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Einweihung

Reihe: Experiment Alpha Bd.1

Rezension von Cronn

 

Science-Fiction-Comics waren schon seit jeher einer der Eckpfeiler der Comic-Kultur weltweit. Als Speerspitze der Comics verstanden, waren sie ein Experimentierfeld für Autoren und Zeichner und es begann sich frühzeitig abzuzeichnen, dass hier ein kreatives Moment am exzessivsten ausgelebt werden konnte.

Berühmte Zeichner und Autoren wie Moebius oder Richard Corben haben sich an Science-Fiction-Comics versucht oder zumindest Anlehnungen daran in ihren eigenständigen Werken geboten.

Auch hierzulande war und ist der Science-Fiction-Comic ein Feld für gewagte Storys, kann aber auch Transporteur für eher klassische Stoffe wie eine Space-Opera sein.

Im Splitter Verlag ist eine Serie erschienen, die sich im Feld der Experimentier-Comics mit SF-Inhalten bewegt. Es ist dies „Experiment Alpha“. Der erste Band trägt den Titel „Einweihung“.

 

Inhalt:

Das Vereinigte Amerika im Jahr 2051.Wenige Stunden vor Beginn eines breit angelegten genetischen Experiments stehlen zwei Männer ein geheimnisvolles Gegenmittel. Als Folge gerät der Versuch vor den Augen der Kameras zu einem Drama und löst eine internationale Krise aus. Auf der anderen Seite des Atlantiks erhält Alex Boniac Besuch von drei Jugendfreunden, die ihn dazu bringen, einige seltsame Pillen zu schlucken. Diese haben die Eigenschaft, dem Benutzer eine andere Form der Realität zu präsentieren. Aber ist das die Wirklichkeit? Ist die Erde wirklich in der Hand von Superreichen, die um der Unsterblichkeit willen sich innerhalb weniger Familien fortpflanzen, um so den Reichtum zu mehren und die übrige Bevölkerung mittels Drogen im Zaum hält?

 

Kritik:

„Die Einweihung“ ist ein Comic, das sich den üblichen Erzählstrukturen eines Mainstream-Comics teilweise entzieht. Die Eröffnung ist ebenso kryptisch wie das Ende und auch der Mittelteil gibt Anlass zu Interpretationen.

Die Story ist reichlich komplex zusammengesetzt und eröffnet sich dem Comic-Leser erst bei der zweiten oder mehrmaligen Lektüre. Das erhöht den Reiz, das Comic mehrmals in die Hand zu nehmen, ist doch bei jedem Mal die Interpretation ein klein wenig anders. Es wäre interessant, den Fortgang der Geschichte zu kennen, um deren Gehalt und Struktur besser interpretieren zu können.

Die Zeichnungen selbst sind eigenständig und äußerst detailverliebt. Jedem einzelnen Panel merkt man den Gestaltungswillen des Zeichners Vukasin Gajic an. Die Personen sind sauber charakterisiert, die Umgebung mit Sinn fürs Detail im Großen gezeichnet. Die Personen wirken ab und an, als hätte der Zeichner sich an den Werken Richard Corbens ein Vorbild genommen, sind aber eigenständig genug, um nicht als Plagiate zu gelten. Man mag einige Hommagen an Corben herauslesen, aber mehr nicht.

Die Farben des Comics sind sehr treffend gewählt und passen zu der gewählten Umgebungsatmosphäre. Auch die Weichzeichnereffekte bei schnellen Sequenzen sind hervorragend umgesetzt.

 

Fazit:

„Einweihung“ ist als erster Band der Serie „Experiment Alpha“ eigenständig genug, um das Talent des Zeichners unter Beweis zu stellen. Die storytechnischen Aspekte des Comics erschließen sich bei der Lektüre noch nicht vollständig, von daher kann keine absolute Aussage darüber getroffen werden.

Wenn auch in diesem Punkt Aufklärung in den Folgebänden geschieht, darf man ruhigen Gewissens von einem Glanzlicht des neuen SF-Comics sprechen.

 

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Experiment

Reihe: Experiment Alpha Bd.1

Autor u. Illustrator: Vucasin Gajic

Gebundene Ausgabe: 47 Seiten

Verlag: Splitter; Auflage: 1 (April 2007)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3939823406

ISBN-13: 978-3939823407

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 20.06.2008, zuletzt aktualisiert: 14.07.2019 13:58