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Einzigartig

Fantastic Four Bd. 1 | enthält US Fantastic Four #554-557

Rezension von Christian Endres

 

Die Fantastischen Vier hatten es hierzulande in den letzten Jahren nicht gerade leicht: Trotz zweier Leinwandausflüge und einer neuen Cartoonserie im Free-TV reichte die Beliebtheit von Marvels prestigeträchtiger First Family nicht aus, um Reed Richards alias Mr. Fantastic, seiner Frau Sue alias der Unsichtbaren, Ben Grimm alias dem Ding und Johnny Storm alias der Fackel auf Dauer eine eigene monatliche Serie in Heftform zu ermöglichen. Monster- und anderweitig geartete Sammelbände waren es zumeist, über die das deutsche Publikum die Abenteuer der Fantastic Four zu sehen bekam. Auch das neue Format ist wieder ein Paperback: 100 Seiten in Paninis für Problemkinder und Wackelkandidaten inzwischen bewährtem Sonderband-Format. Damit ist die Superheldenfamilie in erschreckend prominenter Gesellschaft, erscheinen doch auch der Ghost Rider, Daredevil und der Punisher in dieser Form.

 

Nach dem exzellenten Run von Mark Waid und dem viel zu früh verstorbenen Mike Wieringo kamen die Fantastischen Vier irgendwie nicht mehr so recht von der Stelle – sie versumpften förmlich in Marvels hauseigenem Bürgerkrieg und als Gaststars der Black Panther-Serie. Kein Wunder, dass man sich nach J. M. Straczynskis’ Abgang zum Thor-Relaunch bereitwillig darauf einließ, als Mark Millar und Bryan Hitch Interesse zeigten, einen Lauf an den familiären Vier aus dem Baxter Building zu versuchen. Schließlich hatte das Duo Millar/Hitch sich durch seine bärenstarken Ultimativen allerlei Lorbeeren verdient.

 

Und das liest sich zunächst auch gar nicht schlecht an, was die beiden in ihrer ersten F4-Storyline ›Einzigartig‹ abliefern, die Zeitreisen, Riesenroboter und diverse persönliche Entwicklungen bietet. Hitch’ Artwork ist nicht bei jeder Pose oder Mimik ganz sicher, bewegt sich aber wie zu erwarten auf sehr hohem Niveau (dafür braucht er ja auch lange genug). Seine Splashpages sind einfach der Wahnsinn!

 

Anders Autor Mark Millar: Auch wenn der Schotte immer wieder durchblitzen lässt, dass er die Figuren wirklich verstanden hat und sehr mag, so hängt sein erster Handlungsbogen um den Amok laufenden Wächter eines fragwürdigen Utopias in der Bauphase gelegentlich doch noch ein bisschen in der Luft, genauso wie Millar generell relativ zahm wirkt und sich nur zu ein paar wenigen Anspielungen hinreißen lässt. George W. Bush und Condoleezza Rice, die sich über eine Vertuschung freuen, sowie eine kleine Anspielung auf den Civil War sind schon das höchste der Gefühle. Das kann Millar eigentlich besser.

 

Das Potenzial ist fraglos vorhanden, und in Ansätzen ist das durchaus vielversprechend – was den Zutaten nun noch fehlt, ist das richtige Rezept, damit man dieses F4-Menü auch im Four Seasons der Comic-Welt servieren kann.

 

Hunger und Lust auf mehr Fantastic Four von Millar/Hitch hat man definitiv.

 

 

Eure Meinung:


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Comic:

Einzigartig

Reihe: Die Fantastischen Vier 1

Autor: Mark Millar

Zeichner: Bryan Hitch

Paperback, 100 Seiten

Panini, Februar 2009

Erhältlich bei Panini


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Erstellt: 27.02.2009, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:40