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Ein Sturm zieht auf von Alan Dean Foster

Rezension von Ralf Steinberg

 

Rezension:

Bedingt durch ein neues Spiel, einen Kino-Film und einer Animations-Serie stand das Jahr 2008 unter einem ganz besonders günstigen Star Wars Jahr.

Darunter gab es jedoch jede Menge Mittelmaß und einigen Schrott, wohl ursächlich dem üblen Einfluss der Prequels geschuldet. Zum Glück ist das erweiterte Star Wars Universum inzwischen so groß, dass man sich bequem auf die echten Perlen konzentrieren kann ohne Angst haben zu müssen, dass einem der Stoff ausgeht.

So ein neuerlicher Glücksfall ist Ein Sturm zieht auf von Alan Dean Foster.

 

Obi Wan Kenobi und Anakin werden auf den scheinbar unwichtigen Planeten Ansion entsandt, da sich die Anzeichen verdichten, dass dieser Planet aus der Republik ausbrechen könnte. Sollte dies geschehen, könnte das eine Lawine von Austritten mit sich bringen, da Ansion durch Verträge und Bündnisse im Zentrum eines Beziehungsgeflechts liegt. Da auch die Separatisten von dieser strategisch wichtigen Entwicklung Kenntnis haben, entbrennt ein geheimer Kampf um die politische Zukunft des Planeten, als eine wichtige Schlacht im Ringen um das Fortbestehen oder Scheitern der Republik. Der Leser weiß natürlich, dass Ansion in der Republik bleibt und sich das Schicksal hier noch nicht entscheidet, um so interessanter ist zu beobachten, wie sich Foster hier des Problems annimmt und seine Figuren ins Feld führt.

Foster skizziert ein stimmiges und differenziertes Bild einer Gesellschaft, die von großen Gegensätzen geprägt ist. Auf der einen Seite gibt es die modernen Stadtgemeinschaften, die wegen ihrer Handelsbeziehungen unter dem bürokratischen Stillstand der Republik leiden. Auf der anderen Seite gibt es die nomadischen Alwari, die in Clans leben und deren traditionelle Lebensweise durch die Republik geschützt wird. Jede Seite hat ihre guten Gründe für oder gegen die Republik zu sein.

Forciert durch Intrigen Count Dookus müssen die Jedis zwischen den Fronten vermitteln um den Austritt Ansions zu verhindern. So machen sich die Meister Kenobi und Luminara mit ihren Padawanen und zwei geläuterten Entführern auf, die Alwari von einem Abkommen zu überzeugen.

Es beginnt ein fast klassisches Reiseabenteuer mit Gefahren und neuen Bekanntschaften, in deren Verlauf vor allem die komplizierte Psyche Skywalkers mit einer Liebe zum Detail beleuchtet wird, wie sie nur selten im Star Wars Universum zu bewundern war. Die negative Bewertung des Romans vor allem bei Fans der Klonkriege mag mit dem Mangel an krachigen Actionszenen zu erklären sein. Dabei glänzt Foster gewohnt in der Erschaffung glaubwürdiger Kreaturen und deren Lebensweise und auch seine Beschreibung der Nomaden-Kultur zeugt von seinen Reisen in aller Welt und seiner Liebe zu naturnahen Zivilisationen. Ansion ist nicht nur der beliebige Schauplatz. Der Planet riecht, funkelt und tönt in einem sehr weitem Spektrum.

Unabhängig von den eher langweiligen Klonkriegswirren gelingt es Foster also ein intimes und sehr intensives Licht auf den Massenmörder Skywalker scheinen zu lassen. Keine Verharmlosung sondern echte Auseinandersetzung in einem mehr als grandiosen Panorama aus wilder Natur und faszinierender Kultur.

 

Fazit:

Alan Dean Foster spielt nicht mit dem Kadaver von Star Wars, er singt ein wunderschönes Lied auf die Seele der Serie. Ein großartiges Buch.

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Buch:

Ein Sturm zieht auf

Reihe: STAR WARS

Original: Star Wars: The aproaching storm, 2003

Autor: Alan Dean Foster

Übersetzer: Michael Nagula

Blanvalet, 11. November 2008

Taschenbuch, 429 Seiten

Cover: Steven D. Anderson

 

ISBN-10: 3442370930

ISBN-13: 978-3442370931

 

Erhältlich bei: Amazon

Zur Serie:

STAR WARS

Weitere Infos:


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Erstellt: 19.03.2009, zuletzt aktualisiert: 17.06.2019 18:28