Ein Atemzug entfernt (Autor: Heather Güldenkauf)
 
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Ein Atemzug entfernt von Heather Güldenkauf

Rezension von

 

Heather Güldenkauf lebt mit ihrer Familie in Iowa. Sie hat bereits mit „Vermächtnis des Schweigens“ einen Bestseller über ein heikles Thema geschrieben, nun legt sie mit „Ein Atemzug entfernt“ eine weitere Geschichte über ein sehr heikles aber aktuelles Thema vor.

 

In dem kleinen Örtchen Broken Branch geht auch an diesem kalten Frühlingstag im März alles seinen gewohnten Gang – so scheint es zumindest. Die Eltern oder Großeltern bringen die Kinder in die Schule, fahren dann wieder zur Arbeit oder nach Hause, die Lehrer bereiten sich auf ihren Unterricht vor.

Doch dann betritt ein Fremder plötzlich die Grundschulklasse von Evelyn Oliver und zieht eine Waffe. Er nimmt die Kinder und sie als Geiseln, verrät aber erst einmal nicht, warum, sondern versetzt sie alle nur in Angst und Schrecken.

Seine Tat bleibt nicht lange unbemerkt. Die Polizei wird benachrichtigt und rückt an, unter ihnen auch Meg Barrett. Für sie ist die Situation besonders schlimm ist unter den gefangenen Kindern doch auch ihre Tochter. So steht die Polizeibeamtin schon bald zwischen Pflichterfüllung und der Sorge einer Mutter um ihr Kind.

Aber auch andere müssen mit der Situation fertig werden. Ein alter Mann steht stellvertretend für die vielen Stadtbewohner, die ihre Kinder in der Hand eines Monsters sehen, das zu mehr als einem von ihnen Verbindungen zu haben scheint, ein dreizehnjähriges Mädchen namens Augie ist nicht bereit, ihren kleinen Bruder in der Hand des Mannes zu lassen und sich in Sicherheit zu bringen, sondern wagt sich schließlich sogar in die Höhle des Löwen.

 

Acht Stunden deckt der schlaglichtartig von einer Person zur anderen wechselnden Geschichte ab, die Dauer, die man von vielen Geiselnahmen kennt. Die Autorin verfolgt die Auswirkungen, die dies auf die Betroffenen hat – die Kinder und die Lehrerin, die sich der Gefahr ausgesetzt sehen, dass der Mann die Nerven verliert und ein Blutbad anrichtet

Dann sind da die Menschen, die vor der Schule stehen und nicht wissen, was sie tun sollen oder können, selbst wenn sie im Umgang mit solchen Situationen ausgebildet wurden, denn ihnen ist nur eines klar – sie können ihre Lieben nicht gefährden.

Nur eine macht es sich etwas einfacher und handelt – die dreizehnjährige Augie Baker kann die Folgen ihres Handelns noch nicht erfassen und sorgt mehrfach dafür, dass die Situation zu eskalieren droht – was aber auch der Geschichte eine gewisse Spannung verleiht. Denn Action kann man nicht erwarten, da die Handlung mehr auf das Innenleben der Figuren eingeht als dem, was sie in Bewegung setzen.

Der Geiselnehmer bleibt blass. Die Autorin vermeidet es, aus seiner Sicht zu schreiben, um dem Leser die Möglichkeit zu lassen, selbst seine Schlüsse zu ziehen. Zwar wird nach und nach bekannt, wer er ist und warum er in die Schule eingedrungen sein könnte, aber das ist es auch schon. Seine Identität birgt zusätzlichen Zündstoff für die Betroffenen, um mit der Situation richtig umzugehen. Und das sorgt dafür, dass man die Geschichte mit Interesse liest, auch wenn Verlauf und Ende fast schon klar sind. In diesem Fall ist wirklich der Weg das Ziel und das Happy End für die meisten Figuren nur eine nette Dreingabe.

 

„Ein Atemzug entfernt“ entpuppt sich so als zwar ruhiger aber doch unter die Haut gehender Thriller, der sich mit einem sehr aktuellen Thema beschäftigt und zum Nachdenken anregen will. Denn die Figuren sind allesamt Menschen wie du und ich – die plötzlich in ein Szenario gestoßen werden, das gar nicht einmal so unwahrscheinlich ist, so dass es sich lohnt, sich näher damit zu beschäftigen, wenn auch hier in einem doch eher unterhaltsamen Rahmen.

 

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MEDIUM:

Ein Atemzug entfernt

Autor: Heather Güldenkauf

Mira Verlag, erschienen April 2013

Taschenbuch, 352 Seiten

Übersetzung: Ivonne Senn

ISBN-10: 3862787176

ISBN-13: 978-3862787173

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 19.05.2014, zuletzt aktualisiert: 23.05.2023 19:43