es nicht einmal wichtig, welchen politischen System sie folgen – wenn man genau hinhört, sprechen die Daleks Dinge aus, die noch heute gelten.

Die Serie ist vom Bild und Ton her, natürlich ein Kind ihrer Zeit, auch hat man sich in der deutschen Tonspur ein wenig angepasst. Die Synchronisation ist wieder einmal sehr hochwertig, und die Sprecher erstklassig, so dass sich der hohe Preis durchaus rechtwertig, denn man bekommt Qualität dafür.

Extras sind etwas weniger zu finden, neben Grußworten von Michael Schwarzmair und dem Sprecher der Daleks gibt es noch eine nicht synchronisierte sondern nur untertitelte Dokumentation über die Daleks und ein paar Trailer, das war es auch schon.

 

Fazit:

„Doctor Who – Der erste Doktor: Die Daleks“ ist definitiv eine der ikonischen Folgen der britischen Kultserie, legte sie doch den Grundstein für die wohl beliebtesten Monster der Fernsehgeschichte. Auch wer sonst Schwierigkeiten mit der Erzählweise der Folgen vom Anfang der 1960er Jahre, sollte sich ein Herz nehmen, es lohnt sich durchaus diesen Blick in die Vergangenheit zu wagen und den Ursprung eines Mythos kennen zu lernen, zumal die Episoden auch deutlich spannender sind als das erste Serial.

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Eure Meinung:

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DVD:

Doctor Who – Der erste Doktor: Das Kind von den Sternen

Darsteller: William Hartnell, Carole Ann Ford, Jacqueline Hill, William Russell

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Region: Region 2

Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1

Umfang: 2 DVDs

FSK: 12

Polyband/WVG, 29. Juni 2018

Produktionsjahr: 1964

Spieldauer: 175 Minuten

 

ASIN: B07BF854ZL

 

Erhältlich bei: Amazon

 

DarstellerInnen:

  • William Hartnell
  • Carole Ann Ford
  • Jacqueline Hill
  • William Russell

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Erstellt: 01.07.2018, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56