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Du stirbst zuerst von Dan Wells

Rezension von Christel Scheja

 

Dan Wells hat sich mit seiner Serie um den Serienkiller John Cleaver auch in die Herzen der deutschen Fans geschrieben. Nun legt er mit „Du stirbst zuerst“ einen weiteren Thriller vor, der zwar wie ein Krimi aussieht, aber nicht unbedingt nur einer ist.

 

Er erwacht in einem Krankenhaus und kann sich an nichts erinnern. Aber andere scheinen zu wissen, dass er Michael Shipman heißt und zwanzig Jahre alt ist. Nur eines ist ihm irgendwie klar – er ist auf der Flucht vor jemanden. Es handelt sich dabei um gesichtslose Menschen, die er überall befürchtet. Zudem hat er eine extreme Angst vor elektronischen Geräten. Denn irgendwie weiß er, dass ihn die „Gesichtslosen“ überwachen.

Sein Fall ist klar, er wird wegen retrograder Amnesie und immer stärker auftretender Schizophrenie in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Doch auch mit der entsprechenden Behandlung und Medikation werden seine Phobien und Anfälle nicht besser, eher schlimmer, er wird sogar handgreiflich.

Schließlich kommt Michael zu der Erkenntnis, dass er gar nicht wahnsinnig ist, sondern einfach nur mehr weiß als andere Menschen – wenn er auch nicht verstehen kann, warum. Deshalb wagt er schließlich die Flucht nach vorne, um die Wahrheit herauszufinden. Doch das ist ebenfalls nicht einfach, wird er in der Öffentlichkeit doch verdächtigt, der Wellness-Killer zu sein, der bereits mehrere Menschen auf dem Gewissen hat.

 

Auch in seinem neusten Roman, der diesmal in sich geschlossen ist und nicht nach Fortsetzung schreit, setzt Dan Wells auf sein Erfolgsrezept. Die Geschichte wird strikt aus der Sicht seines Protagonisten erzählt. Dieser hat eine ganz eigene Wahrnehmung der Umgebung und der Personen, mit denen er es zu tun bekommt, lässt sich aber auch beeinflussen, so dass die Geschichte lange im Ungewissen pendelt: Ist er nun völlig verrückt oder der einzige Mensch, der hinter die Masken sieht?

Die Wahrheit liegt glücklicherweise irgendwo dazwischen, denn diesmal gelingt es dem Autor nicht, ganz so überzeugend zu sein, wie man es aus seiner Trilogie kennt. Leider arbeitet er mit zu vielen bekannten Handlungsmuster, so dass erfahrenen Lesern schon früh klar ist, das an seinen Entdeckungen etwas dran ist und hier wirklich jemand eine Invasion der besonderen Art vorbereitet.

Allerdings war es das dann auch schon, denn die Auflösung wirkt mehr als hastig dahingestrickt und nur auf die Action zentriert. Die Motive und Hintergründe der Feinde erfährt man nicht, auch ihr Schicksal bleibt weitestgehend offen. Ebenso blass bleiben die Figuren. Man mag zwar einiges über Michael erfahren, aber fassbar ist er als Person trotzdem nicht.

Insgesamt ist die Geschichte solide konstruiert, erzeugt Spannung durch die Paranoia des Helden und die vielen kleinen Hinweise, auf die Wahrheit. Aber in die Tiefe geht sie nicht, sondern konzentriert sich ganz auf bewährte, oberflächliche Schockeffekte.

 

Alles in allem ist „Du stirbst zuerst“ ein eher durchschnittlicher Science-Fiction Thriller, der zu sehr mit Klischees arbeitet, um wirklich zu überraschend. Immerhin versteht der Autor sein Handwerk und legt eine durchaus spannende Geschichte vor, die man auch schon einmal zwischendurch zur Entspannung genießen kann.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Du stirbst zuerst

Autor: Dan Wells

broschiert, 448 Seiten

Piper, erschienen Oktober 2012

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski

Titelbildgestaltung: Guter Punkt

ISBN-10: 3492268587

ISBN-13: 978-3492268585

Erhältlich bei: Amazon

Kindle Edition

ASIN: B005K8L7EA

Erhältlich bei: Amazon

 

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Erstellt: 01.03.2013, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 16:18