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Erwachen von Julie Kenner

Reihe: Blood Lily Chronicles, Bd.1

Rezension von Christel Scheja

 

Auch wenn “Erwachen” der erste Roman von Julie Kenner bei Lyx ist, so ist die Autorin in Deutschland doch keine Unbekannte, da im Heyne Verlag bereits ihre Tetralogie um Kate Connor erschienen ist, der Dämonenjägerin, die trotz oder gerade wegen ihrer Familie nicht den Pflock an den Nagel hängen kann, weil sie nach langen Jahren von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Mit den „Blood Lily Chronicles“ beginnt sie nun eine neue Saga um eine ganz andere Heldin.

 

Lily Carlyle war in ihrem Leben bisher mäßig erfolgreich –weder übermäßig hübsch, noch intelligent. Sie hat deshalb weder einen gescheiten Beruf angenommen noch einen Mann an ihrer Seite halten können.

Dennoch ist ihr eines wichtig: Nach dem Tod der gemeinsamen Mutter hat sich Lily geschworen, ihre Schwester Rose zu beschützen. Doch das erst vierzehnjährige Mädchen wird von dem Verbrecher Robert Johnson verschleppt, gefoltert und vergewaltigt. Aus diesem Grund schwört die Schwester blutige Rache. Als sie in die Wohnung des wieder einmal davon gekommenen Täters eindringt, um ihn zu erschießen, verliert sie selbst ihr Leben.

Doch das ist nicht das Ende ihrer Existenz, denn als sie wieder zu sich kommt, findet sie sich nicht nur in einem anderen Körper wieder, an ihrer Seite ist auch ein kleiner verwachsener Mann namens Clarence. Dieser macht ihr deutlich, dass sie dazu ausersehen ist, gegen Dämonen zu kämpfen. Eine ihrer Aufgaben soll sein, mit dem Bösen verbündete Menschen aufzuhalten, ein Ritual zu vollziehen.

Zuerst ist Lily sehr unwillig, doch mit der Zeit findet sie Geschmack an ihren neuen Leben, ihrem perfekten Körper und nicht zuletzt an der Aufgabe, die ihrem Leben endlich Sinn gibt, auch wenn es nicht immer einfach ist, bei den Konfrontationen mit den Dämonen zu überleben oder aber sich von ihren Lieben fern zu halten.

Bei all dem was auf sie zukommt, verwirrt sie eigentlich nur eines: Decaon Camphire, den sie relativ früh im Verlauf ihrer Existenz kennen lernt, ist zwar eindeutig ein Dämon – aber etwas an ihm ist ganz anders als bei den restlichen Kreaturen der Finsternis. Und ganz offensichtlich hat er auch etwas mit dem Tod von Alice Purdue zu tun, in deren Körper sie jetzt steckt.

 

Anders als bei ihren „Kate Connor“-Romanen setzt Julie Kenner in den „Blood Lily Chronicles“ keine klare Linie an, was vielleicht auch Absicht ist. Ihre Heldin, die bisher nur mäßig geglaubt hat, mit dem Übersinnlichen nicht viel zu schaffen haben wollte und letztendlich fest mit beiden Beinen auf dem Boden stand, wird jetzt in eine ihr gänzlich ungekannte Situation geschleudert und muss sich deshalb nicht nur in einem neuen Körper zurechtfinden.

Das ist zwar sehr nett beschrieben und unterhaltsam zu lesen, aber man wundert sich nach einer Weile schon, dass Lily eigentlich nicht wirklich hinterfragt, was sie da eigentlich tut, und ob ihre Auftraggeber wirklich so „gut“ sind, wie sie immer tun. Stattdessen tappt sie etwas naiv durch die Gegend und muss immer wieder darauf gestoßen werden, etwas zu erledigen oder nicht zu tun. Dabei verstößt sie gegen einige der elementarsten Regeln und macht vor allem die Freunde von Alice unangenehm auf sich aufmerksam. Wie sie sich aus der ganzen Sache heraus windet, ist allerdings meist auch recht unglaubwürdig in Szene gesetzt.

Letztendlich dienen die ganzen Kleinigkeiten, mit denen sich die Heldin beschäftigen muss, nur dazu, um von dem eigentlichen Plot abzulenken. So kommt auch nicht wirklich Spannung auf, da sich das ganze eher wie eine Aneinanderreihung von kleinen Episoden liest. Der Roman erweist sich als zwar solide verfasster, hat aber auch seine Länge. So ist er letztendlich nicht mehr als ein standardisierter Auftaktroman, in dem die Figuren ausführlich eingeführt und Weichen für spätere Abenteuer gestellt werden, denn das Ende besitzt einige offene Enden, die förmlich nach einer Weiterführung schreien.

Ansonsten bedient die Autorin viele der gängigen Klischees, die mit kampflustigen Dämonenjägerinnen einher gehen.

 

Alles in allem ist „Erwachen“ kein herausragender Roman, da die Geschichte noch nicht wirklich in die Gänge kommen will und sich ebenfalls noch nicht entscheiden kann, ob sie mehr paranormale Romanze mit vielen Gefühlen oder eher ein actionreicher Mysterythriller sein will, in dem Beziehungen hinten anstehen.

 

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Buch:

Erwachen

Reihe: Blood Lily Chronicles, Bd.1

Autorin: Julie Kenner

LYX, erschienen Januar 2011

broschiert, 368 Seiten

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Kathrin Mrugalla und Richard Betzenbichler

Titelbild von Ramona Popa

ISBN-10: 3802583965

ISBN-13: 978-3802583964

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 05.03.2011, zuletzt aktualisiert: 12.01.2019 12:03