Erdmagie (Autorin: Shana Abé; Der träumende Diamant Bd. 2)
 
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Erdmagie von Shana Abé

Reihe: Der träumende Diamant Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

In den Romanen von Shana Abe lebten die Drachen einst in Menschengestalt auf einer Burg, auf den höchsten Zinnen der Berge inmitten der undurchdringlichen Wäldern der Karpaten, bis es einem Menschen gelang, nicht nur einen magischen Diamanten, sondern auch eine Prinzessin des Volkes zu rauben. Durch die nun folgenden tragischen Umstände war das Volk der Drákon schließlich dem Untergang geweiht. Nur einige wenige Blutlinien, die sich schon früher in andere Länder abgesetzt hatten, überlebten die folgenden Jahrhunderte.

So erging es auch der Familie die in England Zuflucht gefunden hatte und sich durch einen mit Ländereien verbundenen Adelstitel relative Unabhängigkeit bewahren konnte. Der Stamm schrumpft dennoch über die Jahrhunderte, weil die magischen Fähigkeiten – speziell die Wandlung zurück in Drachengestalt - immer mehr schwanden. Vor allem die Frauen wurden davon betroffen.

 

Nach wilden Abenteuern haben der junge Graf Christopher und die eigensinnige Clarissa Rue, die beide noch über die volle Macht der Drakón verfügen in der Mitte des 18. Jahrhunderts zueinander gefunden und inzwischen auch einige Nachkommen in die Welt gesetzt, die sehr vielversprechend sind.

Ihre jüngste Tochter Amalia, auch Lia genannt, macht ihnen allerdings Sorgen, da anders als bei ihre Geschwistern noch nicht die typischen Fähigkeiten der Drakon erwacht sind. Statt dessen hat sie immer wieder seltsame Visionen und Träume. Das junge Mädchen ahnt, dass es irgendwie mit der Magie und dem Schicksal des legendären „Träumenden Diamanten“ verbunden ist, der immer noch als verschollen gilt.

Als sie es schließlich nicht mehr aushält, macht sie sich mit dem Dieb und Abenteurer Zane gegen den Willen ihrer Eltern und vor allem heimlich auf den Weg nach Osteuropa, um das verschollene Juwel wieder zu finden.

Dabei begibt sie sich in große Gefahr, da auch andere auf der Suche nach dem Stein sind. Zudem kann sie sich nicht sicher sein, ob Zane wirklich zu trauen ist, denn der stattliche und furchtlose Mann ist ihren Eltern durch seine Lügen und Tricks in schlechter Erinnerung geblieben.

Andererseits spürt sie aber auch, dass allein er ihr helfen kann, nicht nur das Vermächtnis der Drakón, sondern auch sich selbst zu finden.

 

Wie „Feuermagie“ erweist sich auch „Erdmagie“ als Zwitter. Die Geschichte kann sich nicht wirklich entscheiden, ob sie eher ein märchenhaft-magischer Fantasy-Roman oder lieber doch ein historisches Liebesdrama aus der Regency-Zeit sein will. Gerade der ersten Hälfte des Buches merkt man diesen Zwiespalt an, da er sich hauptsächlich mit Amalia/Lia und ihren Beziehungen zu Familie und Freunden, aber auch zu dem geheimnisvoll-gefährlichen Zane beschäftigt.

Diesmal ist das Verhältnis umgekehrt, sie als Adlige versucht einem Abenteurer, der zweifelhafter Abstammung ist und sich nicht so recht an sie heran traut, für sich zu gewinnen – zumindest dann, wenn die Vernunft von der Leidenschaft vernebelt wird. Trotz aller Schilderungen bleiben die Charaktere oberflächlich und auf wenige Eigenschaften reduziert.

Immerhin führt die Autorin die im ersten Band begonnene Handlung um den „träumenden Diamanten“ weiter und letztendlich sogar zu einem interessanten Ende und stürzt die Helden in einige nicht gerade harmlose Gefahren, die sie enger zusammen schmieden.

Insgesamt spielt hier leider auch die Liebesbeziehung eine sehr dominante Rolle und erdrückt manchmal die eigentliche Abenteuerhandlung, die wesentlich fantasylastiger ist als in „Feuermagie“.

 

„Erdmagie“ wendet sich wie der erste Band des Zyklus um den „Träumenden Diamant“ vor allem an weibliche Leser, die vor leicht erotisch angehauchten Liebesgeschichten mit einem immerhin abenteuerlichen und sehr fantasylastigen Hintergrund nicht zurückschrecken, sondern diese Mischung eher bevorzugen.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 2024061516094215cdb038
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Erdmagie

Reihe: Der träumende Diamant, Bd. 2

Autorin: Shana Abé

broschiert, 352 Seiten

Blanvalet, erschienen November 2008

Aus dem Englischen von Marianne Schmidt

Titelfoto von Benita Winckler

ISBN-10: 3442265541

ISBN-13: 978-3442265541

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 13.12.2008, zuletzt aktualisiert: 15.04.2024 08:05, 7971