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Doctor Who – Die komplette Staffel 1

Filmkritik von Christel Scheja

 

Nach vielen Jahren in denen KSM die Rechte für die Veröffentlichung der ersten beiden Doctor Who-Staffeln aus den Jahren 2005 und 2006 besaß, hat diese nun Polyband übernommen, sodass die Serie endlich komplett im einheitlichen Design und in der aktuellen digitalen Aufbereitung erscheinen kann. Warum erst einmal nur die DVDs erschienen und nicht auch die Blu-Rays liegt auf der Hand: die Veröffentlichung letzterer durch KSM ist noch nicht so lange her.

 

Rose ist ein ganz normales Mädchen, dass sich mehr schlecht als recht durchs Leben schlägt und froh sein kann, einen Job als Verkäuferin zu haben. Sie lebt mit ihrer verwitweten Mutter Jacky zusammen und hat einen Freund namens Mickey.

Als plötzlich die Schaufensterpuppen im nahegelegenen Kaufhaus lebendig werden, rennt ihr ein seltsamer Fremder über den Weg. Der Doctor – so wie er sich nennt, wird schon bald ihr Leben auf den Kopf stellen, denn er ist ein Außerirdischer, ein Reisender durch Raum und Zeit.

So abenteuerlustig wie sie ist, schließt sich Rose ihm an und lässt dadurch ihr doch eher langweiliges irdisches Leben zurück. Allerdings sind die Abenteuer, sowohl in der Vergangenheit als auch in der fernen Zukunft nicht ganz ohne und manchmal lebensbedrohlich. Doch die junge Frau mag diesen Nervenkitzel und nicht zuletzt auch den Doctor schon bald nicht mehr missen, auch wenn sich ihnen bald der irdische Zeitreisende Jack zugesellt.

 

Wie der Fernsehfilm aus den Jahr 1996 war auch die erste Staffel ein Risiko und hätte leicht daneben gehen. Aber scheinbar stand die BBC der Kultserie wohlwollender gegenüber als neun Jahre zuvor, sodass »New Who« nicht gleich wieder in den Archiven verschwand und ab der zweiten Staffel sogar Erfolge feierte.

Der Bruch mit der klassischen Serie war nicht ganz so radikal wie gedacht. Zwar wählte man sich mit Christopher Eccleston ein neues Gesicht, aber die Geschichten boten all das auf, was schon die alten Folgen ausgezeichnet hatten: Ikonische Monster und nicht zuletzt einen charismatischen Helden, der seine Probleme nicht mit Gewalt löste, sondern mit List und Verstand.

Kriege und Kämpfe haben den Pazifisten schon vorher angewidert, nun bekam die ganze Geschichte auch noch eine tragische Note dazu.

Der neue Doctor stand nicht über Gefühlen wie Verlust und Trauer oder Scham, er hegte sie selbst in massivem Maße und trug ein Geheimnis mit sich herum, dass sich erst nach und nach lüftete. Diese düstere Note sorgte ebenso dafür, dass die jüngere Generation mit Interesse dabei war, ebenso wie die flottere und den modernen Sehweisen angepasste Dramaturgie.

 

Spielerisch führte der Showrunner neue Gegenspieler ein, einige davon einmalig, andere wiederkehrend, und verlieh den ikonischen Schurken, allen voran den Dalek eine Auffrischung – ohne jedoch viel von ihrem Wesen zu verändern.

Alles in allem waren die Geschichten der ersten Staffel sehr abwechslungsreich und unterhaltsam, erlaubten es den Zuschauern, die Figuren und ihre Geheimnisse, aber auch die Welt wieder neu kennen zu lernen. Auch Christopher Eccleston wuch langsam aber sicher in die ikonische Rolle hinein und verkörperte spätestens ab Das Leere Kind den Doctor souverän und glaubwürdig, was gar nicht so einfach war, weil die Zuschauer doch einige Erwartungen an ihn stellten.

 

Ein angemessenes Budget erlaubte es der britischen Serie nun endlich mit vergleichbaren Produktionen aus den USA mitzuhalten, die Tricks und digitalen Spielereien waren auf der damaligen Höhe der Zeit, aber sie sprühte auch weiterhin einen eigenwilligen Charme aus, weil sie inhaltlich weiter einen eigenen Weg ging. Die Ideen blieben schräg, die Umsetzung war auch schon einmal böse und konsequent und die Figuren durften auch Ecken und Kanten besitzen.

Und so ebnete diese Staffel letztendlich den Weg für die neue Serie, die nun auch schon fünfzehn Jahre läuft und eine neue Fangemeinde gewinnen durfte.

 

Im Gegensatz zu früheren Veröffentlichungen hat sich nicht viel getan, es wurde nur eine geschnittene Szene in Vatertag eingeführt, ansonsten gibt es beim Bonusmaterial keine Unterschiede zu den Boxen von KSM. Im Vergleich zu anderen Serien gibt es hier allerdings reichlich anzuschauen, unter anderem die Confidentials die einen Einblick in den Dreh einer jeden Folge geben. Auch das Booklet mit ein paar Hintergrundinformationen darf nicht fehlen.

 

Fazit:

Es ist schwierig »Doctor Who – die komplette Erste Staffel« zu empfehlen, zumal ja KSM auch noch einmal zugelegt hat, aber wer sich bisher noch nicht entscheiden konnte, sollte zuschlagen, denn trotz einiger Startschwierigkeiten, entwickelte die Serie schon bald genug Potential um den Zauber der Abenteuer in Raum und Zeit wieder neu zu entfachen. Eigentlich kommt kein SF-Fan heute mehr an der Kultserie vorbei, die mehr Jahre auf dem Buckel hat als etwa »Star Trek« und sich immer durch eine ungewöhnliche Sichtweise der Dinge auszeichnete.

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Eure Meinung:

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DVD:

Doctor Who – Die komplette Staffel 1

Regisseure: Keith Boak, Euros Lyn, Joe Ahearne, Brian Grant und James Hawes

Künstler: Russell T. Davies

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 5 DVDs

FSK: 12

Polyband/WVG, 8. Mai 2020

Produktionsjahr: 2005

Spieldauer: 571 Minuten + 280 Minuten Bonus

 

ASIN: B083XW69N3

 

Erhältlich bei: Amazon

DarstellerInnen:

  • Christopher Eccleston
  • Billie Piper
  • Camille Coduri
  • Steven Beckingham
  • Paul Kasey

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Erstellt: 19.06.2020, zuletzt aktualisiert: 19.06.2020 14:58