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Es war k´einmal im Märchenland: Schneewittchen – Beiß nicht gleich in jeden Apfel!

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

Märchen werden immer wieder gerne aufgegriffen und neu verfilmt. In den letzten Jahren ist aber der Trend zu beobachten, dass die Geschichten nicht mehr traditionell aufgelegt, sondern modernisiert werden. Aus den zarten Prinzessinnen und mutigen Prinzen werden nun selbstbewusste und hippe Teens des 21. Jahrhunderts, auch wenn Kleidung und Umgebung immer noch der Phantasie entsprungen sind.

 

Das ist auch bei „Schneewittchen – Beiß nicht in jeden Apfel“ aus der Reihe „Es war k’einmal im Märchenland“ so. Eigentlich passt ein mächtiger und weiser Zauberer darauf auf, dass Gut und Böse im Märchenland einander die Waage halten und nicht das eine oder andere die Oberhand gewinnt. Doch seine Assistenten Munk und Mambo sind da etwas nachlässiger und bringen schon einmal was durcheinander, so wie im Fall von Schneewittchen. Diese hat vor vielen Jahren ihre Mutter verloren, die sie sehr bewundert hat, denn Königin Grace wurde von allen geliebt, weil sie sich auch um andere kümmerte.

Nun als Teenager hätte Schneewittchen, die alle nur „Flöckchen“ nennen, die Chance, in diese Fußstapfen zu treten, aber sie zeigt sich lieber als verwöhntes Society-Girl und tingelt mit ihren Freundinnen Bo Peep, Rotkäppchen und Goldlöckchen von einer Party zur anderen oder geht gerne shoppen. Sie wundert sich zwar, dass die Leute sie nicht so bewundern, wie Grace, hält ihr Benehmen aber für richtig.

Dabei merkt sie nicht einmal, dass sie mittlerweile verächtlich auf die einfachen Leute hinabblickt. Erst der tapfere Ritter Sir Peter rückt ihr den Kopf zurecht, ist er doch selbst nur von einfacher Geburt.

Zur Besinnung kommt Schneewittchen aber erst, als ihr Vater beschließt, die hübsche Lady Vain zu heiraten. Weil diese befürchtet, der König könnte noch einmal einen Rückzieher machen und das junge Mädchen beneidet, ersinnt sie einen perfiden Plan und gibt ihrer Stieftochter in Spe einen vergifteten Apfel zu essen. Der bringt sie zwar nicht um ... sorgt aber dafür, dass das Mädchen von nun an das Gegenteil von dem sagt, was sie eigentlich ausdrücken will.

Schon bald wenden ihr Freunde und Familie den Rücken zu. Schneewittchen muss bald in den Wald fliehen und trifft dort auf die sieben Zwerge. Bei ihnen lernt sie nach und nach, sich auf die wahren Werte im Leben zu besinnen und umzudenken ...

 

Man merkt – auch alte, angestaubte Märchen können mit dem richtigen Pfiff modern werden – und dabei wichtige Werte vermitteln. Es ist zwar eine Frage, ob auch die kleinsten schon verstehen können, worum es eigentlich geht, aber spätestens Grundschüler werden sich problemlos in die Helden einfühlen können und sich mit diesen identifizieren.

Die Botschaft ist so einfach wie der ganze Film: Es kommt nicht auf Schönheit und Reichtum an, wichtig ist das, was man mit sich im Herzen trägt – angefangen von Mitgefühl und Freundlichkeit gegenüber anderen bis hin zur Hilfsbereitschaft und Unterstützung der Schwachen und Hilflosen.

Das was Schneewittchen lernt, gibt sie später auch an ihre Stiefmutter weiter, und so kommt es am Ende für alle zu einem Happy End.

Die Animationen des Films kommen zwar nicht unbedingt an die Animationen der Produktionen von Dreamworks oder Disney heran – gerade die Figuren wirken manchmal zu puppenhaft und hin und wieder auch sehr leblos, die Hintergründe sind eher schlicht gehalten - erfüllen aber ihren Zweck.

Respektlos, jugendlich und modern wird mit den Figuren umgesprungen, und so sprechen diese auch – was sie aber auch näher an die jüngeren Zuschauer heran bringt. Nur auf eine Romanze sollte man nicht warten – diese klingt zwar hin und wieder an, im Mittelpunkt stehen aber andere Formen der Beziehung.

Alles in allem ist die Mischung aus Humor und Abenteuer sehr angenehm, da die Gags zwar witzig sind, aber nicht albern und überdreht wie in anderen – vor allem amerikanischen Produktionen.

 

 

Fazit:

 

Alles in allem ist „Schneewittchen – Beiß nicht gleich in jeden Apfel“ ein unterhaltsames Märchen in modernem Gewand, das vor allem Kinder zwischen fünf und neun Jahren, die selbst schon auf dem Weg zum Teenager sind, aber von den Märchen noch nicht Abschied genommen haben, ansprechen dürfte.

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DVD:

Es war k´einmal im Märchenland: Schneewittchen – Beiß nicht gleich in jeden Apfel!

(DVD; Märchen; FSK 0)

Regisseur(e): Steven E. Gordon, Boyd Kirkland

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1, RC 2

FSK: Ohne Altersbeschränkung

Studio: Polyband & Toppic Video/WVG

Erscheinungstermin: 25. März 2011

Produktionsjahr: 2009

Spieldauer: 70 Minuten

 

ASIN: B004GH8Y24

 

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 28.04.2011, zuletzt aktualisiert: 27.11.2017 19:32