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Doctor Who – Der zwölfte Doktor 1: Der wilde Planet

Rezension von Christel Scheja

 

Nun startet auch die dritte der fortlaufenden Reihen um den Zeitreisenden Außerirdischen. Im Mittelpunkt steht diesmal die aktuelle Inkarnation – der zwölfte Doktor, zusammen mit seiner Begleiterin Clara. Die Geschichten in „Der Wilde Planet“ spielen etwa in der Hälfte der achten Staffel von „Doctor Who“.

 

Das Verhalten des Doktors ist für Clara Oswald immer noch gewöhnungsbedürftig, da er alles Jungenhafte verloren hat und nun eher als ruppiger Griesgram auftritt, der auch vom Gesicht her einfach nur alt wirkt. Dennoch kann sie es nicht lassen, weiter mit ihm Abenteuer erleben zu wollen, auch wenn er sie manchmal zu recht unpassenden Gelegenheiten abholt.

Aber eigentlich ist sie schon passend gekleidet – denn als sie im Skianzug steckt, will er ihr nämlich einen Eisplaneten zeigen. Doch die Überraschung ist groß, als dieser sich als tropische Hölle entpuppt. Und als wäre das nicht genug, lauert in dem scheinbaren Paradies aus Menschenhand auch noch ein Feind, der aus langem Tiefschlaf erwacht ist.

Später folgt der Doktor dem Notruf eines alten Freundes, dem er in einer anderen Inkarnation beigestanden hat. Auch hier ist nichts so wie es scheint, und die Gründe für den Mord an dem Historiker liegt ausgerechnet in der Vergangenheit und Mythologie seines Heimatlandes Indien …

 

Anders als in den anderen Serien agiert der Doktor hier nicht mit frischen neuen Begleitern, durch die eine entsprechende Dynamik entsteht, sondern mit der Frau, die auch in der Fernsehserie an seiner Seite ist. Das sorgt einerseits dafür, dass die Comic-Geschichten näher am Original bleiben, schränkt die Künstler aber auch etwas mehr ein, müssen sie doch mehr berücksichtigen.

Wie auch schon bei den anderen Inkarnationen, so wird auch hier der zwölfte Doktor charakterlich sehr gut getroffen und nicht verharmlost – tatsächlich kommt sein ruppiger Charakter hier genau so gut zur Geltung. Ähnliches trifft bei Clara zu, auch wenn sie etwas sanfter und hilfloser erscheint.

Zwei Geschichten, die nur sehr sehr locker miteinander verbunden sind, finden sich in der Ausgabe.

Die erste Story fällt allerdings gegenüber der zweiten etwas ab, scheint eher als klassisches Aufwärmabenteuer zu dienen, um Künstler und Leser an die neuen Gegebenheiten zu dienen. Spannender geht es da schon in der zweiten zu, die zwei Zeitebenen benutzt und den Doktor mit einem Gegner konfrontiert, der nicht so leicht zu besiegen ist wie der erste.

Alles in allem lassen sich die Geschichten sehr gut lesen, haben keine Brüche oder Unstimmigkeiten und erlauben sich für den Fan natürlich auch einige nette Anspielungen und Andeutungen, die sich gleichermaßen auf die klassische wie die neue Serie beziehen.

 

Als Auftakt für „Doctor Who – Der zwölfte Doktor“ ist „Der Wilde Planet“ durchaus gelungen, allerdings fehlt ihm ein wenig die Frische und die Freiheit, die in den Comic-Abenteuern seiner früheren Inkarnationen gefunden sind. Das liegt vermutlich daran, dass nicht nur der Doktor, sondern auch seine Begleiterin aus der Fernsehserie stammen und daher nicht so sehr verändert werden dürfen, wie man es sich manchmal wünscht. Der Fan wird sich aber weiterhin über die vielen Anspielungen freuen.

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Eure Meinung:

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Buch:

Doctor Who – Der zwölfte Doktor 1: Der wilde Planet

Autor: Robbie Morrison

Original: Doctor Who – The Twelfth Doctor # 1-5, USA 2014

Panini Verlag, Stuttgart, 03/2016

Comic, Science Fiction, 128 Seiten

Aus dem Amerikanischen von Claudia Kern

Titelillustration von Alice X. Zhang, Zeichnungen von Dave Taylor & Mariano Laclaustra, Farben von HI-FI & Luis Gurrerro

Vollfarbiges Softcover auf Kunstdruckpapier im US-Comic-Format

ISBN 978-3-95798-566-8

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 30.03.2016, zuletzt aktualisiert: 07.05.2019 18:16