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Eine Frage der Ähre

Rezension von Tanja Thome

 

Rezension:

Vorweg: Ist das nicht ein wunderbarer Titel für ein Brettspiel? Darauf muss man erst einmal kommen! Es handelt sich, wie der Titel schon vermuten lässt, um ein Brettspiel, bei dem die Landwirtschaft im Mittelpunkt steht. Zwei bis fünf Spieler ab acht Jahren können sich daran versuchen.

 

Das Spielbrett zeigt eine umlaufende Siegpunktleiste und darüber hinaus 55 zu bestellende Felder und ein großes Lagerhaus – beide bilden gemeinsam den Mittelpunkt des Spiels. Jeder Spieler erhält zu Beginn eine Farm, fünf Farmpunktwürfel und ein Spielerplättchen in der gewählten Farbe, drei große Ackerplättchen sowie fünf kleine.

 

Ein Spielzug besteht aus verschiedenen Aktionen. Zunächst entscheidet der Spieler, der an der Reihe ist, ob er ein großes oder ein kleines Ackerplättchen auslegen oder ein großes Ackerplättchen durch ein kleines unterfüttern will (ja, da gibt es allerlei Unwägbarkeiten zu berücksichtigen). Nach der Auslage muss er sich entscheiden, ob er für seine Auslage Siegpunkte oder Farmpunkte bekommen will. Siegpunkte werden auf der umlaufenden Leiste sofort gesetzt, Farmpunkte sorgen dafür, dass der Farmpunktwürfel weiter gesetzt wird. Sobald Farmen im Spiel sind, werden diese noch gewertet, dann ein großes Ackerplättchen nachgezogen, falls eines genutzt wurde, und dann ist der nächste Spieler an der Reihe.

 

Mit den fünf Farmpunktwürfeln kann man eine Strecke von insgesamt sechs Feldern im Lagerhaus zurücklegen, wenn man sich für Farm- statt Siegpunkte entschieden hat. Es gibt entsprechend fünf Strecken, für jede Ressource (Weizen, Rüben, Raps, Mais und Kartoffeln) eine. Hat ein Spieler alle seine Farmpunktwürfel auf die Höhe der ersten Farm gebracht (jeden Farmpunktwürfel zwei Felder nach vorn), erhält er die erste Farm. Weitere zwei Felder später, die mit allen Farmpunktwürfeln erreicht werden müssen, erhält man die zweite Farm. Erreicht man mit einem Farmpunktwürfel das Ende der Strecke nach insgesamt sechs Feldern, so erhält man das Viehplättchen, das am Ende wartet. Jedes Viehplättchen verbirgt Siegpunkte, die am Spielende verrechnet werden, auf der Rückseite. Der erste Spieler einer Reihe, der seinen Farmpunktwürfel durchbringt, erhält ein Kuhplättchen und damit 11-15 Siegpunkte am Spielende, der zweite Spieler erhält ein Schweinplättchen im Wert von 6-10 Siegpunkten, und der dritte Spieler kann immerhin noch ein Huhnplättchen im Wert von 1-5 Punkten ergattern.

 

Durch den Bau einer Farm kann man eine Ackerregion für sich sichern. In jedem Zug erhält man für diesen Anbaubereich nun separat noch einmal Siegpunkte, die von der Größe des zusammenhängenden Ackerbaus abhängen. Andere Spieler profitieren durch diese Region nicht mehr, allerdings können sie durch ihre Auslage von Ackerplättchen im Umfeld dafür sorgen, dass die Siegpunkte für die Region sich verringern.

 

Es ist also zu sehen, dass es keine eindeutige Strategie gibt, die als richtig oder falsch gelten kann. Erfahrungsgemäß und abhängig von der Spieleranzahl sind die Viehplättchen zwar noch am ehesten zu vernachlässigen, doch auch diese können das Zünglein an der Waage sein. Und wer ausschließlich auf Siegpunkte setzt, mag dumm aus der Wäsche gucken, wenn ein Mitspieler durch geschickten Farmbau plötzlich raumgreifend überholt …

 

Die Spieldauer wird mit etwa einer Dreiviertelstunde angegeben, je nachdem, wie strategisch die einzelnen Spieler an eine Partie heran gehen, kann diese jedoch auch eine Stunde oder länger dauern.

 

Sehr schön ist die Aufmachung des Spiels. Das Spielbrett verfügt neben der Darstellung des Lagerhauses und des Ackers über sehr liebevolle Detailzwischenzeichnungen, und auch die einzelnen Plättchen selbst sind sehr detailliert und atmosphärisch gezeichnet beziehungsweise bedruckt worden. Alle Plättchen sind zudem sehr dick gepresst und entsprechend stabil, was der Langlebigkeit der Spielmaterialien zu Gute kommt. Leider entspricht der Karton nicht ganz der Stabilität der Materialien, so dass dieser relativ leicht ausreißt, da das Spiel als Ganzes doch einiges an Gewicht mit sich bringt.

 

Fazit:

Abgesehen davon, dass die Spielplättchen zum Zählen der Punkte merklich unterdimensioniert sind (es gibt nur ein zweiseitiges Plättchen zum Zählen) und man so mit dem Zählen durcheinander kommen kann (immerhin wurden in einer Partie einmal nahezu fünfhundert Punkte erreicht!), ist das Spiel nahezu perfekt. Die Regeln sind schnell erklärt und auch in der mehrseitigen, farbigen Spielanleitung mit vielen Bildbeispielen anschaulich erläutert. Dennoch bietet „Eine Frage der Ähre“ ein sehr großes Potenzial, entwickelt erstaunliche Komplexität und erlaubt Strategen eine Vielzahl an Möglichkeiten auszuschöpfen – keine Partie ist wie die andere. Wirklich lohnenswert!

Eure Meinung:


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Brettspiel:

Eine Frage der Ähre

Spieler: 2-5

Alter: ab 8

Autor: Jeffrey D. Allers

Illustration: Tom Thiel, Torsten Hess

Grafikdesign: Hans-Georg Schneider

Pegasus Spiele, März 2009

 

ASIN: 3939794481

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 20.11.2009, zuletzt aktualisiert: 04.04.2018 19:36