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Expedition Neuguinea

Filmkritik von Christel Scheja

 

Wie „Expedition Himalaya“ ist auch „Expedition Neuguinea“ eine Dokumentation, die nicht die Ergebnisse der Forschungen und Reisen in schönen Bildern zeigt, sondern wie die Forscher zu ihren Erkenntnissen kommen, welche Gefahren und Strapazen sie dabei auf sich nehmen.

Die Koproduktion von NDR und BBC zeigt die Arbeit eines Forscherteams an unzugänglichen Orten dieser Welt. Wie immer sind sie auf der Suche nach Altbekanntem und Neuem. Dabei spielt nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt eine3 Rolle, auch die Landschaft selbst wird genauer in Augenschein genommen.

 

Das Ziel ist diesmal eine der größten Inseln dieser Welt: Neuguinea. Aus dem Wirken von Vulkanen entstanden, zeigt die Insel dennoch ein sehr einheitliches Gesicht – sind die meisten Bergketten und zerklüfteten Täler doch keine kargen Regionen sondern von dichtem Regenwald bedeckt. Da es schwierig ist, diese Regionen zu erschließen, sind weite Teile der Insel noch von Menschen unberührt, die Tier und Pflanzenwelt konnte sich also wie im Mount Bosavi auf ganz eigene Weise entwickeln.

Die Forscher haben diesmal kein klar umrissenes Ziel. Ihnen geht es darum, sich in den schwer zugänglichen Regionen umzusehen und die Tier- und Pflanzenwelt dabei genauer zu untersuchen. Sie hoffen natürlich auch darauf, noch neue und unbekannte Arten zu entdecken – was bei den zahlreichen Insekten nicht unbedingt sehr schwierig ist, bei den Säugetieren schon eher ein Abenteuer. Tatsächlich werden sie im Verlauf der Expedition sogar fündig, als sie eine neue Beuteltier-Unterart entdecken und eine Riesenbaumratte, die es an keinem anderen Ort der Welt gibt.

Ulla Lohmann, die deutsche Fotografin der Gruppe, erlebt nebenher ein ganz eigenes, überraschend gefährliches Abenteuer. Sie beobachtet auf der Nachbarinsel Neu Britannia doch einen gerade wieder sehr aktiv gewordenen Vulkan, der bereits die Natur rund um sich herum zerstört hat und auch den Lebensraum der Menschen immer mehr zu einer Hölle macht. Doch all das ist nichts gegen ein nächtliches Schauspiel, das auch für das Filmteam sehr gefährlich wird.

Und nicht zuletzt wagt sich eine andere Gruppe zusammen mit erfahrenen Höhlenforscher in eine noch unbekannte Welt tief unter der Erde.

 

Die Gefahr bei expeditionsbezogenen Dokumentationen ist, dass irgendwann ein gewisser Gewöhnungseffekt entsteht, vor allem, wenn ein Teil der Leute immer gleich ist. Zwar gibt das einen gewissen Wiedererkennungseffekt, birgt aber auch die Gefahr der Wiederholung, da das Verhalten der Personen in gewissen Momenten gleich ist. Auch wenn der Regenwald in Neuguinea anders ist als an den Hängen des Himalaya, so ist es letztendlich doch wieder „nur“ Wald.

Das wäre vernachlässigbar, wenn sich die Dokumentation nicht so sehr dahinziehen würde. Zwar sorgen Schauplatzwechsel für eine gewisse Abwechslung und dienen als Versuch Spannung zu erzeugen.

Allerdings geht das diesmal ein wenig nach hinten los, da man sich so nicht wirklich auf ein Thema konzentriert, sondern die wenigen Informationen vergisst, die man bereits in den anderen Teilen mitgegeben bekommen hat. So wirkt die ganze Dokumentation wie ein Stückwerk ohne klares Ziel und wirkliche Ergebnisse, was ihr nicht gut bekommt.

Die Serie kann zwar auch mit schönen Bildern und niedlichen Tieren aufwarten, da die Fauna der Insel ausgesprochen hübsche und farbenfrohe Tiere hervorgebracht hat, aber sie ist dennoch nicht ganz überzeugend und bleibt auch nicht im Gedächtnis haften, da die klare Linie fehlt.

 

„Expedition Neuguinea“ ist daher eine Dokumentation, die man sich anschauen kann, wenn man die Tierwelt des Regelwaldes und mächtige Vulkane mag, aber keine, die man kennen muss, weil sie erhebliche Schwächen in Punkto Spannung und Informationsgehalt hat und das Fehlen eines roten Fadens sich leider sehr unangenehm bemerkbar macht.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202302051759083b2aced7
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DVD:

Expedition Neuguinea

(DVD; Dokumentation; FSK 0)

3-teilige Dokumentation, D 2010

Format: Dolby, PAL, Region 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

FSK: Ohne Altersbeschränkung

Studio: Polyband & Toppic Video/WVG

Erscheinungstermin: 29. Juli 2011

Spieldauer: 135 Minuten

ASIN: B004Q45P9C

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 16.08.2011, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01