Hatte die Welt in Ava Reids erstem Roman in A Study in Drowing ein Steampunk-Ambiente, so wechselt sie für ihre neue Geschichte Fable for the End of the World nun in eine dystopische Zukunftswelt, die durch den Klimawandel im Sterben liegt und dennoch von großen Konzernen beherrscht wird, die auch das Leben der Menschen kontrollieren.
Eine Maßnahme ist etwa, dass Menschen, die sich bei dem Konzern hoch verschuldet haben, am sogenannten »Lauf des Lamms« teilnehmen müssen, der zur Unterhaltung über die Medien ausgestrahlt wird. Viele ältere setzen auch ihre eigenen Kinder dafür ein, um selbst überleben zu können.
Denn die »Engel«, die sie jagen sind künstlich optimierte junge Frauen, die keine Gnade zu kennen scheinen und fast immer erfolgreich sind. So wie Melinoe, die nun auf Inesa angesetzt wird. Doch die junge Frau aus einem an der Küste langsam sterbenden Dorf leistet ihr Widerstand. Schon bald entwickelt sich jedoch viel mehr zwischen den beiden.
Ava Reid hat ganz offenbar ein Faible für düster angehauchte Gesellschaften, in denen junge Menschen versuchen, ihren Weg zu finden. So bietet sie diesmal ein Szenario, das durchaus vorstellbar ist, eine Welt, in der der Klimawandel die Welt zerstört, Konzerne die Welt beherrschen und die Menschheit sichtlich verroht.
Denn nur so sind Spiele wie der »Lauf des Lamms« möglich, in denen Menschen jeden Alters, die ihre Schulden einfach nicht mehr begleichen können, von optimierten Killerinnen gejagt und vor laufender Kamera abgeschlachtet werden.
Schon bald gerät auch Inesa in diese Lage. Aber sie ist immerhin nicht allein, stehen ihr doch Freunde aus der kleinen Stadt und ihr eigener Bruder zur Seite und unterstützen sie, so gut die können.
Melinoe, die Jägerin ist eher allein, aber ihr makelloses Äußeres und ihr Ruf täuschen über die Tatsache hinweg, dass sie an ihrer Aufgabe zweifelt und sich nur noch wie ein Werkzeug fühlt, dass ohne Rücksicht auf Verluste bis zum geht nicht mehr benutzt wird.
Das erleichtert ihr auch die Rebellion, als es hart auf hart kommt. Tatsächlich fühlt sie sich Inesa schon mehr verbunden als ihrem vorherigen Leben und so versuchen die beiden natürlich in dem Spiel, das fatal an die Hunger Games erinnert, zu überleben und ihr Glück zu finden.
Das ganze wird sehr figurenzentriert erzählt. Man steckt in beiden Charaktere, da die Kapitel abwechselnd aus deren Sicht erzählt werden. Das sorgt zwar dafür, dass der Hintergrund etwas blasser bleibt, aber das meiste kann man sich ohnehin gut vorstellen. Und das Ende ist erstaunlich offen, schreit sogar nach einer Fortsetzung.