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Expedition Himalaya

Filmkritik von Christel Scheja

 

Zu den vom aussterben bedrohten Säugetieren gehören schon seit vielen Jahren die Tiger in den subtropischen Dschungeln Asiens. Zwar versucht man schon seit vielen Jahren in Indien und einigen anderen Ländern die Population wieder wachsen zu lassen – aber oft genug machen Wilderer die Bemühungen der Tierschützer zunichte – zudem hängen die meisten Gebieten nicht zusammen, so dass eine gute Durchmischung des Genpools schwierig wird.

Alle Hoffnungen richten sich nun auf das Königreich Bhutan, das sich schon vor vielen Jahren abgeschottet hat und erst jetzt langsam wieder der Welt öffnet. Das dünn besiedelte Land ist noch von dichten Dschungeln bedeckt, die menschenleeren Gebiete ermöglichen vielen bedrohten Tieren Asiens und fast ungestörtes Leben.

 

„Expedition Himalaya“ berichtet nun von den Bemühungen eines Expeditionsteams aus Wissenschaftlern und Tierfilmern. Wenn es ihnen gelingt, in den Dschungelregionen, aber auch den Bergtälern Bhutans, Tiger zu finden, dann lässt sich dessen Regierung vielleicht dazu bewegen, sich einem grenzübergreifenden Naturschutzgebiet – einem großangelegten Plan, den großen Raubkatzen das Überleben zu ermöglichen – anzuschließen.

Die drei Folgen beschäftigen sich nun damit, wie die Männer und Frauen den Tigern auf die Spur kommen wollen. Zunächst wenden sie sich dem Süden zu, erkunden die Umgebung ihres Basislagers nach Spuren, beachten dabei auch die restliche Tier- und Pflanzenwelt. Denn nur wenn das Umfeld stimmt, dann haben auch die Tiger einen gesunden Lebensraum. Mit selbstauslösenden Kameras und Beobachtungsmethoden wie beim FBI oder anderen Geheimdiensten, fangen sie Momentaufnahmen daran vorüberlaufender Tiere ein – und selbst wenn es nicht Tiger sind, so freuen sie sich doch über andere seltene Arten, die hier ganz ungestört zu leben scheinen.

Doch alles kostet sehr viel Zeit und Geduld – und manchmal heißt es auch mit den Unbilden der Natur zurecht zu kommen.

Im Bergland mag nicht unbedingt jeder gleich Tiger vermuten, aber auch dort laufen sie nach monatelanger Wartezeit auch einmal an den Kameras vorbei und erfüllen damit das Ziel, das sich die Forscher gesetzt haben.

 

„Expedition Himalaya“ gehört zu den Dokumentationen, die nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt in Szene setzen und zu atemberaubenden Bildern Informationen liefern, sondern sich auch mit der langen und mühevollen Arbeit beschäftigen, die dahinter steckt.

Mensch und Material muss nämlich im subtropischen Dschungel oder in den großen Höhen der Bergwelt einiges auf sich nehmen, und nicht immer sind die Aufnahmen der selbstauslösenden Kameras erfolgversprechend, was aber auch zum Alltag der Tierfilmer mit dazu gehört.

Die Aufnahmen zeigen akribisch, wie die einzelnen Spezialisten den Tigern auf die Spur kommen wollen – ein eigens dafür ausgebildeter Hund spürt Tigerkot und andere Hinterlassenschaften auf, ein anderer Wissenschaftler untersucht Insekten und Pflanzen und daraus Folgerungen über den Zustand der Region zu ziehen. Dabei werden die Aufnahmen recht persönlich, was eine gewisse Bindung zum Team schafft.

Wärmebildkameras zeigen, dass auch in der Nacht einiges vor sich geht und machen allerlei Tiere, die sich in der Dunkelheit an das Lager heran wagen, sichtbar. Gerne verlässt man sich auch auf die Aussagen und Erzählungen der Einheimischen, die aufgrund ihrer Religion die Natur mit Respekt betrachten.

Dabei kommen die reinen Naturaufnahmen natürlich zu kurz, schöne Bilder zu ansprechender Musik sind eher selten. Auf der anderen Seite bekommt man aber auch einen Einblick, wie die Tierfilmer überhaupt arbeiten, was auch schon einmal sehr spannend sein kann.

Bild und Tonqualität sind ausgezeichnet, sofern es das Bildmaterial hergibt. Extras gibt es keine.

 

Alles in allem sollte man sich bewusst sein, dass die Dokumentation durch diese etwas andere Gewichtung nicht mit ganz so viel Atmosphäre punkten kann, wie andere BBC-Dokumentationen und natürlich auf eine andere Art informativ ist. Wenn man sich darauf einlassen kann vergehen die drei Folgen im Flug und man kann sich auch einiges an interessantem Wissen heraus picken.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230205182731f773f190
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DVD:

Expedition Himalaya

(DVD; Dokumentation; FSK 0)

3-teilige Dokumentation, D 2010

Format: Dolby, PAL, Region 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

FSK: Ohne Altersbeschränkung

Studio: Polyband & Toppic Video/WVG

Erscheinungstermin: 29. Juli 2011

Spieldauer: 135 Minuten

ASIN: B004XG847S

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 09.08.2011, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01