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Ein Lied für Elise von Natalia Batista

Rezension von Bine Endruteit

 

 

Inhalt:

In der Schule sind Marcus, Andi und Elise die besten Freunde. Dabei ist es für die beiden Jungs oft nicht ganz leicht, denn Elise hat starke psychische Störungen und verhält sich manchmal nicht so, wie man es erwarten würde. Sie wagt gefährliche Kunststücke, nimmt ihre Tabletten nicht oder schneiden sich von jetzt auf gleich die Haare kurz, ohne das man einen Grund dafür sehen könnte. Dazu kommen ihre Stimmungsschwankungen. Marcus' und Andis Leben verläuft in viel gradlinigeren Bahnen, sie machen sich Gedanken über die Liebe und gehen ihren Weg. Beide werden Künstler, der eine zeichnet, der andere musiziert in einer Band.

 

Als sie sich nach drei Jahren wiedersehen, hat sich einiges verändert, nur Elise scheint immer noch die gleiche zu sein. Aber ist sie wirklich glücklich? Andi kommt der Abschied am Abend irgendwie komisch vor und am nächsten Tag sollen sich seine Sorgen bestätigen. Als er versucht, Elise zurückzurufen, kann er nur noch ihre Mutter erreichen, die ihm unter Tränen erzählt, dass sich die junge Frau den Freitod gewählt hat. Für die beiden Jungs ist das ein schwerer Schlag und beide versinken in tiefer Trauer. Doch nach und nach merken sie, wofür Elise den Weg frei machen wollte und finden trotz ihrer inneren Aufgewühltheit endlich zusammen.

 

Rezension:

"Ein Lied für Elise" ist das erste Werk der schwedischen Mangaka Natalia Batista, das auf dem internationalen Markt erscheint. In ihrem Heimatland hat sie bereits einige Veröffentlichungen zu verzeichnen, im Anhang das Mangas kann man ihren Werdegang, natürlich in gezeichneter Form, verfolgen.

 

Mit "Ein Lied für Elise" hat sie eine Geschichte erschaffen, die zu Herzen geht. Man fühlt sich vom ersten Augenblick an stark mit den drei Hauptcharakteren verbunden. Andere Figuren tauchen quasi gar nicht, und wenn, dann nur am Rande, auf, so dass man ausschließlich Marcus, Andi und Elise im Fokus sieht. Faszinierend ist dabei, wie sehr letztere sogar nach dem ersten Teil noch dabei ist, obwohl sie da bereits gestorben ist.

 

Action sucht man hier vergebens, dies ist ein ruhiger Manga, der sich auf die tiefsten Gefühle in uns drin besinnt. Einige Seiten kommen fast ohne Worte aus und zeigen riesige, einfarbige Flächen, die die jeweiligen Gefühle symbolisieren. Man fühlt wirklich die Leere, die in einem entsteht, wenn jemand von uns geht. Aber ebenso auch die Wut darüber, das man von diesem Menschen alleingelassen und verlassen wurde. Die emotionale Spannbreite ist hier enorm. Ihr Ende nimmt die Handlung dann aber in etwas Positiven, nämlich der Liebe. Wie die deutliche Kennzeichnung als "Boys Love" bereits impliziert, finden Andi und Marcus letztendlich zueinander, auch wenn der Weg zum Glück steinig war. Als Leser durchleben wir mit ihnen auch ihre erste gemeinsame Liebesnacht, die recht explizit dargestellt wird. Hier fragt man sich sogar, ob die Details wirklich von Nöten gewesen sind, da sie die Geschichte nicht mehr im Geringsten weiterbringen, oder ob sie einfach die Verkaufszahlen noch mal steigern sollen. Wie auch immer, sie fügen sich trotzdem gut in die Geschichte ein und stellen das logische Ende der Beziehung zwischen den beiden Jungs dar.

 

Fazit:

Mit "Ein Lied für Elise" macht man nichts falsch, wenn man einen realitätsnahen und gefühlvollen Manga sucht. Das Thema "Boys Love" steht dabei in zweiter Reihe und rückt erst am Ende in den Mittelpunkt. Positiv ist der ungezwungene Umgang mit dem Thema "Psychische Störung", das hier ungeschönt und auf ehrliche Art und Weise behandelt wird.

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MEDIUM: Manga

Ein Lied für Elise

Original: A Song for Elise

Autor: Natalia Batista

Übersetzer: Monja Reichert

Broschiert: 206 Seiten

Verlag: Tokyopop, 14. Oktober 2010

 

ISBN-10: 9783842000865

ISBN-13: 978-3842000865

ASIN: 3842000863

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 05.05.2011, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:39