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Ein Vampir zum Vernaschen von Lynsay Sands

Reihe: Argeneau-Saga Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Vampire in allen Verlagen – und noch ist kein Ende in Sicht. Längst sind sie nicht mehr die hungrigen Blutsauger und Untoten, die nur den Lebenssaft ihrer schönen jungen Opfer wollen, sondern gefühlvolle Liebhaber, die nur durch außerirdische Vorfahren oder eine Mutation dazu verdammt wurden, ein quasi ewiges Leben mit ein paar kleinen Einschränkungen zu führen.

Und damit sie nicht alleine sein müssen, suchen sie sich unter den sterblichen Frauen zu ihnen passende Gefährtinnen. Das ist auch bei der „Argeneau“-Saga von Lynsay Sands der Fall. Nach „Verliebt in einen Vampir“ ist nun „Ein Vampir zum Vernaschen“ erschienen.

 

Im Gegensatz zu seinem Bruder Etienne ist Lucern eher ein Einzelgänger, der es vorzieht, zurückgezogen zu leben und niemanden an sich heran zu lassen. So kommt er auch nicht in die Bedrängnis unangenehm aufzufallen und damit seine ganze Familie in Gefahr zu bringen. Er schreibt seine Gedanken lieber auf. Und nun, nachdem er von Sachbüchern auf Belletristik umgesattelt ist, erreichen seine Werke überraschend hohe Verkaufszahlen, und die Leserinnen drängen immer mehr darauf, den unbekannten Autor ihrer hoch geschätzten Liebesromane kennen zu lernen.

Lucern ignoriert zunächst die Versuche seiner neuen Lektorin Kate C. Leever, ihn für eine Lesereise gewinnen zu wollen. Die junge Frau lässt aber nicht locker. Eines Tages steht sie sogar vor seiner Tür und lässt sich nicht verjagen. Mit einer ausgesprochenen Beharrlichkeit beginnt sie ihn zu bearbeiten und Lucern hat alle Mühe, vor ihr zu verbergen, was er eigentlich ist.

Das wird um so schwerer, je mehr er merkt, dass Kate eine ungeheure Anziehungskraft auf ihn ausübt. Mehr als jede andere Frau, die er im Laufe der letzten Jahrhunderte kennen gelernt hat, beschäftigt sie seine Gedanken und schon bald ertappt er sich dabei, dass er ihre Anwesenheit gar nicht als so unangenehm empfindet.

Seine Familie ist dabei auch keine Hilfe, denn vor allem seine Mutter scheint ihn lieber heute als morgen verheiratet sehen zu wollen. Und so lässt sich Lucern unter dem Druck und der Erheiterung seiner Verwandten schließlich dazu überreden, an der „Romantic Times“-Convention teilzunehmen und reist entsprechend verkrampft zu dem Event, an dem er nicht nur von Tausenden von Fans belagert werden wird sondern auch Kate viel zu nahe kommen dürfte. Fettnäpfchen in die er treten könnte, sind bereits vorprogrammiert.

 

Natürlich ist klar, worauf die Geschichte letztendlich hinaus läuft, auch wenn sich die beiden Protagonisten zunächst eher wie Hund und Katze benehmen. Aber die Art, wie Lynsay Sands den all zu vorhersehbaren Plot präsentiert, entschädigt für vieles. Es gibt freche Wortduelle zwischen Kate und Lucern, Spitzfindigkeiten seiner „lieben“ Verwandtschaft und humorvoll geschilderte Peinlichkeiten, auch wenn die Autorin es manchmal ein wenig mit den Fettnäpfchen übertreibt, in die der menschenscheue Vampir in seiner Verkrampftheit tritt. Am besten weiß jedoch die augenzwinkernde Schilderung der Liebesroman-Fans zu gefallen. Man merkt an der Art, wie Lynsay Sands die Convention auf die Schippe nimmt, dass sie selbst bereits an einigen teilgenommen haben muss. Treffend flicht sie Anekdoten aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz ein und macht sich über so manches Klischee lustig, dass sich gerade dort wieder bewahrheitet.

Ansonsten gibt genügend Parallelen zum ersten band, nur dass diesmal der Mann der Zögerliche und Widerspenstige ist und nicht die Frau. Beide geraden in Gefahr, weil sie wieder einmal von einem Dritten bedroht werden und letztendlich nur die Wahl haben, einander voll und ganz zu vertrauen.

Das ist aber auch das einzige Spannungselement in dem ansonsten eher witzigen Buch, das gerade auf der humorvollen Seite einige Pluspunkte mehr aufweisen kann, als sein Vorgänger.

 

„Ein Vampir zum Vernaschen“ ist zwar eine klassische paranormale Romanze, ragt aber allein wegen der liebevollen Schilderung des alltäglichen Wahnsinns, wenn Fans und mancher von Liebesromanen an einer Stelle zusammen hocken, ein wenig aus der Masse vergleichbarer Werke heraus und bietet dabei kurzweiliges Lesevergnügen.

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Ein Vampir zum Vernaschen

Reihe: Argeneau-Saga, Bd. 2

Autor: Lynsay Sands

broschiert, 380 Seiten

LYX/Egmont Verlagsgesellschaften, Köln, erschienen November 2008

Übersetzung aus dem Englischen von Regina Winter

Titelbildgestaltung von Hildendesign unter Verwendung eines Motives von shutterstock

ISBN-10: 3802581725

ISBN-13: 978-3802581724

Erhältlich bei: Amazon

 

weitere Infos:


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Erstellt: 08.01.2009, zuletzt aktualisiert: 12.01.2019 12:03