Eliot wächst bei seinem Ziehvater im Zirkus auf. Von seinen Eltern weiß er nur, dass sie kurz nach seiner Geburt starben. Erst in der Silvesternacht vor seinem 13. Geburtstag erfährt er die Hintergründe: Seine Mutter war eine mächtige Hexe, die in ihrem neugeborenen Sohn mächtige Kräfte ›versteckte‹, um diese vor ihrer bösartigen Schwester zu verbergen. In dieser Nacht werden die Kräfte allerdings freigesetzt und Tante Euphemia nimmt die Jagd auf ihren Neffen auf. Dem bleibt nichts anderes übrig, als zusammen mit seinem besten Freund, dem blinden Florens, und seiner Schildkröte, vor der er gerade erst erfahren hat, dass sie sprechen kann, in die Parallelwelt Chilverse zu fliehen.
Mit diesem mit seinen 520 Seiten nicht gerade dünnen Buch startet Marc Rosenberg in eine jugendliche Urban-Fantasy-Reihe. Letzteres wird allerdings erst zum Ende des Buches wirklich klar. Zuvor ging ich davon aus, es würde sich um einen Einzelband handeln. Erst als immer weniger Seiten übrig blieben, wurde klar, dass der Protagonist auf diesen nicht mehr alle Aufgaben (das Auffinden von 7 Artefakten) abarbeiten konnte.
Der Protagonist ist wie so oft in diesem Genre ein Junge, der seine eigenen Hintergründe (noch) nicht kennt. Diese werden ihm und dem Leser hier allerdings recht schnell bekannt gemacht. Zum Team um ihn, seinen Freund und der intelligenten Schildkröte stößt in Chilverse noch das etwa gleichaltrige Mädchen Abigail. In dieser Parallelwelt und später auf einer Zeitreise ins Paris des Jahres 1900 erleben sie zusammen turbulente und gefährliche Abenteuer.
Die Fantasy-Elemente tendieren teilweise schon in Richtung märchenhaft. Allerdings kann man auch ein paar Logiklücken entdecken, die sich nicht mit Fantasy erklären lassen. So kann sich der Protagonist – ob er und seine Freunde eigentlich Niederländisch oder Englisch sprechen, wird nie geklärt – beispielsweise nach seiner Ankunft im alten Paris mühelos verständigen und auch Leute verstehen, denen er nur zuhört. Später wird jedoch erwähnt, dass er kein Französisch beherrscht. In welcher Sprache haben sich die ganzen Franzosen in Eliots Umfeld denn unterhalten? Das tut dem positiven Gesamteindruck jedoch keinen Abbruch. Auf die Fortsetzungen darf man also gespannt sein.
Der Autor erzählt aus wechselnden Perspektiven. Kapitelvignetten von Bianca Faltermeyer ergänzen die Geschichte.