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Doctor Who – Die komplette Staffel 12

Rezension von Christel Scheja

 

Die zwölfte Staffel von Doctor Who ist auch das zweite Jahr, in dem sich Chris Chibnall und seine Hauptdarstellerin Jodie Whittaker bewähren müssen. Immerhin rudert man in einem Punkt zurück. Es wird nicht mehr länger vermieden, die beliebten alten Monster als Gegenspieler zu benutzen – in dieser Staffel sind es die Cybermen. Und auch jemand anderes macht diesmal dem Doctor das Leben schwer und stellt all ihre Vorstellungen auf den Kopf.

 

Gleich in der ersten Folge sammeln »Men in Black« den Doctor und ihre Begleiter ein. Sie bringen sie in die Schaltzentrale des M6. Deren Chef eröffnet ihnen, dass es außerirdische Mächte weltweit auf die Spione aller Länder abgesehen haben. Sie sollen nun heraus finden wer – und arbeiten deshalb mit einer Spitzenkraft zusammen, die sich bewusst aus allem zurückgezogen hat. Aber leider hat auch O ein düsteres Geheimnis.

In den folgenden Geschichten reisen der Doctor und ihre Gefährten wieder durch Zeit und Raum, sie begegnen dabei auch historischen Persönlichkeiten wie Ada Lovelace, Nicola Tesla und nicht zuletzt Lord Byron und seinen Freunden in der Villa Diodati.

Und dann ist da noch der »Lone Cyberman«, der die Gefährten am Ende in die Cyberkriege und nach Gallifrey führt. Nun, da die Karten auf den Tisch gelegt werden, ist alles anders, vor allem für den Doctor, denn sie wird mit der bisher unbekannten Legende um das »zeitlose Kind« konfrontiert.

 

Bei ihrer Erstausstrahlung im britischen Fernsehen hat die Staffel bereits für Aufregung gesorgt, wagte es Chris Chibnall doch nicht nur wieder mehr klassische Elemente einzubringen, sondern teilweise auch umzuschreiben.

Gerade das Ende der Staffel verändert die ganze Sicht auf den Zeitreisenden, seine Welt und seine Bestimmung und dürfte der nächste Schlag in die Richtung der Traditionalisten sein, die den Doctor bisher nur als Mann sehen wollen und der Linie folgen, die seit der klassischen Serie festgeschrieben zu sein scheint.

Aber genau da wirft bereits eine Folge interessante Fragen auf – und genau diese Episode aus der Zeit des vierten Doctors hat Chibnall aufgegriffen und ausgenutzt. Dabei handelt er nicht anders, als andere Showrunner vor ihm, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Interessen die Serienrealität auf den Kopf gestellt haben.

Die Entwicklungen ermöglichen nun neue Möglichkeiten, den Hintergrund weiter zu entwickeln – inwieweit das geschehen wird, wird man als Zuschauer vermutlich in den nächsten Staffeln miterleben.

Ansonsten hat das Tempo angezogen, gerade die historischen Folgen wissen durch die Gestaltung und den Umgang mit der Vergangenheit zu punkten und in den Bann zu schlagen. Jodie Whittaker ist in ihre Rolle gewachsen und gibt dem Doctor nun eine eigene wiedererkennbare Note, auch wenn sie vorsichtig genug ist, ihn nicht zu verweiblichen. Zudem haben die Begleiter weiterhin wichtige Bedeutung, stehen aber nicht mehr ganz so im Vordergrund wie in der Staffel zuvor.

Es passiert einiges, die Folgen haben keine Durchhänger und eine wiederum neu definierte, aber altgediente Figur der Serie darf wieder ordentlich mitmischen. Alles in allem hat sich so das Tempo der Serie wieder intensiviert und damit kommen auch viele zurecht, die bisher nicht so tief in die Serienhistorie eingetaucht sind.

Da die Staffel nur so wenige Folgen besitzt wird die Rahmenhandlung straffer erzählt und die Tricks verlieren nicht an Qualität. Bild und Ton sind auf der Höhe der Zeit, die Extras auf den DVDs eher mager, dafür gibt das für die deutsche Ausgabe erstellte Booklet eine nette Übersicht.

 

Fazit:

Die zwölfte Staffel von »Doctor Who« zieht an, was die Spannung betrifft. Jodie Whittaker ist in ihre Rolle als Doctor hinein gewachsen und zeigt sich lebhafter denn je. Die Begleiter treten ein wenig in den Hintergrund und lassen ihr mehr Raum, was auch bei den neuen Gegenspielern bitter nötig ist.

Was vermutlich nicht jedem Zuschauer gefallen wird, ist der Wagemut des Showrunners wieder einmal gewisse Prämissen in der Serie umzuwerfen und damit alles bisher Bekannte über den Doctor auf den Kopf zu stellen. Aber das hält die Serie auch am Leben – der Hintergrund zeigt immer wieder ein neues Gesicht und sorgt für interessante Entwicklungen, die frische Ideen in die Saga bringen.

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Eure Meinung:

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DVD:

Doctor Who – Die komplette Staffel 12

Showrunner und Produzent: Chris Chibnall

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Bildseitenformat: 16:9 (1,78:1), PAL, RC 2

Umfang: 4 DVDs

FSK: 12

Laufzeit: 8 Stunden und 40 Minuten

Polyband/WVG, 9. Oktober 2020

 

ASIN: B085DQJ3D2

 

Erhältlich bei: Amazon

DarstellerInnen:

  • Jodie Whittaker
  • Bradley Walsh
  • Tosin Cole
  • Mandip Gill

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Erstellt: 17.10.2020, zuletzt aktualisiert: 17.10.2020 11:41