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Dragonball Origins (NintendoDS)

Rezension von Björn Backes

 

Sie ist wohl unkaputtbar, die vielleicht wichtigste und mitunter auch einflussreichste Anime-Serie der letzten drei Jahrzehnte: „Dragonball Z“ sollte definitiv jedem ein Begriff sein, der sich auch nur ein kleines bisschen für die animierte Kunst aus Fernost interessiert und deren jugendlichen Output schon einmal begutachtet hat. Seit immerhin 25 Jahren begeistert die Serie als Manga, TV-Serie, Kinoformat und zuletzt natürlich auch als Videospiel die treue Fangemeinde und hat Son Goku, Bulma und alle anderen Protagonisten zu einigen der beliebtesten Stars des asiatischen Trickfilms gemacht. Auf Nintendos Dualscren wagt man nun pünktlich zum silbernen Jubiläum eine Rückkehr in das erste Stadium der Dragonballs. Ein weiteres Mal erlebt man die Anfänge der Serie und begleitet Son Goku bei seiner Suche nach den sieben magischen Bällen, die der Serie schließlich ihren Namen gegeben haben.

 

Inhalt:

Die Ansage in „Dragonball Origins“ ist klar: Son Goku hat sich vorgenommen, die Lehren aus dem Tod seines Großvaters zu ziehen und den mächtigen Drachen Shen Long heraufzubeschwören, der dem kleinen Nachwuchskämpfer einen Wunsch nach Belieben erfüllen kann. Der Tod des großen Lehrmeisters bietet daher auch die Basis für die ziemlich üppige Story, welche sich auf insgesamt 54(!) Kapitel aufgliedert und mit allerhand Zwischensequenzen enorm lebhaft dargestellt wird. Man beginnt als unerfahrener Nachwuchsheld und in dieser Form ohne jegliche Grundfähigkeit. Das Ziel ist klar: Son Goku soll die sieben Dragonballs in seinen Besitz bringen und deren pure Magie bündeln, um seinen sehnlichsten Wunsch wahr werden zu lassen. Am Anfang scheint das Ganze aber noch ziemlich weit hergeholt: Unser Jüngling ist gerade mal dazu in der Lage, sich fortzubewegen und einzelne Steine zu werfen, um sich die ersten Gegner vom Leib zu halten. Erst nach und nach kommen die ersten Kampftechniken hinzu, eine Spur Magie wird aufgelesen, und mit weiterem Fortschritt kann man schließlich auf ein ordentliches Arsenal aus effektiven Manövern zurückgreifen, das man langfristig auch noch mal in bereits durchlaufenen Stationen antesten sollte. Das Spiel bietet nämlich abseits der recht effektvoll gestalteten Haupthandlung noch haufenweise Bonusaufgaben, die gerade für Rekordsammler und Abenteuerlustige einem Mekka gleichzusetzen sind. Doch dazu später mehr.

Erst einmal steuert Son Goku mit Bulmas tatkräftiger Unterstützung durch die ersten Welten und nähert sich peu a peu den verborgenen Dragonballs. Mehrere Rätsel wollen gelöst werden, diverse kampftaktische Herausforderungen lauern in den brisanten Passagen des Spiels, und auch das Feingefühl ist gefragt, wenn man beispielsweise auf Jindujun reitet oder sich vom Herrn der Schildkröten in weiteren Techniken einweisen lässt. Mit der Zeit kommen dann auch immer mehr strategische Fragen auf: Wie verhindere ich, dass Bulma mal wieder dem sicheren Tod entgeht? Was kann ich tun, damit die werte Gefährtin nicht schon wieder in Schwierigkeiten gerät, weil sie sich so spät ins Geschehen einklinkt? Und wie kann ich bestimmte Schalter umlegen, während die Gegner im Hintergrund keine Ruhe geben?

 

Action ist en masse geboten, und auch wenn langfristig nicht immer von abwechslungsreichen Missions-Settings die Rede sein kann, so wird man bei der recht nahe angelehnten Nacherzählung der Original-Story immer wieder gefordert, da es eine ganze Menge zu entdecken gibt und man nebenbei mit den gar nicht mal so simplen Aufgaben des Spiels schnell alle Hände voll zu tun hat. Da man zudem auch ständig durch die Original-Schauplätze der Serienanfänge navigiert und permanent auf alte Bekannte trifft, entsteht auch schnell eine wohlige Atmosphäre, die den Abenteuergeist von „Dragonball Z“ ganz schnell wieder ins Leben ruft. Inhaltlich und spieltechnisch ist „Origins“ daher auch zweifelsohne ein echter Kracher!

 

Technik/Präsentation:

Was die Steuerung betrifft, ist „Dragonball Origins“ hingegen ziemlich gewöhnungsbedürftig. Man steuert weitestgehend mit Stylus und Touchscreen, was gerade in der Symbiose aus Bewegung und Kampf schon einmal knifflig werden kann, da nicht immer das umgesetzt wird, was man umsetzen möchte. Die Bewegungen beispielsweise können sowohl mit Stylus als auch mit dem Steuerkreuz durchgeführt werden, während man bei den Kämpfen ausschließlich auf dem unteren Screen agiert. Das Problem: Bei manchen Attacken muss man erst einmal weit ausholen und dementsprechend auch den Stylus über den gesamten Screen ziehen. Die Folge: Die Figur setzt sich in Bewegung und navigiert in Richtungen, wo sie gar nicht hingehört. Schwierig…

Davon abgesehen muss man sich auch erst einmal an die Darstellung der Level gewöhnen. Gerade die Verbindung der beiden Bildschirme ist ungewöhnlich. Ein Beispiel: Der Charakter steht unten vor einer Wand, kann oben aber gleichzeitig oben sehen, was sich dahinter befindet. Abstrakt, aber sicher einfallsreich. Ansonsten ist der grafische Eindruck ziemlich positiv und für Fans der Serie sogar richtig verführerisch. Enttäuscht sein sollte definitiv keiner.

Nervig wiederum ist die Synchronisation, die nahezu völlig ausbleibt. Einzelne Lautierungen untermalen die untertitelten Texte, ersetzen aber nicht die erhoffte Sprachausgabe. Dafür gibt es aber zumindest den Original-Soundtrack als wünschenswerte Entschädigung!

 

Spielspaß:

Es gibt wohl nur wenige Spiele auf dem kleinsten Nintendo-Gerät, die auf einen solchen Umfang zurückblicken können und dazu noch so facettenreich gestaltet sind. Wer sich intensiv mit „Dragonball Origins“ auseinandersetzt, dürfte mindestens 20 Stunden mit der Materie beschäftigt sein, ohne dabei die ganzen Nebenschauplätze behandelt zu haben. So gibt es noch zwei ganze Hundertschaften von 3D-Sammelfiguren in unzähligen Verstecken aufzustöbern, was teilweise erst dann möglich ist, wenn man mit erweiterten Fähigkeiten in ein bereits absolviertes Level zurückkehrt. Aber auch für Genießer ist ein bisschen was geboten: Die Zwischensequenzen bringen die Handlung noch einmal auf den Punkt und bieten auch abseits der Action eine Menge Unterhaltung mit entsprechendem Tiefgang. Was bleibt also außer dem Verweis, dass „Dragonball“-Fans in jeglicher Hinsicht auf ihre Kosten kommen? Spielspaß gibt es hier scheinbar unbegrenzt!

 

Fazit:

“Dragonball Origins“ ist einer der besten Titel dieser erfolgsverwöhnten Serie in der gesamten Videospielgeschichte von Son Goku und seinen Freunden. Es ist nicht einmal erforderlich, überhaupt einen Zugang zur Story oder zur Serie im Allgemeinen zu haben: Dieses Spiel weiß auch unabhängig zu begeistern, und das für sehr, sehr lange Zeit!

 

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Dragonball Origins

System: Nintendo DS

Publisher: Atari

USK-Einstufung: Freigegeben ab 16 Jahren gem. 14. JuSchG

ASIN: B001F2TZGM

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 02.03.2009, zuletzt aktualisiert: 16.02.2017 13:47