Anêrios ist der Sohn eines Bootsbauers. Um seine Mutter ranken sich Legenden, da er an den Händen Schwimmhäute hat. Als er mit seinem besten Freund Tarvônius heimlich einen heiligen Ort aufsucht, geraten sie in Schwierigkeiten, denen sie nur knapp entkommen. Doch dann wählt das Orakel Tarvônius als halbjähriges Menschenopfer aus. Anêrios’ Leben gerät aus der Bahn. Als er erfährt, dass er das nächste Opfer werden soll, flieht er. Aber damit fängt sein großes Abenteuer erst an.
Andreas Sommers historische Urban-Fantasy-Romane sind anders, was unter anderem daran liegt, dass er sie in die frühe Geschichte der Schweiz einbettet und auch die dortige Sagenwelt einbezieht. Nachdem sein Helisee im 10. Jahrhundert angesiedelt war, führt es seine Leser diesmal noch weiter in die Geschichte seines Heimatlandes zurück.
Die in Drachenberg erzählte Story ist im Berner Oberland des 6. Jahrhunderts angesiedelt, einer Zeit, in der die Überreste des römischen Reichs im Zerfall begriffen waren und die neue christliche Religion mit den althergebrachten konkurrierte. Die Gottheiten mehrerer hier aufeinanderstoßender Völker sowie deren Priester spielen für Anêrios’ Abenteuer eine wichtige Rolle. In dieser ›wilden Zeit‹ begleiten wir den anfangs 13-jährigen Protagonisten beim Erwachsenwerden. Mit seinem Umfang von deutlich über 700 Seiten kann man das Buch schon fast als episch einstufen. Entsprechend groß ist auch die Anzahl der handelnden Charaktere. Die Personenliste im Anhang nimmt alleine 5 Seiten ein. Dazu kommen 7 Seiten Glossar, eine 3 Seiten umfassende Götterliste und ein 4-seitiges Register der Handlungsorte. Dass die Geschichte komplex ist, muss man da wohl nicht betonen.
Wie bereits »Helisee« ist auch Drachenberg« in der Schweiz erschienen, weshalb der Buchstabe »ß« – wie dort üblich – durchgängig durch »ss« wiedergegeben wird.