Viel ist passiert in der Godkiller-Trilogie von Hannah Kaner. Die Hauptfiguren wurden in Rollen gedrängt, die sie gar nicht einnehmen wollten und mussten zum Teil sogar ihre Einstellungen ändern. Und nun ist vielleicht die Zeit gekommen, das größte Opfer zu bringen, denn das Finale nimmt in Faithbreaker nun seinen Verlauf.
Das Königreich Middren steht vor dem Untergang, denn die Feuergöttin Hseth und ihre Gläubigen rücken immer weiter vor und hinterlassen eine Spur aus Toten und Verwüstung, um ihren unstillbaren Hunger nach Rache zu befriedigen.
Das zwingt Elogast dazu, zu dem zurückzukehren, der ihn einst verraten hat. Doch kann er König Arren, dem Sunbringer noch trauen? Und auch Kyssen muss so einige alte Gewohnheiten überdenken und anfangen mit Göttern zusammen zuarbeiten anstatt sie zu vernichten. Denn letztendlich scheint ihr Schützling Inara der Schlüssel zur Rettung zu sein.
Von den Helden wird in diesem Band eine Menge verlangt. Nicht nur, dass sie Opfer hinnehmen müssen, sie werden auch vor die Wahl gestellt, sich selbst für die größere Sache hinzugeben, auch wenn das ihren Überzeugungen widerspricht. Da allerdings nicht klar ist, wer letztendlich alles aufgibt, bleibt es spannend.
Ansonsten geht es dramatisch zu in der Geschichte, die mit drastischen Beschreibungen nicht spart, da Hseth und ihre Anhänger relativ grausam sind und über Leichenberge gehen. Das zwingt auch einige der wichtigen Figuren ihr bisheriges Verhalten zu hinterfragen und mehr zu wagen als sie bisher überhaupt in Betracht zogen.
Dabei entwickeln sie sich einerseits weiter, bleiben aber auch ihrem Wesen treu und sind gut wiedererkennbar. Ob nun Kyssen oder Elogast – die beiden sind keine Idealisten und stehen mit beiden Beinen fest auf dem Boden, wissen genau, das das Leben nicht nur schöne Seiten bereit hält und das macht sie lebendig und sympathisch.
Aber auch Inara und Skedi wachsen über sich hinaus und treffen zum Ende hin sehr interessante Entscheidungen, ähnlich wie der König, der merkt, dass er sich letztendlich nicht auf seinem besonderen Status ausruhen kann. Beziehungen werden ausgespielt, aber romantische Gefühle dominieren das Geschehen nicht, da sich alles mehr um Vertrauen dreht.
Die Handlung kann sich auch sehen lassen, da sie mit Setting und Hintergrund spielt, die letzten wichtigen Zusammenhänge mit einbindet und letztendlich den Eindruck abrundet, den die Welt macht. Das Ende stellt den Leser ebenfalls zufrieden.
Hannah Kaner gelingt es zudem, alte Ideen mit neuem Leben zu füllen und dadurch eine Geschichte zu schaffen, die sich mit dem dritten Band wirklich gelungen aus der Masse abhebt.