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Evernight - Tochter der Dämmerung von Claudia Gray

Rezension von Christel Scheja

 

Vampire und junge Liebe sind seit den Erfolgsromanen von Stephenie Meyer vor allem bei jungen Mädchen beliebt. Aus diesem Grund erscheinen so einige Zyklen auf dem deutschen Markt, die genau diese Leidenschaft bedienen. Auch Claudia Gray begann mit “Evernight” eine Geschichte um eine Liebe zwischen Mensch und Vampir, wenngleich auch diesmal das Mädchen in die letztere Rolle schlüpft.

 

Inzwischen weiß Bianca Olivier, dass es einen triftigen Grund gibt, warum sie das exklusive „Evernight“-Internat besuchen soll: Sie ist das Kind von Vampiren und als solches wird sie sich nach und nach selbst in einen verwandeln. Die Schule ermöglicht ihr einen sanften Übergang und will sie für das unsterbliche Leben fit machen.

Ausgerechnet ein Mensch hilft ihr über die erste Zeit hinweg. Lucas wird dabei zu mehr als einem Freund – nämlich zu ihrer ersten Liebe. Doch ob sie jemals zusammen bleiben können ist fraglich, denn am Ende stellt sich heraus, dass der junge Mann aus einer Familie und einem Clan von Vampirjägern stammt. Er muss das Internat verlassen und Bianca befürchtet ihn nie wieder zu sehen. Doch wäre das wirklich gut?

Derweil versucht sie im Sommer damit zurecht zu kommen, dass ihre unsterbliche Natur immer mehr zum Vorschein kommt. Sie kann zwar noch ganz normale Nahrung zu sich nehmen, braucht aber immer öfter und mehr Blut. Da sie nun auch unter den Vampiren Freunde hat, wird die Zeit nicht all zu schwer, abgesehen von einigen geheimnisvollen Zwischenfällen mit Geistern.

Trotz allem kann Bianca Lucas nicht vergessen. So gibt es auch kein Halten mehr, als sie endlich ein Brief von ihm erreicht und er einen Treffpunkt außerhalb des Internats vorschlägt.

Und das bleibt nicht das Einzige.

Einen Verbündeten findet die angehende Vampirin dabei in Balthasar, der ihr Geheimnis kennt und ihr in seiner verständnisvollen Art sogar hilft. Das geschieht allerdings nicht ohne Hintergedanken, denn auch er tritt bald mit einer Bitte an sie heran: Bianca soll ihm helfen seine jüngere Schwester Charity zu finden ...

 

Auch der zweite Band der „Evernight“-Reihe bietet das, was Leserinnen im Moment wollen – eine dramatische Liebesbeziehung, die noch keine Erfüllung finden darf und kann, einen Rivalen, der nicht wirklich eine Gefahr zu sein scheint, ein Umfeld, das gewisse Leute sehr gerne getrennt voneinander halten möchte und ein Gemäuer voller Geheimnisse.

Gerade auf Bianca warten einige größere Enthüllungen, die ihr bisheriges Weltbild völlig aus der Bahn werfen.

Das ganze ist sehr nett geschrieben und sehr flüssig zu lesen, wirkt aber stellenweise etwas unzusammenhängend und unmotiviert. Da sind zunächst die auf Bianca gerichteten Geisterattacken, die sich keiner so recht erklären kann, dann die schwammigen Erklärungen wie zwei Vampire überhaupt ein Kind bekommen können und nicht zuletzt der unmotivierte Angriff der Vampirjäger auf das Internat.

Das alles dient nur dazu, um die Romanze ein wenig in Ganz zu halten, auch wenn Lucas und Bianca erst einmal nicht wirklich zusammen kommen können. Natürlich nimmt sich das Buch auch wieder viel Zeit, die üblichen Teenagerprobleme wie Bevormundung durch die Eltern und Lehrer einzubringen, aber während der Schulalltag etwas in den Hintergrund rückt und nur immer wieder angerissen wird, aber nicht wirklich ausgearbeitet. Immerhin entwickelt sich Bianca etwas weiter, von ihrem Umfeld kann man das leider aber nicht sagen. So bleiben selbst Balthasar und Lucas eher zweidimensional und auf wichtige Eigenschaften reduziert, bei den weiteren Figuren ist es noch schlimmer.

Alles in allem bleibt auch diesmal der phantastische Anteil des Buches gering, da auch die Geister nur sporadisch eingesetzt werden.

 

„Evernight - Tochter der Dämmerung“ dürfte auch weiterhin nur romantisch veranlagte Leserinnen ansprechen, die von dramatischen Liebesgeschichten zwischen Vampir und Mensch im Schülermilieu immer noch nicht genug bekommen können.

 

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Evernight – Tochter der Dämmerung

Autorin: Claudia Gray

gebunden, 398 Seiten

Penhaligon, erschienen Juni 2010

Übersetzung aus dem Englischen von Marianne Schmidt

Titelbildgestaltung von Hildendesign

ISBN-10: 3764530529

ISBN-13: 978-3764530525

Erhältlich bei: Amazon

 

weitere Infos:


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Erstellt: 20.07.2010, zuletzt aktualisiert: 12.01.2019 12:03