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Drei Novellen von Richard Castle

Reihe: Derek Storm, Bd. 0

Rezension von Christel Scheja

 

Richard Castle ist kein echter Autor, sondern die Hauptfigur in einer recht erfolgreichen Krimiserie. Als munterer und neugieriger Autor mit den richtigen Verbindungen zu den Oberen der Stadt, stößt er dabei zu einem Ermittlerteam des NYPD, geleitet von Kate Beckett. Gerade in der ersten Staffel ist immer wieder auch die Buchserie um „Derek Storm“ ein Thema, die ihn zum reichen und berühmten Mann gemacht hat. Damals ließ er seinen Helden aus Frust ums Leben kommen.

 

Dass aber alles nur Schein und Täuschung war, beweisen die neuen Novellen „A Brewing Storm“, „A Raging Storm“ und „A Bloody Storm“. Von seinem Chef wird Derek Storm, der sich eigentlich in die Einöde zurückgezogen hat, weil er mit den letzten Erlebnissen nicht fertig geworden ist, doch wieder in den Dienst zurückgeholt, um in einem prekären und diffizielen Fall den entführten Sohn eines Senators zurückzuholen. Der ehemalige CIA-Mann und spätere Privatdetektiv nimmt mehr oder weniger freiwillig an und merkt schon bald, dass er in ein übles Netz aus Intrigen geraten ist.

Denn natürlich steckt wesentlich mehr hinter dem Verschwinden des Sohnes als zuerst zu erkennen war. Die Erkenntnis führt ihn um die halbe Welt und an Orte, die er eigentlich nicht mehr hat wiedersehen wollen.

Doch wie so oft hat er – einmal im Netz gefangen – keine andere Wahl mehr, als die Flucht nach vorne anzutreten und zu tun, was er kann, um heil aus der ganzen Sache zu kommen. Es versteht sich selbstredend, dass die FBI-Agentin April Showers, die an seine Seite gestellt wird, für zusätzliche Spannungen und Ärgernisse sorgt. Kurz und gut, bald geht es wieder rund und Derek Storm muss sich an seine alten Qualitäten erinnern, die ihn so lange haben überleben lassen.

 

Anders als die Romane um „Nikki Heat“ haben die „Derek Storm“ Novellen keinen inhaltlichen Bezug zur Fernsehserie, auch wenn man in den Geschichten natürlich den ein oder anderen Charakterzug des Autors und seiner Bekannten wiederfindet. Aber die Ermittlungen des ehemaligen CIA-Mannes und Privatdetektivs bewegen sich in einem ganz anderen Milieu. Die Geschichten lehnen sich bewusst an die aktuellen Thriller an, bieten kinoreife Spannung und Action satt. Die Novellen können eigentlich auch nicht alleine für sich stehen, sie bieten nur zusammen einen kompletten und sich abgerundeten Roman, weil gerade die beiden ersten Erzählungen mit einem dicken Cliffhanger enden.

Die Figuren sind mehr oder weniger Überzeichnet. Zwar werden auch ihnen Schwächen und Unzulänglichkeiten zugeordnet, letztendlich entwickeln sie aber nicht mehr Profil als Pulp-Helden, die einzig und allein dazu da sind, Figuren im Spiel des Autors zu bleiben. Die Nebenfiguren verkommen gar zu puren Stichwortgebern und entwickeln nicht einmal einen Hauch von Farbe.

Nichtsdestoweniger sind die Erzählungen in einem flotten und unterhaltsamen Stil geschrieben, der sie zu einer leichten Lektüre macht.

 

Alles in allem erweisen sich die drei „Derek Storm“-Novellen als kurzweilige Actionkrimi-Kost ohne Tiefgang, die man kurz zwischendurch lesen kann, aber von der man nicht all zu viel erwarten sollte. Gegenüber den „Nikki Heat“-Romanen fallen sie deutlich ab, gerade wenn man Bezüge zur Fernsehserie sucht, Figuren mit mehr Ecken und Kanten oder besser durchdachte Inhalte sucht. Als entspannende Lektüre auf der Reise oder am Strand eignen sie sich jedoch gut.

 

Eure Meinung:


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Buch:

Drei Novellen

Reihe: Derek Storm, Bd. 0

Autor: Richard Castle

broschiert, 328 Seiten

Cross Cult, erschienen Mai 2013

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Sabine Elbers

ISBN-10: 386425289X

ISBN-13: 978-3864252891

Erhältlich bei: Amazon

Kindle-Edition

ASIN: B00CF3U1CW

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 04.09.2013, zuletzt aktualisiert: 31.05.2019 18:27