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Eragon - Der Schreibwettbewerb zum Film

Rezension von Nina Horvath

 

Viertausend Einsendungen für eine Anthologie - wovon Kleinverleger nur träumen können, ist bei "Eragon - der Schreibwettbewerb zum Film" Realität. Und das, obwohl die Altersbegrenzung für Autoren bei zwanzig Jahren lag.

Nun, aber immerhin ist cbt ein renommierter Verlag mit entsprechenden Möglichkeiten, andererseits ist natürlich Eragon, der Titel des Erfolgsbuches von Christopher Paolini, auch ein guter Werbeträger. Das Buch entstand anlässlich des Kinostarts der Verfilmung, was einerseits natürlich die nötige Aufmerksamkeit bescherte, andererseits der Anthologie aber wohl ein geringes Ablaufdatum bescheren wird.

 

Wer aber glaubt, es hier mit Fanfiction zu tun zu haben, der irrt: Es sind Fantasygeschichten, bei denen die Autoren allesamt eigene Schauplätze und Charaktere verwendet haben.

 

Allerdings kommen in den meisten Geschichten Elfen oder Drachen vor.

So auch bei "Nur ein Traum" von Verena Freiwald. Dabei geht die junge Protagonistin aufgrund einer Mutprobe nachts zu Halloween in den Wald und trifft dort auf dieses Volk - und auf ein verletztes Einhorn.

 

In "Elfenfreunde" geschieht etwas Ähnliches: Die jugendliche Lia kommt ins Elfenreich und genießt die Zeit dort - nur um am Ende zu erkennen, was in ihrer eigenen Welt wirklich wichtig ist ...

 

Eine Erkenntnis der anderen Art gewinnt "Der Junge, der vom Krieg träumte" bei Lukas Ruder, der erkennt, dass Kämpfe und Gewalt nichts Erstrebenswertes sind. Eine erstaunlich gut geschriebener Text für einen Dreizehnjährigen!

 

Umgekehrt lernt der Shin in "Wolfsbiss" etwas anderes: Sich selbst zu akzeptieren und das Beste aus seiner Situation zu machen - selbst als Werwolf!

 

Ich würde gerne wie sonst bei Rezensionen von Anthologien schreiben, dass ich nun an dieser Stelle nicht auf alle Geschichten eingehen kann, weil es einfach zu viele sind.

Das stimmt natürlich auch bei zwanzig Texten - aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. Ich habe alle Geschichten tatsächlich gelesen, aber kaum dass ich das Buch weggelegt hatte, hatte ich auch schon das meiste davon vergessen.

Ich führe das nicht auf mein schlechtes Gedächtnis zurück, sondern darauf, dass die Geschichten einfach nur eine Wiederholung jeglichen Fantasyklischees waren, die mir im Laufe der Jahre so untergekommen sind.

Fairerweise muss man zwar einräumen, dass kein Text wirklich schlecht ist und dass es sich gerade für so junge Autoren um eine gute Leistung handelt. Man sollte eines bedenken: Ein "normales" Kind macht erst mit sechs Jahren erste Schreibversuche und von dahin ist es noch ein weiter Weg zum selbständigen Verfassen sinnvoller Texte - vom dem stilistisch kunstvoller ganz zu schweigen.

Daher rate ich den Kauf dieses ansonsten mit 5.95 Euro doch ganz günstigen Buches solchen Lesern an, die gerne die Arbeit junger Autoren würdigen wollen.

Wer allerdings hauptsächlich den Unterhaltungswert im Auge hat, der wird vermutlich mit diesem Buch nicht sonderlich glücklich werden.

 

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Buch:

Eragon - Der Schreibwettbewerb zum Film

Broschiert

Bertelsmann, 2007

 

ISBN-10: 3570304140

ISBN-13: 978-3570304143

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 30.08.2007, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53