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Dr. Who, Die kompletten Specials

Rezension von Christel Scheja

 

Mit der Veröffentlichung der fünf Specials, die zwischen Staffel vier und fünf von „Doctor Who“ liegen, schließt sich die Lücke in der deutschen Veröffentlichung der modernen Serie. Erstmals hat man sich hier entschieden, den Wechsel von einer Reinkarnation eines Doctors zum nächsten, nicht überraschend in einer Staffel stattfinden zu lassen, sondern seinen Abschied in fünf einstündigen Folgen zu zelebrieren.

 

Schon das Ende der vierten Staffel hat es in einer düsteren Prophezeihung angekündigt: Der Doctor hat nicht mehr viel Zeit, denn sein „Tod“ steht vor der Tür und wird kommen, wenn es vier mal klopft.

Dennoch versucht er seinem Schicksal zu entfliehen und stürzt sich deswegen in wilde Abenteuer. Allerdings ist er diesmal allein, denn seine letzte Begleiterin Donna Noble muss auf der Erde und im Schoß ihrer Familie zurückbleiben. Die letzten Ereignisse haben sie so beansprucht, dass sie sterben wird, wenn sie sich jemals wieder an diese und den Doctor erinnert.

Vielleicht bringt eine andere Zeit den nötigen Abstand. Im viktorianischen England ist jedoch nicht alles so festlich, wie es sein soll. „Der andere Doctor“ bringt so überzeugende Beweise vor, dass selbst der echte Doctor davon überzeugt ist, es mit sich selbst in einer späteren Reinkarnation zu tun zu haben. Und vielleicht ist es auch ganz gut so nicht alleine zu sein, denn düstere Gestalten aus Metall sind in der Stadt.

Die Meisterdiebin Lady Christina hätte das Zeug zu einer guten Begleiterin zu werden – das muss der Doctor in seinem Abenteuer auf dem „Planet der Toten“, in dem er seine Tardis aus den Augen verliert und mit einem Linienbus vorlieb nehmen muss. Doch gerade die Reise auf eine andere Welt öffnet ihm die Augen.

„Der Rote Garten“ führt den Doctor auf den Mars und an jenen verhängnisvollen Tag, an dem die Bewohner der ersten Kolonie ein uraltes Übel aus seinem Schlaf reißen. Er könnte die letzten Überlebenden vor den Wasserzombies retten, aber darf er so massiv in die Geschichte eingreifen? Welche Folgen hätte das.

„Das Ende der Zeit“ beginnt mit einem Ruf auf den Planeten der Ood, die dem Doctor enthüllen, dass düstere Ereignisse in Gang kommen, die das Gefüge des Universums erschüttern könnte. Sein alter Erzfeind und Schicksalsgenosse – der Master – ist nicht so tot wie er glaubte. Und ausgerechnet seine Wiederkehr setzt Ereignisse in Gang, deren Samen bereits auf Gallifrey gepflanzt wurden. Nun ist es am Doktor, nicht nur den Master aufzuhalten, sondern auch eine schreckliche Entscheidung zu treffen.

 

Im Grunde sind die zwischen der vierten und fünften Staffel angesiedelten Specials der Abgesang auf den zehnten Doktor. Auch wenn die Geschichten voneinander unabhängig und nur durch die Hauptfigur miteinander verbunden scheinen, durchzieht sie doch ein roter Faden – der drohende „Tod“ des Doctors und die Tatsache, dass er erstmals seit langem wieder alleine durch Zeit und Raum reist und daher niemanden hat, der ihn auffangen kann, wenn ihn dunkle Gedanken überkommen.

Ein Timelord ist mächtig, aber er muss auch immer wieder an seine „Menschlichkeit“ erinnert werden, um nicht zu einem Monster zu mutieren, wie die Feinde, die er bekämpft. Aus diesem Grund ist auch die Erfahrung, einem möglichen späteren Ich – womöglich seiner nächsten Inkarnation zu begegnen, sehr heilsam. Gerade dessen Beispiel führt ihm so einiges vor Augen, was er bisher nicht beachtet hat, weckt aber auch einen starken Wunsch in ihm.

Auch die nächsten beiden Folgen auf dem „Planet der Toten“ und in „Der Rote Garten“ stellen ihn auf die Probe – und es sind dabei immer die Menschen, die ihn erden und wieder zur Besinnung bringen. Das bereitet ihn letztendlich auf „Das Ende der Zeit“ vor, in dem er mit seinem größten Schmerz, aber auch seinem schlimmsten Verbrechen konfrontiert wird. Er könnte Gallifrey, seine Heimat zurückgewinnen – aber will und kann er das zulassen, nun, da er zum Beschützer der Menschen geworden ist?

Gerade Wilfred Mott, der achtzigjährige Großvater seiner letzten Begleiterin Donna Noble wird in dieser Zeit zu seinem treuen Begleiter und der moralischen Instanz, die er braucht, um die richtige Entscheidung zu treffen. Auch seine alte Nemesis, der Master kehrt zurück, aber ist er diesmal wirklich der Böse? Steckt hinter seinem Wahnsinn nicht vielleicht viel, viel mehr.

Gerade die letzte Doppelfolge verknüpft viele Elemente aus früheren Folgen und Staffeln mit der aktuellen Situation. Vielleicht war es auch nicht so dumm, die Specials jetzt zu veröffentlichen, bereiten sie doch schon in ersten Andeutungen das Jubiläums-Special „Der Tag des Doctors“ vor, wenn man genau hinhört.

Letztendlich sind die finalen Folgen von David Tennant als zehntem Doctor trotz allen Humors doch eher ernst und melancholisch, erzählen von einem Mann, der eigentlich gehen muss, aber letztendlich das Schicksal nicht aufhalten kann.

Die Tatsache, dass es diesmal nur fünf Folgen sind, versucht diese Box mit einer Vielzahl von Specials wett zu machen. Es gibt zu jeder Episode ein etwa gleichlanges Confidential, das sich aber nicht nur als einfaches „Making-Of“ erweist, sondern auch Rückbezüge zu früheren Doktoren zieht. In Audiokommentaren erfährt man mehr über die Folgen selbst, manchmal plaudern die Schauspieler auch aus dem Nähkästchen, ähnlich wie bei dem Videotagebuch von den letzten Tagen Tennants am Set.

Interessant ist auch das entsprechende Panel auf dem Comic-Con und nicht zuletzt die „Doctor Who“-Proms, das alljährliche, in der Royal Albert Hall veranstaltete Konzert mit der Musik aus der Serie, das mehr als nur ein simples Abspielen von Musik durch ein Orchester ist. Gerade die besondere Inszenierung verrät, welchen Stellenwert die Serie in England bei Jung und Alt hat.

Alles in allem bekommt man doch eine Menge mehr für sein Geld als man vermutet – die Extras sind recht gelungen, wenn auch nur mit Untertiteln versehen. Bild und Ton sind auf der Höhe der Zeit.

 

 

Fazit:

 

Zwar eignen sich gerade diese fünf Episoden nicht gerade als Einstieg, weil sie die letzten offenen Fäden für den zehnten Doktor miteinander verknüpfen, um seine Geschichte abzurunden, für Fans aber ist „Doctor Who . die kompletten Specials“ unverzichtbar, gibt es doch viele Anspielungen, die nicht nur ein anderes Bild von der Vergangenheit zeichnen, sondern auch auf die Zukunft hinweisen. Wie immer sind die Abenteuer des Timlord in so amüsante wie spannende Science-Fiction.Abenteuer verpackt, die Jung und Alt gleichermaßen ansprechen und ganz und gar nicht wie Durchschnittskost wirken, auch wenn sie sich einiger Klischees bedienen. Aber diese werden, genau wie die Feinde, gerne auch schon einmal komplett auf den Kopf gestellt.

 

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Eure Meinung:

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MEDIUM:

Dr. Who, Die kompletten Specials

Dr. Who, GB 2009

5 Folgen a ca. 55 min

Regisseure: Euros Lyn, Andy Goddard, James Strong, Graeme Harper

Autoren: Russell T. Davies, Gareth Roberts, Phil Ford

Musik: Murray Gold

Format: PAL, RC, 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 5

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Studio: Polyband/WVG

Erscheinungstermin: 23. November 2013

Produktionsjahr: 2009

Spieldauer: 305 Minuten

ASIN: B00EP2NZ06

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

  • Extras:
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  • Confidentials zu jeder Folge
  • Videotagebücher
  • Audiokommentare,
  • Deleted Scenes
  • Doctor Who Proms
  • Doctor Who at the Comic Con
  • Booklet
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  • Darsteller:
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  • David Tennant
  • John Simm
  • Timothy Dalton
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Erstellt: 07.12.2013, zuletzt aktualisiert: 02.08.2020 16:26