Dunkle Küsse von Jeanne C. Stein

Reihe: Anna Strong Bd. 3

Rezension von Christel Scheja

 

Die meisten als Vampirthriller ausgezeichneten Romane sind mehr oder weniger erotische Liebesgeschichten, in denen die Action gegenüber den Beschreibungen der Romanze stark zurücktreten. Es gibt nur wenige Ausnahmen, die nicht diesem Schema folgen, sondern das Abenteuer in den Vordergrund stellen. Dazu gehört die „Anna Strong“-Reihe von Jeanne C. Stein. Nach „Verführung der Nacht“ und „Lockruf des Blutes“ ist nun der dritte Band „Dunkle Küsse“ erschienen.

 

Seit die Kopfgeldjägerin Anna Strong bei einer Festnahme von dem Betroffenen angegriffen und in eine Vampirin verwandelt wurde, muss sie sich daran gewöhnen, nicht länger ein Mensch zu sein. Zwar bekommt sie von anderen Betroffenen Hilfe und Unterstützung, um sich an die veränderten Begebenheiten anzupassen und sich langsam aber sicher von ihrem alten Leben zu lösen, aber sie ist noch nicht ganz dazu bereit, ihre Familie und ihre Freunde im Stich zu lassen.

So führt sie inzwischen ein Doppelleben, denn ihre wahre Natur muss sie vor ihrem Partner David und ihrem Geliebten, dem verdeckt agierenden Bundesagenten Max verschleiern, gleichzeitig aber auch ihren Bedürfnissen so weit nachgeben, dass sie sich nicht in eine reißende Bestie verwandelt, wie die Wesen, die sie nun im Auftrag der Organisation jagt, die sich um sie kümmert.

Sie merkt selbst, dass das dunkle und tierische Verlangen nach Blut in ihr brodelt und sie jederzeit zu Kurzschlussreaktionen verleiten kann. Glücklicherweise bekommt sie genug zu tun, um sich davon abzulenken, denn sie soll einen psychopathischen Serienkiller jagen und auf ihre ganz persönliche Art stellen.

Und auch Max gerät in Gefahr. Von einem anderen Agenten erfährt sie, dass ihr Freund auffliegen soll, um ihn aus dem Weg zu räumen. Doch man warnt sie, sich in diese Angelegenheiten einzumischen. Da Anna trotzdem ihrem Herzen folgt und den wenigen Spuren nachjagt, die bleiben, als der Undercover-Agent spurlos verschwindet, bekommt sie nicht nur Ärger, sondern gerät auch in große Gefahr. Denn mit mexikanischen Drogenbossen ist ebenfalls nicht zu spaßen.

 

Auch in diesem Band verbindet Jeanne K. Stein Handlungsmuster des Psycho-Thrillers mit phantastischen Elemente und erotischen Liebesszenen, ohne jedoch eine Seite davon über zu bewerten. Wieder macht Anna Strong eine Entwicklung durch, begeht schwerwiegende Fehler und muss gerade am Ende einen hohen Preis dafür bezahlen, denn genau die Menschen, denen sie ihre Natur verheimlicht bekommen erstmals deutlich mit, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Da sie immer wieder auch mit ihrer neuen Natur handert, andererseits aber auch gedanklich schon bereit dazu ist, Grenzen der Moral und Ethik zu überschreiten, wirkt ihr Charakter sehr lebendig. Und die Handlung tut ihr übriges dazu, denn wieder wird keine Szene unnötig ausgewalzt, die Geschehnisse folgen dicht aufeinander, so dass keine Längen entstehen. Obwohl hin und wieder auf die beiden ersten Bände Bezug genommen wird, so muss man diese nicht kennen, um diesen Roman zu genießen.

 

„Dunkle Küsse“ ist mehr als nur eine der üblichen Romanzen. Tatsächlich ist der dritte Band der „Anna Strong“- Reihe ein kurzweiliger Roman, der das Label „Vampirthriller“ wirklich verdient und eine gesunde Mischung aus Spannung, Phantastik und einem Schuss knisternder Erotik bietet.

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Buch:

Dunkle Küsse

Reihe: Anna Strong Bd. 3

Autorin: Jeanne C. Stein

Original: The Watcher, 2007

broschiert, 392 Seiten

Knaur, März 2009

Übersetzerin: Katharina Volk

Titelbild: Stone/Walter B. McKenzie, Photonica/Veer Bill Denison

 

ISBN-10: 3426638541

ISBN-13: 978-3426638545

 

Erhältlich bei: Amazon

weitere Infos:


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zuletzt aktualisiert: 30.04.2019 14:17 | Users Online
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