Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Eketorp

Rezension von Stefan Glaubitz

 

Damals, als die Zeiten noch gefährlich waren und die Wikinger ein raues Leben führten, galt es für jeden Wikinger-Häuptling, der etwas auf sich hielt, eine ordentliche Fluchtburg zu besitzen. Schließlich war die Nähe zu anderen Stämmen nicht immer ungefährlich. Da war es selbstverständlich, dass alles, was sich irgendwie verwenden ließ, zum Bau von wehrhaften Mauern verwendet wurde. Klar, am Besten verschaffte man sich das Material gleich direkt beim Nachbarn…

 

Spielziel

 

Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Wikingerhäuptlingen, die versuchen eine möglichst wehrhafte Trutzburg zu bauen. Dabei sind natürlich Materialien wie Lehm und Steine besser als einfaches Gras. Das drückt sich darin aus, dass man für einen Steinbaustein bei der Endabrechnung vier Siegpunkte bekommt, während Gras nur einen Siegpunkt pro Baustein wert ist. Damit sollte bereits klar sein, dass zum Ende des Spiels der Spieler gewinnt, welcher die meisten Siegpunkte sammeln, in seine Burg einbauen und vor allem, diese auch verteidigen konnte. Das Spiel endet, wenn ein Spieler seine Burg fertiggebaut hat, also 18 Bausteine platziert hat oder nach einer vorher festgelegten Anzahl von Spielrunden. Dann werden die Punkte, die die jeweiligen Bausteine wert sind zusammengezählt und zusätzlich zu diesen Punkten bekommen alle Spieler, die noch einige ihrer Amulette übrig haben jeweils einen Punkt pro Amulett. Wenn alle Siegpunkte ausgezählt worden sind, steht der Sieger fest.

 

Ausstattung

 

Der Karton von „Eketorp“ ist im typischen Queen-Games-Design und in bunten Farben gehalten. Dabei geben die Illustrationen auf der Rückseite der Packung bereits einen guten Überblick über das Spiel. Die Spielkomponenten im Einzelnen sind:

 

  • 1 Regelwerk
  • 1 Spielplan
  • 12 Materialkarten
  • 30 Amulette
  • 54 Kampfkarten mit den Werten 1 bis 6
  • 48 Wikingerfiguren – je 8 in den sechs Farben
  • 112 Bausteine
  • 6 Ablagetableaus mit Sichtschirm

 

Kenner der Produkte aus dem Hause Queen Games werden über die Spielkomponenten schauen und sofort den gewohnten hohen Standard erkennen für den Queen Games bekannt ist. Alle Materialien sind recht bunt gehalten, wirken dabei aber nicht aufdringlich. Der Spielplan ist ebenfalls sehr schön illustriert und sorgt mit seinen Bildern von den Wikingern im Lazarett für viel Heiterkeit am Spieltisch. Mit solchen Komponenten macht es wirklich Spaß zu spielen und die tollen Illustrationen sorgen für zusätzliche Freude.

 

Spielregeln

 

Auch beim Design des Regelwerks greift Queen Games auf Altbewährtes zurück. Die einzelnen Kapitel sind farblich von einander abgehoben, was ein schnelles Nachschlagen sehr erleichtert. Eine gute Mischung von geschriebenem Text und erklärenden Bildern sorgt dafür, dass die Spielregeln abwechslungsreich gestaltet sind und die Bilder gute Beispiele für die jeweiligen Spielsituationen geben. Auch vom Schreibstil her ist das Regelwerk sehr gelungen. Es ist leicht verständlich, so dass eigentlich keine Fragen offen bleiben. So stelle ich mir ein gutes Regelwerk vor!

 

Spielverlauf

 

Die Spielvorbereitungen für Eketorp sollten nicht zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Jeder Spieler wählt eine Farbe und bekommt eine von der Mitspieleranzahl vorgegebene Anzahl von Wikingerfiguren, seinen Satz Amulette, einen Ablageplan und einen Sichtschirm, alles in der gewählten Farbe natürlich. Die Kampfkarten werden gemischt und jeder Häuptling bekommt vier von ihnen. Hat ein Spieler dabei keine Karte mit einem Wert von vier oder höher erhalten, darf er seine Karten aufdecken und vier neue vom Stapel der übrigen Karten ziehen. Die Bausteine werden dann noch neben dem Plan platziert und die Materialkarten gemischt. Von diesen Karten werden zwei verdeckt gezogen und ohne aufzudecken in den Karton zurück gelegt, die restlichen Materialkarten bilden wie die übrigen Kampfkarten einen verdeckten Stapel. Nun sind die Vorbereitungen abgeschlossen und das Spiel kann beginnen.

 

Eine Spielrunde von „Eketorp“ geht über sechs Phasen, die alle einzeln durchlaufen werden.

 

1 Materialverteilung auf dem Spielplan

 

Der Startspieler zieht die oberste Karte vom Materialkartenstapel und deckt sie auf. Danach platziert er die darauf abgebildeten Rohstoffe in den abgebildeten Feldern und legt die Karte dann zur Seite. Damit ist diese Phase auch schon abgeschlossen.

 

2 Aufstellung der Wikinger

 

War die erste Phase noch recht unspektakulär, legt man hier nun den Grundstein für alle Aktionen in dieser Runde. Hinter dem Sichtschirm hat jeder Spieler ein Ablagetableau. Auf diesem sind die Rohstofffelder (A bis G), ein Feld für die eigene Stadt, sowie für jede andere die jeweiligen Angriffsfelder (Katapult, Ramme und Schiff) abgebildet. Jeder Spieler positioniert nun beliebig seine Wikinger auf dem Tableau. In der ersten Runde kann man allerdings bei den Nachbarn noch nichts rauben und auch die eigene Verteidigung entfällt, so dass man sich voll auf die Rohstofffelder konzentrieren kann. Wenn alle Spieler ihre Wikinger platziert haben, ist auch diese Phase abgeschlossen.

 

3 Platzieren der Wikinger auf dem Spielfeld

 

Diese Phase dient dazu die Wikinger vom Tableau auf den Spielplan zu übertragen. Sie werden einfach von Tableau genommen und auf die passenden Felder auf dem Spielplan gestellt. Dabei gilt zu beachten, dass niemals zwei eigene Wikinger auf dem gleichen Katapult, der Ramme oder dem Schiff stehen dürfen.

 

4 Kämpfen und Belagern

 

Es gibt nicht für jeden Wikinger einen Baustein und so wird es oft vorkommen, dass mehrere Wikinger auf einem Feld stehen und um die sich darin befindlichen Steine streiten. Dann kommt es zum Kampf. Der Startspieler ist als erster an der Reihe und sucht sich einen Kampf, an dem er beteiligt ist, aus. Dann nimmt er eine seiner vier Kampfkarten und legt sie verdeckt vor sich ab. Sein Gegner tut ihm das gleich. Dann drehen beide ihre Karten um und vergleichen die Kampfwerte. Der Verlierer wird auf das Lazarettfeld gesetzt, das der Differenz der beiden Kampfkarten entspricht. Der Gewinner bleibt auf dem Feld und kann, sollten keine weiteren Gegner vorhanden sein, sich auf den Baustoffstein freuen. Dann ist sein linker Nachbar dran, so er einen Konflikt bei seinen Wikingern hat.

 

Belagerungen funktionieren auf die gleiche Weise. Allerdings gilt es zu beachten, dass pro Belagerungsmaschine immer nur ein Wikinger stehen darf. Sollte es vorkommen, dass verschiedene Wikinger auf der gleichen Belagerungsmaschine stehen, so müssen sie zuerst unter sich auskämpfen, wer von ihnen gegen die Verteidiger der Burg antreten darf. Gab es hier eine Entscheidung, so kann der Sieger gegen die Verteidiger antreten. Gewinnt der Belagerer, so darf Baustoffsteine in Höhe der Wertedifferenz der beiden Kampfkarten aus der Burg entfernen, einen davon darf der angreifende Wikinger mit „nach Hause“ nehmen. Wichtig dabei ist, man darf keinen Stein von unten aus einem Stapel entfernen und man kann nur von den beiden Feldern Baustoffsteine entfernen, die an die betreffende Belagerungsmaschine angrenzen.

 

5 Beute einsammeln und Burg bauen

 

Nun ist es soweit und die Spieler können ihre Errungenschaften der laufenden Runde in die Burgmauer integrieren. Wichtig ist hier lediglich, dass kein Baustoffstapel mehr als drei Steine beinhalten darf und man immer oben, auf den Stapel bauen muss.

 

6 Abschluss der Spielrunde

 

Ein Wikinger, der in einem Kampf verloren hat, kommt ins Lazarett. Jenachdem wo groß seine Verletzungen sind, dauert sein Aufenthalt dort etwas länger. In dieser Phase werden nun alle Wikinger in Pfeilrichtung ein Feld weiter geschoben, so dass er irgendwann wieder einsatzbereit ist. Die übrig gebliebenen Bausteine für Gras und Holz kommen vom Spielplan, dann wird geschaut, ob ein Spieler die Siegbedingungen erfüllt hat. Diese sind entweder jeden seiner Baustoffstapel mit drei Bausteinen zu bestücken (18 Stück insgesamt) oder eine vorher festgelegte Anzahl von Runden ist abgelaufen.

Ist eine der Siegbedingungen erfüllt, zählen alle Spieler ihre Bausteinwerte zusammen und addieren eventuelle Bonuspunkte. Sollte dies nicht der Fall sein, beginnt eine weitere Runde.

 

Spielspaß

 

„Eketorp“ bringt alles mit, was ein unterhaltsames Spiel braucht: tolle Komponenten und ein sehr unterhaltsames Spielkonzept sorgen dafür, dass den Spielern bei diesem Spiel bestimmt nicht langweilig wird. Hier spielt man nicht einfach nebeneinanderher, man versucht den Mitspielern schon gehörig „in die Suppe zu spucken“. Sei es nun, dass man sich um die „freien“ Baustoffe auf dem Spielplan streitet oder aber versucht beim Nachbarn sich einige Baustoffe von seinem Wall zu holen. Das Miteinander wird bei „Eketorp“ wirklich groß geschrieben, auch wenn ich leider sagen muss, dass Partien mit der Mindestanzahl an Spielern eher weniger spannend und erheiternd sind. Deswegen zählt bei „Eketorp“: mehr Spieler = viel mehr Spaß.

 

Fazit

 

Queen Games hat es wieder einmal geschafft und mich restlos überzeugt, dass „Eketorp“ ein Spiel ist, das in keiner Sammlung fehlen darf. Ob Jung oder Alt, jeder wird bei diesem Spiel voll auf seine Kosten kommen und eine ganze Menge Spaß haben.

 

 

(Anklicken zum Vergrößern)
 

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:


Keine Einträge
Keine alten Kommentare vorhanden.

Zum Seitenanfang

Platzhalter

Brettspiel:

Eketorp

Queen Games

Autor: Dirk Henn

Spielerzahl: 3 bis 6

Spieldauer: 45 - 60 Minuten

Mindestalter: ab 8 Jahre

ASIN: B000YIKX0K

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

Inhalt:

 

  • 1 Regelwerk
  • 1 Spielplan
  • 12 Materialkarten
  • 30 Amulette
  • 54 Kampfkarten mit den Werten 1 bis 6
  • 48 Wikingerfiguren – je 8 in den sechs Farben
  • 112 Bausteine
  • 6 Ablagetableaus mit Sichtschirm

 


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 25.04.2008, zuletzt aktualisiert: 16.02.2018 17:50