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Drachenbund von Dennis L. McKiernan

Rezension von Linda Dannenberg

 

Am längsten Tag des Jahres liegt in den Steppen von Moko eine Frau in den Wehen. Nachdem sie qualvolle Schmerzen erlitten hat, stirbt sie und die Hebammen schneiden ihren Leib auf, um zumindest das Kind zu retten. Als sie bemerken, dass der Säugling ein Mal auf dem Schädel hat, wollen sie es töten, da sie es für verflucht halten. Dann jedoch erkennen sie, was dieses Mal darstellt: Einen Yong -einen Drachen- und dies zeichnet das Neugeborene als den lange prophezeiten Magier-Kriegerkönig aus, der so mächtig sein wird, dass sich selbst die Drachen vor ihm verneigen werden.

 

Einige Jahre später und an einem anderen Ort findet eine weitere, bedeutende Geburt statt. Das unmögliche Kind wird geboren. Unmöglich deshalb, weil die Mutter des Kindes, Dara Riatha, eine Elfe ist und Elfen auf Mithgar nicht schwanger werden können. Und als wäre dies nicht genug, entsprang das Kind auch einer Verbindung zwischen einer Elfe und einem menschlichen Mann. Trotz dieser eigentlich unmöglich fruchtbaren Vereinung, kommt das Kind zur Welt und auch die Mutter überlebt die Geburt. Auch um dieses Kind ranken sich Prophezeiungen. Weissagungen, die subtil sind ... und auch tückisch.

 

„Drachenbund“ ist der vierzehnte Roman aus Dennis L. McKiernans erfolgreicher Mythgar-Reihe, die bei Heyne erscheint. Diese Bücher kann man zwar auch für sich allein stehend lesen, ein wenig Vorwissen erleichtert das Verständnis der Geschichte allerdings, ganz besonders bei diesem speziellen Roman. Außerdem schafft McKiernan eine komplexe Welt, die es sich immer wieder lohnt zu besuchen und zu erkunden und die in nahezu jedem Band eine neue Seite entfaltet.

 

Mythgar ist eine Welt, die seine sonnigen und seine Schattenseiten hat und bewohnt wird von den unterschiedlichsten Völkern, Menschen wie auch Zwerge, Elfen, Ghule oder Gestaltwandler.

Wer tolkieneske Fantasy mag, der ist bei McKiernan genau richtig, denn dieser schreibt sehr konventionelle Fantasy, in meist ruhigem, aber flüssigem Erzähltempo, das ohne wirkliche Länge daherkommt. Die Seiten fliegen nur so dahin, obwohl der Autor auf große Action und einen besonderen Spannungsbogen verzichtet und sich eher der liebevollen Ausgestaltung von Welt und Charakteren widmet, die daher auch sehr plastisch und lebendig erscheinen. Doch ganze ohne ein wenig turbulente Kämpfe kommt auch dieses Buch nicht aus, weshalb es teilweise sehr blutig und düster zugeht.

 

Die Erzählkraft McKiernans packt den Leser sehr schnell, sprachlich ist „Drachenbund“ zwar nicht allzu anspruchsvoll, aber doch auf konstant gutem Niveau. Zudem ähneln sich der narrative Stil des Erzählers und der Stil der Dialoge auf ganz besondere Weise, sodass man nie aus dem Lesefluss gerät.

Obwohl die Geschichte größtenteils durchdacht und gut konzipiert wirkt, scheint der Autor nicht all die Fäden, die er in diesem oder früheren Büchern aufgenommen hat, erfolgreich zusammengeknüpft zu haben, was den Leser ein wenig unbefriedigt zurück lässt. Zudem verläuft der Plot manchmal ein bisschen zu vorhersehbar, einige Überraschungen gibt es aber dennoch.

 

Fazit:

Für Fans von McKiernans Werken ist auch dieser Band ein Muss, der seinen anderen Mythgar-Romanen in nichts nachsteht und von der ersten bis zur letzten Seite gut unterhält. Neulingen ist „Drachenbund“ aufgrund der komplexen Welt allerdings nur bedingt zu empfehlen.

 

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Drachenbund

Autor: Dennis L. McKiernan

Original: Silver Wolf, Black Falcon (2000)

Übersetzer: Wolfgang Thon

Broschiert, 316

Verlag: Heyne (August 08)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3453524381

ISBN-13: 978-3453524385

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 05.08.2008, zuletzt aktualisiert: 18.06.2021 20:59